Ausgabe 
14.7.1898
 
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Gemeinnütziges

Jäten,

letztere.

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Gesangsathmung des Halses und die Wirbelsäule

Zur Ernte ves Beereno-stes. Himbeeren müssen bei der Abnahme vollständig reif sein und sofort verbraucht werden: sie halten sich nicht. Von Johannis- und Stachel­beeren müssen die sür die Tafel bestimmten Früchte ebenfalls aus dem Strauche völlig ausreifen. Es sei noch daran erinnert, daß den unreif gepflückten Früchten nicht nur der Wohlgeschmack der reifen vollständig fehlt, sondern daß die ersteren auch der Gesundheit viel weniger zuträglich sind, als

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Um Johannis nnv Stachelbeeren zn versenden, packt man dieselben in Kisten, die man an den Innenseiten mit Papier beschlägt. Auf den Boden kommt eine Lage Pack­material (Papier chnitzel, Holzwolle), darauf ein Blatt Papier, hierauf dann je zwischen zwei Lagen Obst ein Bogen Papier, am Schlüsse wieder eine Lage Holzwolle. Das überragende Packpapier wird über das Packmaterial gefaltet, der Deckel scharf aufgelegt, genagelt und umreift.

Sonderbare Frage. Richter (zu dem Zeugen m einer Proceßsache):Sind Sie mit den Parteien verwandt oder verschwägert?" Der Zeuge verweigert lächelnd die Antwort. Richter:Ich frage Sie, ob Sie mit dm Parteien verwandt oder verschwägert sind? Der Zeuge verharrt bei seinem Stillschweigen und lächelt werter. Richter (zornig):Wollen Sie jetzt antworten odermchtf Sind Sie mit den Parteien verwandt oder verschwägert -' Zeuge (mit freundlichem Grinsen):Aber, Herr Amtsrichter, das ist ja gar nicht möglich. Der Kläger ist ja der F^ und die Beklagte die Ortskrankenkasse in Rixdorf. __

schätzten Eigenschaften. Da die Frische derselben die Haupt­sache ist, so soll man die Früchte stütz Morgens pflücken und im Laufe des Tages genießen. Die auf den Markt ge­brachten Kirschen sind -ehr ost nicht reif, daher auch nicht aut. Die Fruchtreife ist zu erkennen, wenn die Haut ne ihr eigenthümliche Farbe angenommen hat, sehr glanzend wird, und wenn sich der Stein leicht vom Stiele lost.

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Der Mais (Zea japonica) ist bei uns wohl als land- wirthschastliche Futterpflanze bekannt, weniger ober gar ruckst als Gemüse. In Italien, Ungarn und Amerika bilden die unausgereiften halbmilchigen Körner ein Gemüse, welches den grünen Erbsen im Aussehen und Geschmack ehr nahe steht und einen großen Nährwerth hat. Selbst in Wien findet man den Tafelmais auf der Speisekarte eines leben fernen Hotels und in den österreichischen Curorten ist er ein von den dort weilenden Ungarn, vielbegehrter Artikel wahrend der Saison. Es eignen sich dazu nicht die gewöhnlichen Maissorten, sondern man hat sogenannte Speisemais, die m den Maisländern speeiell für diesen Zweck "^gewählt und cultivirt werden. Die amerikanischen Conservenfabriken suhren den Mais (Hot cotn) in Blechbüchsen sür den Wmterau naturelle" wie grüne Erbsen. In Ungarn kocht man die aus den Hüllen gelösten schneeweißen Maiskolben einfach m Salzwasser und verzehrt sie dann. Auch , mit Butter, Sa z. und Pfeffer werden sie zubereitet. Ber uns kommt ev natürlich erst darauf an, der Sache Geschmack abzugewinnen.

Arveitskalender sür den Monat Juli.

