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unseren Lesern uttt so eher empfehlen können, als dieselben gratis und franko von dem genannten Blatte zu haben sind. Die Marken sind originell und mit feinem Geschmacke hergestellt: eine davon zeigt daS Bild der in Franken be- rübmten Veste Marienberg mit der nicht minder berühmten alten Heiligenbrücke Würzburgs. Es genügt, wenn man eine Postkarte an den „Praktischen Wegweiser" in Würzburg schreibt und um Zusendung dieser Briefverschlußmarken ersucht. # ,
Japanische Base«, Teller, Kästchen n. s. w. dürfen weder mit heißem noch lauem oder kaltem Wasser gereinigt werden, da der Lack Schaden leidet. Man träuste auf ein weiches, reines Wollläppchen einige Tropfen feines Oel und reibe damit die japanischen Gegenstände sorgfältig überall ab; dann bestreue man sie leicht mit Mehl und entferne dieses wieder, indem man es mit einem sauberen, weichen Leinentuche hinwegreibt. Die Politur wird so wieder tadellos schön und nimmt keinerlei Schaden.
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Rosenwasser selbst zu bereiten. Ueber eine Schüssel spanne man ein Tuch von weicher, schon gebrauchter, aber noch guter Leinwand und lege auf dieses eine Schicht frischer Rojenblätter. Dieselben müssen durchaus soeben gepflückt sein und dürfen nicht Bouquets, Kränzen u. dgl. entnommen werden. Man deckt sie dann mit einem Blech- oder Kupferdeckel gut zu- es darf kein Dunst entweichen können und muß der Deckel also bestens schließen. Nun werden Holzkohlen glühend gemacht und auf dem Deckel ausgebreitet. Dort läßt man sie so lange (sie müssen aber stets fortglühen!) bis die Rosenblätter darunter dürr geworden sind. Durch dieses Verfahren schwitzt das duftende Oel aus den Rosen und träufelt durch das Tuch in die Schüssel. Plan sammelt es da in ein Gläschen mit gutschließendem Glasstöpsel und giebt später, oder wenn man will, gleich, destil- lirten Weingeist daran. Hat man noch mehr Rosen zur Verfügung, fahre man wie oben beschrieben fort, ersetze die tockenen Rosenblätter immer wieder durch frische, bringe aber jedesmal vorher das gewonnene Oel in Verwahrung.
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Jede Hausfrau hat nicht allein bas Recht, sondern geradezu die Pflicht, mit dem Zeitgeiste zu schreiten, die Errungenschaften der Neuzeit, soweit sie das häusliche Gebiet umfassen, kennen zu lernen und zum Wohl der Familie auszunützen. Sie, die berufene Hüterin des Herdes und verständige Gefährtin des schaffenden Gatten, wird stets bestrebt sein, zu mehren und zu erhalten, was jener erwirbt. — Wie könnte sie das besser erreichen, als durch kluge Umsicht und weiße Sparsamkeit? Eines der vorzüglichsten Produkte auf dem Lebensmittelmarkte, ein Küchenhilfsmittel allerersten Ranges, das in keinem Haushalte fehlen soll, ist die Suppenwürze Maggi, die bei sparsamster Verwendung Überraschende Erfolge aufweist. Die schwächste Bouillon und die allereinfachste Wassersuppe wird von wenigen Tropfen geschmackvoll und kräftig, jede Sauce pikant, jeder Salat bekömmlich. Auf die Geschmacksnerven Kranker und Genesender wirkt ein kleiner Zusatz zu den sonst gar so öd und ein- sörmig schmeckenden Reconvalescentenspeisen außerordentlich anregend und entleibet nie. Maggi ist gut, billig und sparsam im Verbrauch, was könnte man besseres kaufen?
Im letzten Momente entfettet man die Brühe, mischt einige Löffel Tomatensauce sowie einen Kaffelöffel LiebtgS Fleisch- Extract darunter, fügt eine Prise Cayennepfeffer bei, läßt die Sauce einen Augenblick aufwallen und servirt.
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Ragout von frischer Ochsenzunge: Nachdem eine rische Ochsenzunge mit Salz abgerieben und eine Stunde gewässert wurde, kocht man sie mit Suppenkräutern, einer Zwiebel, einigen zerdrückten Pfefferkörnern und einem Stückchen Lorbeerblatt in gesalzenem Wasser weich, zieht sivndann ab und läßt sie auskühlen. Die Brühe wird durchgeseiht, mit braunem Buttermehl gebunden, mit Weinessig oder Citronen- üft angenehm gesäuert, und mit einem Eßlöffel Capern gut ausgekocht. Die in schöne, schräge Scheiben geschnittene Zunge wird darin heißgelegt und das fertige Ragout mit einem Güßchen Maggi pikant abgeschmeckt.
