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und nun sagte dieser:
„Im Gegentheil, wir können und dürfen es ihr nicht wehren."
„Der Sohn eines Mörders, der sein Leben unter dem Henkerbeil endigen wird!"
„Der arme Bursche leidet schon schwer genug an diesem Fluch!"
„Adols Göbener selbst ist nicht ganz frei zu sprechen. Er hat gegen die arme Anna eine schwere Schuld auf sich geladen. Er hat sich so haltlos, so unbeständig gezeigt."
„Er war unbeständig, bis er die Rechte gefunden hat," entgegnete der Amtsrath mit mildem Lächeln. „Alle Einwürfe, die Du da machst, Elisabeth, sind von Deiner Schwester und mir unzählige Male erhoben worden. Wir
Der Amtsratb liest sich auch gegen seine Cousine nicht I lassen sie jetzt schweigen, denn wir haben uns überzeugt, Der Amtöraty ne« jt« nuoj J .... \ machtlos sind gegenüber einer Liebe tote sie Carola
empfindet. Ich kann Dir nur rathen und Dich bitten, laß sie unbehindert ihren Weg gehen."
Mit einem tiefen Seufzer nahm Elisabeth wieder neben dem Vetter Platz und Beide lauschten schweigend dem lauten
darüber aus, ob er dafür besondere Gründe habe oder ob nur der Wunsch maßgebend sei, das erste Beisammensein mit der lang entbehrten Tochter sich nicht trüben zu lassen.
Elisabeth Wenzel kümmerte sich auch nicht darum, sie äESSsSSSsä I SM=W-Ä SMK iSi-ÄStM 3
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„Du willst damit nicht sagen, daß Carola an dieser lebensfrisch. .
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T®er Amtsrath zuckte die Achseln. „Wer kann das I ist es." „ ,
faaen? jedenfalls befindet sie sich in einer gefährlichen I „Sie ist es auch, wenn Du so willst, gab Elis ab: ; Krisis und ihre Mutter und ich sind übereingekommen, es I zu, „aber nur, weil in ihr die feste Ueberzeugung ,
Mkrde das Beste sein sie qewähren zu lassen." daß ihre Vereinigung Mit dem Geliebten nur eine Frage
Ist Hoffnung' vorhanden, daß der junge Göbener I der Zeit sein kann. Daß ihr verständiger, 9^tT9e^_$ater
mit dem Leben davon kommt?" fragte Elisabeth mit plötzlich I ihr Lebensglück nicht einem Vorurtheil opfern wird
Erwachender Besorgniß für den jungen Mann/ dem sie bis „Es ist kein Vorurtheil!" brauste der Amtsrath aufi iebt nur eine mäßige Theilnahme geschenkt hatte. „Doch, und zwar eins, von dem ein Mann, der sich
$ «hoffnuna soaar große Hoffnung ist vorhanden," I über ganz andere Bedenken wegzusetzen vermag, sich nicht erwiderte der Amtsrath," indeß sind bei einer so schweren I beherrschen lassen dürfte," erwiderte Elisabeth, dem Zornigen L ndu aLi Complieatwnen nicht ausgeschlossen, so sest ins Angesicht schauend, daß er d°v°r 6» -ug« Wenn er sterben sollte niederschlug. „Du kannst gegen Doctor Holten nichts haben,
„L wird Carola mit sich fertig werden, das Zutrauen als seinen Beruf und seine VermögenslosigkM letztere rmt.„ ,u js,rfi»r Eliiabeih ein. I kann bei Dir wahrlich nicht ins Gewicht fallen.
„Ich auch!" stimmte der Amtsrath bei, „aber frag „Sieh, sieh, welch ein beredter Anwalt Du ist, mich nur nicht wie! - Ob es in der Luft liegt, daß ich Elisabeth," entgegnete der Amtsrath, lange nicht so anst immer citiren muß?" schaltete er lächelnd ein und setzte hinzu, gebracht, wie seine Cousine erwartet hatte. „Habe ich da „Mit Jugend und Lebenslust wird es freilich für immer I vielleicht den Bock zum Gartner bestellt?
vorbei sein " „Nicht halb so beredt wie Du soeben erst für Carola
„Und'wenn er am Leben bleibt?" fragte Elisabeth warst," antwortete sie schlagfertig auf den ersten Thell und sah den Amtsrath mit Augen an, als wollte sie ihm seiner Rede, wahrend ste den zweiten- mit Stillschweigen die Worte vom Munde lesen. I überging. „Theodor, ich meine, was Dir für Carola recht
„Dann wird sie ihn heirathen, so sern er sich nur erscheint, das müßte Dir für Meta billig sein, oder gilt
irgend dazu herbeiläßt, gleichviel, ob er ganz hergestellt wird I für Deine Tochter em anderes Maß?
o?er ein Schwächling für den Rest seiner Tage bleibt." „Eines schickt sich nicht für Alle. Carola und Meta
„Sie wird ihn "heirathen!" schrie Elisabeth und sprang sind sehr verschieden geartet, antwortete der Amtsrath -
so heftig von der Bank auf, daß der graue Strohhut auf I Elisabeth wollte es bedünken, als klinge es etwas kleinlaut,
ihrem Kopf in den Nacken rutschte. „Das dürfen wir nicht Schnell erwiderte sie:
ruaeben'" „Das sind sie, nur in Einem sind ste sich gleich: im
„Wir können und dürfen es nicht zugeben," wiederholte treuen, zähen Feststhalten an ihre Liebe. Du magst Meta sie noch lauter, als der Amtsrath nicht sogleich antwortete bis ans Ende der Welt schicken, so wirst Du doch mmmer 1 ’ - ' - > die Liebe zu Holten aus ihrem Herzen reißen, nie wirst
Du sie dahin bringen, einen anderen Mann zu heirathen. Du hast mir vorhin einen Rath ertheilt, lieber Vetter, empfange als Gegengabe einen solchen von mir: gieb den Widerstand auf, er ist doch nutzlos."
„Meinst Du?" murmelte der Amtsrath.
„Gewiß- überlege es Dir, der Aufenthalt hier zwischen Bergen und Wäldern und Seeen ist so recht geeignet, das Fassen guter Entschlüsse zu erleichtern," erwiderte sie ausstehend und die in ihrem Gesichte aufblitzende Schelmerei verlieh demselben einen entzückenden Schimmer von Jugendlichkeit. „Jetzt müssen wir uns aber beeilen, hinunterzukommen, sonst verspäten wir uns für die Abendtafel."
(Fortsetzung folgt.)