Gießen, Behacken und Neubepflanzen abgeernteter Beete bilden die vorwiegende Beichästigung im Gemüsegarten. Rapontlka, Krauskohl, Kohlrabi, Salat, Endivie und Winterrettige werden angesäet. Sommerzwiebel, Knoblauch und Perllauch können theilweise schon ausgehoben werden. Bei den Blumenkohl­pflanzen bricht man die Blätter ein, um das Gelbwerden und Ausschießen der Rosen zu verhindern. Von Salat-, diversen Kohlarten, Möhren-, Sellerie-, Petersiel-, Rettig- und Selleriesamenpflanzen sammelt man die reifen Samen und hängt sie in Säcken frei an einem lustigen Orte auf. Den Gurken- und Kürbisbeeten muß öfters durch flüssigen Dünger genügend Nahrung zugesührt werden.

Humoristisches.

AusLustige Welt", Verlag von Georg E. Nagels Berlin SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer 10 Pfg> __ Unverfroren.Hören Sie mal, Sie hätten nur meinen Schirm doch schon lange wiederbringen können. c>a, aber es regnet doch immerwährend. Ausrede. "Frau:Den Hasen willst Du geschossen haben? Der ist a schon ganz alt." Mann:Na - 's giebt dock auch alte Len/' _ Modern. Onkel, was ist ein Fußgänger?

Jemand, der Scandal macht, wenn er von einem Radfahrer umgerannt wird." - Muster-Familie. Mama (an der Kammerthür):Erna, Erna aufstehen! Ich brn schon srisirt, Mimi trainirt sich bereits seit zwei Stunden zum Wettradeln, Siegfried ist eben vom Commers heim, der gute Papa hat die ganze Wäsche aufgehängt und Du liegst noch im Bette. - Schäm' Dich!" - Der Knallprotz.Else, schau' nicht immer auf die Bühne- die Leute glauben sonst, wir sind wegen dem Stück im Theater." Vorsichtig. Junge Frau:Wenn Sie dem jungen Menschen die Kiste tragen Helsen, können Sie sich ein Mittagessen verdienen/' i Bettler:Wat Ham Se denn gekocht, Madameken?

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Casernenblüthe. Sergeant (zu einem jungen Schriftsteller):Einjähriger, Sie bewegen noch den rechten Arm. Merken Sie sich: Nachstillgestanden werden keine Feuilletons mehr aus dem Aermel geschüttelt!"

ch.

Beim Kirschenpflücken sollte man darauf halten, daß immer nur ganz reife Kirschen vom Baume genommen werden, fcTnn nur vollständig reife Kirschen besitzen die an^hnen^ge-

Körperhälfte.

Regelmäßiges Singen bildet also eine körperliche Uebung von höchst segenreichem Einfluß auf Gesundheit und Wohl­befinden. Unbewußt hat dies die Menschheit von Alters her gesühlt. Daher die gehobene Stimmung, das körperliche Wohlbehagen, die fröhliche Laune, welche sich des Singenden bemächtigt. Auch die Marschlieder dienen nicht allein der Unterhaltung, sie erhöhen zugleich die Marschsähigkeit, steigern die körperliche Spannkraft und Leistungsfähigkeit. Kurz und gut, auch der Hygieniker stimmt mit Freuden dem Dichter­wort bei:

Singe, wem Gesang gegeben!

Athmungsmuskulatur. Bei ausgiebiger wird aber säst die gesammte Muskulatur Rumpfes in Anspruch genommen. Auch wird gestreckt, und immer nimmt man beim tiefen Athmen instinctiv eine gerade Haltung ein. Krumm stehende Sanger und Sängerinnen sicht man nie. So bildet Singen Juglerch eine Muskelgymnastik, welche einen wesentlichen Thest der geiammten Körpermuskulatur kräftigt. Ungenügende Athem- beweguugen führen auch zu frühzeitiger Verknöcherung der Rippenknorpel und verursachen dann durch den Mangel der­selben an Elasticität die Athembeschwerden des Alters. Durch regelmäßiges Singen wird aber die Elastieltat der Rippen- knorpel erhöht und der Brustkasten dauernd erweitert. Da­durch entsteht nebst der Geradehaltung des Körpers auch eine in künstlerischem Sinne schöne, volle Form der oberen