Ausgabe 
17.3.1898
 
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ßchLschast«, KinderSSL» «. f. W, wer«, >u soge­nannte UeberdürdungSftagr geschaffen, an der höchstens begründet war und ist, daß den Kindern zu vielerlei zu- gemuthet wurde und vielfach noch wird, zumal den Mädchen, Welchen Physik und Chemie, höhere Mathematik und Astronomie eingegeben wird. Daraus entsteht dann naturgemäß derselbe geistige Nachtheil, welcher bet körperlichen Leiden in der Siegel durch Bielmedieiniren bewirkt wird/ Erschöpfung der Kräfte. Unser heutiger Unterricht gleicht manchmal ja den Morphium - Jnjectionen, die auch lange scheinbar nützen, zuletzt aber daS Nervensystem zerrütten. Neurasthenie und -Hysterie find die nicht gerade seltenen Folgen des ruhelosen heutigen Vielerlei Lernen«. Manchmal kommen in Schulen förmliche Ansteckungen mit Nervenkrankheiten vor. Am längsten bekannt ist dies bezüglich des sogenannten Veits­tanzes. Den Anfang macht in der Regel ein erblich nervös gelastete« Kind und ganze Klaffen selbst in Dorfschulen ist das neuerdings vorgekommen folgen nach. Es muß deshalb der erste Fall sofort a»S der Schule verbannt »erden.

Rheumatismus.

Bott vr. taed, A. Grumbach.

(Nachdruck »«Boten.]

Um nach einer Erkältung den Rheumatismus zu verhüten, oder die ersten Anzeichen zu vertreiben, reicht es in den meisten Fällen hin, eine künstliche Steigerung der Hautthätigkeit bis zum Schwitzen herbeizusühren. Am besten und leichtesten bewerkstelligt man dieses durch reich­lichen Genuß heißen WafferS oder TheeS und warmer Be­deckung im Bette. Hat sich aber der Rheumatismus trotz aller Vorsicht ausgebildet, womöglich mit Fieber, so wird derselbe am schnellsten gehoben, wenn der Patient ruhig im Bette liegen bleibt, viel Waffer trinkt und die schmerzenden Körpertheile warm hält, indem er sie mit Flanell, Watte, Wolle oder Baumwolle umwickelt. Sehr heftige Schmerzen werden am besten durch warme Umschläge von Sand- oder Kleienkiflen vertrieben. Trockne Wärme ist überhaupt das einzige und sichere Mittel, rheumatische Schmerzen zu ver­treiben, nur muß diese Wärme höher sein als die des Körpers. Auch chronischer Rheumatismus weicht der trockenen Wärme, nur muß sie mit Ausdauer angewandt werden, am besten in Form von heißen Sandbädern.

Der Gelenkrheumatismus ist, wie schon gesagt, nach Ansicht hervorragender Aerzte eine ganz besondere Krankheit. Er befällt, wie der Name schon sagt, nur die Gelenke, am liebsten die des Kniees, der Schultern und der Hüften. In der Regel ist er von Fieber und starkem Schmerz begleitet. Die Entzündung verschwindet oft und schnell von einem Gelenk, um an einem andern zum Vorschein zu kommen. So wandert er oft von Gelenk zu Gelenk. Der Gelenk­rheumatismus tritt oft epidenttsch auf und kommt häufiger in südlichen als in nördlichen Gegenden vor. Die Anfälle de« Gelenkrheumatismus sind stets periodisch, das heißt sie kommen und gehen, waS ihn von der Gicht unterscheidet.

Die Behandlung ist die wie beim Rheumatismus. Bei besonders auffallender Entzündung der befallenen Gelenke kann der Arzt Blutegel setzen oder selbst einen Aderlaß indiciren. Haupt-ache bleibt es aber auch hier, daß die Hautthätigkeit bis zum Schwitzen befördert wird.