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Billige Spargelsuppe: a) Das Wasser, worin Spargel gekocht wurde, wird mit Hellem Buttermehl gebunden, mit einer Prise weißem Pfeffer und Muscatnuß gewürzt, mit einem Eßlöffel gehackter Petersilie gut ausgekocht, durchgeseiht und mit etwas Maggi gekräftigt, über geröstete Semmelwürfelchen angerichtet, b) Oder es werden Spargelabfälle (die unten abgeschnittenen Stiele) sauber gewaschen und klein verwiegt, in Buttermehl durchdünstet, mit siedendem Wasser aufgegossen, gut ausgekocht, mit Maggi verstärkt über gebähte, oder in Butter geröstete Semmelstückchen gegossen. _____________
Literarisches.
Zur Blousenmo de. Fünf Jahre lang hat die Blouse sich fast unverändert behauptet, doch nun scheint es, als wollte sie sich dem immer knapper werdenden Aermel nachformen. Im eben erschienenen Heft 18 der ,,Wiener Mode" werden einige Blousenmodelle veröffentlicht, die im Rücken ganz anliegen und vorne nur wenig Überhängen; diese Fayon paßt zu den engen Aermeln viel bester als die ringsum überhängende Blouse. Dasselbe Heft enthält auch eine große Anzahl von praktischen Kleidern für den Landaufenthalt, Gartenkleider und Badecostüme, sowie auch einige Toiletten für fashionable Kurorte. Die dargestellten Handarbeiten zeichnen sich durch modernen Stil und leichte Ausführbarkeit aus. Das Heft kostet 45 Pfg., Abonnement Mk 2.50. Zu bzeiehen durch alle Buchhandlungen und vom Verlage der „Wiener Mode" Wien, Wienstraße 19.
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Herrn KnnrigS Schlafrockpredigten und Reiseerlebnisse. Humoristisches von D. Haek. Stuttgart, Verlag von Levy L Müller, 176 S. Octav. Preis in illustrirtem Umschlag geheftet 1 Mark 50 Pfg. Seit langer Zeit ist uns kein humoristisches Buch in die Hand gekommen, dessen Seetüre uns so viel Vergnügen bereitet hätte wie „Herrn Knurigs Schlafrockpredigten". Sie bilden sozusagen ein Gegenstück zu dem viel gelesenen Werke Jerrolds „Frau Kaudels Gardinenpredigten", sind aber mit einem größeren Aufw md von urwüchsiger, köstlicher Laune und herzerquickendem Humor abgefaßt als jenes Vademeeum für keifende Ehefrauen. Den Hintergrund des Ganzen bildet eine nur flüchtig angedeutete Skizze des Ehelebens der Familie Knurig in den verschiedenen Phasen, aus welcher der,ewig unzufriedene Familienhäuptling in scharf umrissenen Zügen plastisch hervortritt, wie er, einer ihm lieb gewordenen Gewohnheit folgend, das Verhalten seiner besseren Ehehälfte bei allen nur möglichen Anlässen glossirt und kritisirt. Herr Knurig ist ein biederer, gutsituirter Bürger, der in seinem Auftreten einen hohen Grad von Selbstbewußtsein bekundet, dabei ein Original im wahren Sinne des Wortes. Im Grunde seines Herzens gutmüthig und seiner Frau in rühre,Wer Liebe zugethan, nörgelt er doch an Allem herum und ist so zu einem kleinen Tyrannen seiner Familie geworden, was aber durchaus nicht hindert, daß er unbewußt nach der Pfeife seiner klugen Gattin tanzt. Seine sich nur zu oft widersprechenden abfälligen Kritiken über das Benehmen und die Handlungsweise seiner Clara wirken durch die Originalität der Einfälle und die feine Komik der Situation überaus erheiternd, sv daß die „Schlafrockpredigten" den Erzeugnissen unserer besten Humoristen würdig an die Seite gestellt werden können. Die zweite Abtheilung bietet komische Erlebnisse und Episoden aus den Sommerreisen des Herrn Knurig nach Berlin, Wien und ins Seebad. Wir sind überzeugt, daß das Büchlein allen Freunden eines feinen Humors, Herren sowohl wie Damen, als amüsante und erfrischende Seetüte zu Hause, auf der Reise oder im Bade recht viel angenehme Stunden bereiten wird.
Kalvfleisch & la Marengo. Mageres Kalbfleisch schneidet man in nicht zu kleine Würfel und bringt es mit einem Stück Butter in eine Cafferole, worauf man es sich bräunen läßt, es salzt und würzt und die üblichen Küchenkräuter beigiedt. Dann fügt man 25—30 kleine, im Backofen gebräunte Zwiebeln hinzu, bringt die Cafferole au sehr stilles Feuer und läßt das Fleisch langsam gar werden.
»rtaction: ®. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


