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us tiefem Gemüth, aus der Mutter Schooß'
Will Manches dem Tage entgegen;
Doch soll das Kleine je werden groß,
So muß es sich rühren und regen. Goethe.
Wer Großes will, muß sich zusammenraffen, In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister.
Goethe.
Ina.
Novelle von S. Halm.
(Fortsetzung.)
Es war ein köstlicher Junitag. Goldflimmernd lag der Glanz der sich neigenden Sonne über den Wipfeln der Bäume. Die ersten Knospen zeigten sich an den Rosen und roth färbte sich die Beere im niedrigen Erdbeerbeet.
Auf der Terrasse saßen der Herr Commerzienrath, seine Tochter, sein Schwiegersohn in spe und eine junge hochblonde, üppige Dame, die sich vor wenigen Augenblicken zu den Plaudernden gesellt. Teßa von Steffens war eine Cousine des Bräutigams, sie weilte seit nun acht Tagen im Hause des Commerzienrathes. —
Mtt einem Seufzer des Wohlbehagens lehnte sich soeben das Fräulein in ihren Schaukelstuhl zurück und schmachtete den Vetter, Inas heimlich Verlobten, verführerisch an. Doch der schien blind für ihre Reize) er säh nur „diese Zigeunerin", wie Fräulein Teßa haßerfüllt die Nebenbuhlerin nannte. —
Ein spöttisches Lächeln kräuselte die Lippen der Blondine, während ihr Blick zwischen dem Vetter und der reservirt dasitzenden Ina hin und her ging,- erst als er Theas miß- biUlgendem begegnete, schweifte er ab, auf die Parklandschaft
„Wie idyllisch!" rief sie, forcirte Bewunderung im Ton. „Franz!' wandte sie sich dann an diesen, „wäre ich an Deiner Stelle, ich wiche nicht von diesem paradiesischen Fleckchen Erde und ließe mich nicht so lange von Deiner Braut Hinhalten! Wer weiß — am Ende zerfließt Deine Idylle gar in Nichts!" die junge Dame begleitete ihren unzarten Scherz mit einem wenig schmeichelhaften Lachen - Keiner sprach ein Wort. Franz sah, dunkle Verwirrung auf den Wangen, scheu auf die Braut/ die betrachtete scheinbar
; unberührt den sich abendlich färbenden Himmel, und Pava \ Lentze tauschte einen Blick der Empörung mit Thea.
< Teßa mochte das eingetretene Schweigen doch peinlich ! werden - sie hob mit einer jähen Bewegung, in der etwas wie trotzige Herausforderung lag, den Kopf und sah dem Vetter starr in die Augen.
„Nun?" fragte sie.
„Die ist verrückt! Was will sie denn eigentlich?" dachte der gute Junge und hatte noch immer kein Auge für die vollen Formen Teßas, die sich so geschmeidig in das Seidenpolster drückten, für die niedlichen Füßchen, die in Nummero fünfunddreißig neuester Pariser Fayon steckten, er gewahrte nicht den Heiligenschimmer, den die unzähligen wirren Härchen über dem Scheitel und an den Schläfen der Cousine bildeten, er sah nur immer in die stahlharten, kalten Augen uud neben der Empörung, die sich in ihm regte, kroch ein Frösteln über seinen Rücken und es waren doch vierundzwanzig Grad Celsius.
„Ich möchte in's Haus. Die Sonne thut meinen Augen wehe! bat Thea und augenblicklich streckten sich sechs Hände aus, den Rollstuhl, an den die Leidende gefesselt, fortzuschieben. Franz aber erwirkte sich auch heute wie jeden Abend dieses Recht.
Mit spottfunkelnden Blicken sah Teßa den Entschwindenden nach- sie gab ihren Gedanken auch sofort Ausdruck.
„Der gute Franz hätte Krankenpfleger werden sollen!" äußerte sie sich, an Ina wendend, „oder, was richtiger wäre," fügte sie boshaft hinzu, „er sollte die Thea heirathen. Da bekommt er die gleiche Mitgift wie bei Dir und sie verstehen sich doch wirklich prächtig, während Ihr . ." sie vollendete nicht, da Ina, der ihre Worte galten, ohne sie einer Entschuldigung zu würdigen, Schwester und Bräutigam folgte.
„Wie reizend!" rief ihr Teßa nach, unentschieden laffcnd, ob der Ausruf dem Betragen der Haustochter und deren möglichem bräutlichen Anwandlung zu gelten habe. —
Der Herr Commerzienrath rückte unruhig auf seinem Stuhl- ihm war das Alleinsein mit der unsympathischen Teßa höchst unbehaglich. Wovon reden? Warum that die zungengewandte schnippische Person da vor ihm denn gerade jetzt nicht den Mund auf?
In seiner Verlegenheit erhob auch er sich.
„Es ist heiß hier!" gestand er, die Schweißtropfen forttupfend. „Ich schlage vor, wir gehen in den Wintergarten. Die Kinder werden auch wohl dort sein. Es ist kühl dort."
Eine ungezogene Schmollmiene aufsetzend, folgte ihm, sichtlich widerwillig, die Blondine. In der Thür kam Beiden