Eines der qualvollsten Leiden ist der Knochenrheumatis- muS, zu dessen häufigster Form der rheumatische Zahn­schmerz gehört, erkenntlich daran, daß der Zahn gehoben und bei Druck oder Anklopfen heftig schmerzt. Gewöhnlich ist eine kranke Zahnwurzel schuld daran. Fürchtet man dieses, so lindert das Setzen eines Blutegels an das Zahnfleisch sofort den Schmerz. Einreiben von Jodtinetur hilft manch­mal, aber nicht immer.

Als st« velicates Gericht für Geiresenvp darf Beefsteak nach Wiel" bezeichnet werden, deffen Bereitung nur fünfzehn Minuten erfordert und deffen Reeept folgender­maßen lautet: Aus 150 Gramm mürbem Filet schneidet man zwei daumendicke Scheiben, di» man tüchtig klopft und in Form eines dicken, runden Kuchens zusammendrückt. Die eine Seite der Beefsteaks wird mit Salz gleichmäßig bestreut. In einer kleinen flachen Pfanne läßt man 30 Gramm Butter sich leicht bräunen, in ihr brät man die Beefsteaks bet leb­haftem Feuer auf der ersten Seite zwei Minuten. Dann wendet man sie, begießt sie mit zwei Löffeln aufgelöstem Fleisch-Pepton der Compagnie Liebig und brät die zweite Seite noch eine Minute.Man nimmt jetzt die Beefsteaks sofort aus der Pfanne, legt sie auf eine heiße Schüffel, be­streut sie mit einem halben Theelöffel gewiegten feinen Kräutern und giebt die mit wenig Waffer und LiebtgS Fleisch- Ertrart durchgekochte Sauce dazu.

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Die Zeit der Eonfirmatlo« und ersten Cominrmioit naht und damit wandern wieder viele junge Myrtenbäumchen, daS finnige Geschenk der besten Freundin an die junge Con- firmandin, in das deutsche Heim. Hier soll die Myrte nach dem Willen der Geschenkgeberin neben dem Arbeitsplätzchen der Freundin wachsen und gedeihen, damit sie einst ihre Blüthen und Zweige zum Brautkranz hergeben. Mehr und mehr bürgert sich der Gebrauch in Deutschland ein. Natürlich wird das Bäumchen streng gehütet und gepflegt und die Myrte ist so anspruchslos, daß es auch leicht gelingen würde, sie groß zu ziehen, wenn nur die einfachen'Regeln der Myrtenpflege besser bekannt wären. So wird's meist versehen und oft schon nach wenigen Monaten laffen Myrte und Mädchen traurig den Kopf hängen! Da ist es freundlich und zeitgemäß, daß Robert Berten, einer der Redacteure desPractischen Rathgebers" im Obst» und Gartenbau, die Pflege der Myrte in der soeben erschienenen Nummer der Zeitschrift eingehend behandelt. MinnaLaudienS Künstler- Hand hat die erklärenden Abbildungen dazu gegeben. Wir sehen die Myrte vom zarten Steckling bis zum kugelgeformten, blüthenbedeckten Stamme. Das Geschäftsamt in Frank­furt a. Oder sendet die Nummer gern auf Wunsch zu.

Gefunden.Hat ihre Frau Gemahlin in dem neuen Modejournal etwas Paffendes gefunden?"Die liegt schon in Ohnmacht."

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Ein Hochgenuß. Cadett A.:Aeh, Kamerad, so vergnügt?" Cadett B.:Jawohl, eben unterm Rafir- meffer geschwelgt!"

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Auch ein Sprachreiniger. Geschäftsführer:Solche Manipulationen verstoßen gegen den Charakter und die Prineipien eines reellen Geschäfts." Geschäftsinhaber: Hör'n Se mer auf mit Ihre Fremdwörter!"

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Grob. Gattin:Warum heult denn der Hund so fürchterlich?" Gatte:Vielleicht hat er gestern gehört, daß Du heute kochen willst."

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Kindermund. Tante:Als ich in Deinem Alter war, Karlchen, habe ich nie eine Lüge ausgesprochen . . ." Karlchen:Wann haft Du denn angefangen, Tante?"

Redaktion Z. V>: Hermann Elle. Druck und Verlag ber Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruck«« (Pietsch » Scheyda) in Gießen