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ein großes,
II
„galanten1
Literarisches
eine solche der Wand
Dauerhafte Bettvorlage. Man tauft sich einen Kaffee- oder Reissack, welcher sich zum Besticken eignet und schneidet daraus einen 70 Zentimeter breiten, 110 Zentimeter nicht die I langen Th eil. Auf diesen Theil setzt man der Länge nach
bestäubt man sie mit Reispuder und Talkum. Eine poröse Wolleinlage in den Aermel ist anzurathen. Ebenso der möglichst weite Schnitt der Aermel, damit Luft genügend Zutritt hat.
unten, bis der ganze Körper zum Skelett geworden ist. Am scheußlichsten nächst dem Kopfe nimmt sich dabei das
Schwinden der Bauchhöhle aus, an deren Stelle r~ r1*'
SRebaction: E. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in «i-ßen.
finsteres Loch erscheint.
Während des ganzen Vorganges herrscht Stille im Local, daß man die Fliegen an schnarchen und die Flöhe in den Dielenritzen ihre Abenteuer erzählen hören könnte, wenn uns -w . Zangen «.yeu. «ui ~—o- >
knarrenden Stiefel des Organisten dieses Genusses berauben drei Streifen Tuch, je 14 Zentimeter breit, einen derselben würben. „Boe“ und Zigarette sind längst vergessen und I jn die Mitte, die anderen zu beiden Seiten. Man kann Alles starrt entsetzt das Todtengerippe im Sarge an dazu noch starke abgetragene Hosen verwenden, wenn die
Nachdem dasselbe sich eine Weile unverändert gezeigt, Farbe ansehnlich geblieben ist oder auch Möbelstoff. (Beim um einen möglichst nachhaltigen Eindruck auf die Netzhaut I Ueberziehen des Sophas finden sich an dem alten Ueberzuge des Beschauers zu hinterlassen, beginnt die allmähliche Rück- I immer noch verwendbare Streifen.) Die zwei Streifen vom Wandlung, bei der gerade die Vorgänge, welche vorher unser Kaffeesack, welche auf diese Weise frei bleiben, werden nun Haar zu Berge brachten, am komischsten wirken und das I m|t einer einfachen Bordüre in zwei Farben bestickt. Am Zwerchfell unwillkürlich in bibrirenbe Bewegung versetzen. I Besten eignet sich Kreuzstichstickerei unb finbet gewiß jebe Unter allgemeinem Gelächter, Bravogeschrei unb Hänbe- I der freunblichen Leserinnen eine passenbe Vorlage unter ihren klatschen giebt bann ber „Orcus" schließlich bas „blühenbe I Stickvorlagen. Zum Besticken verwendet man stärkste Baum- Menschenleben" in Gestalt des dem Sarge entsteigenden I wolle, da sie sich bedeutend länger hält und nicht so leicht Gastes der Welt wieder zurück. Der dienstfertige Leichen- I abgetreten wird als Wolle. (Will man sich, nicht im Sticken kutschcr, b. h. Kellner, credenzt bem „Auferstanbenen" sofort I aufhalten, so kann man auch einfach schräge ZarreauS im ein Glas schäumenben „boc“ und bieser feiert feine „Umkehr", I Kreuzstich abnähen, in jebes biefer ZarreauS befestigt man indem er sich mit Wohlbehagen in bas würzig buftenbe Naß I m|t Festonstich einen Tuchstern, ben man mit ein paar Stichen vertieft." I verziert, was sich auch hübsch ausnimmt unb schneller geht.)
" Sofort geht die Orgelmusik in einen flotten Zancan I Der Teppich wirb nun mit gutem Futter versehen, eine leichte über unb erstickt schließlich im Gläsergeklirr unb Zigaretten- I Watteinlage ist noch besser, unb mit starker Litze eingefaßt, qualm. Zwei Minuten später ist ber ganze Vorgang ver- I Diese Vorlagen finbe ich dauerhafter unb billiger, als jebe gcffen, neues „boc“ wirb bem alten nachgeschickt und bie I andere, da sie auch leicht gereinigt werden können.
Unterhaltung nimmt ihren gewöhnlichen d. h. lärmenden I Sicherung -es Pelzwerkes vor Motte«. Zur Verlauf. | Fernhaltung der Motten habe ich mit bestem Erfolge
Wie das mit der schauerlichen Verwandlung zugeht, I Zeitungspapier verwandt. Die Motten scheinen den diesem
lieber Leser? I Papier anhaftenden Geruch nicht zu lieben. Die Pelzsachen
Nun, hinter die Zouliffen habe ich nicht zu schauen I toerben sorgsam in große Zeitungsblätter eingeschlagen und
gewagt. Den Regisseur wollte ich anstandshalber nicht I tn einer dichtschließenden Schachtel oder Kiste aufbewahrt, fragen und der „Eingesargte" wußte auch nicht, wie thm I äut größeren Vorsicht klopfte ich jedoch vorher, sowie im geschehen war, denn die ganze Procedur ging eben vor sich, I gjjottat Mai und einige Zeit vor unb nach diesem Monate, ohne daß er selbst das Geringste davon gespürt hätte. Ich ba§ Pzhwerk gründlich aus. (Im Monate Mai pflegen denke, die ganze Geschichte wird mittelst großer, versteckter I ^mlich die Motten ihre Eier abzusetzen,- die sich au5 ben= Spiegel irgendwie ins Werk gesetzt und der „Sterbende I fet6en entwickelnden Larven sind bie eigentlichen Zerstörer selber hat gar keine Empfindung davon, was mittelst der I bc§ Pxlzwerkes.) Aus gleichem Grunde laffe man während geschickt inszenirten optischen Täuschung mit ihm an- | ber o6en angegebenen Zeit Pelzsachen nie frei aufhängen, gestellt wird.
Der Wirth des „Neant“ aber, der den ganzen Plan ansgeheckt haben soll, weiß, auf weich' rafftnirte Dinge man verfallen muß, um die modernen Pariser und die neugierigen fremden anzuziehen und zu unterhalten.
Das soeben im Verlage von Levy & Müller in Stuttgart zur Ausgabe gelangte zweite Bändchen der völlig umgearbeiteten und fast t i um die Hälfte vermehrten achten Auflage des bekannten Universal- Aus dem „Practischcn WegMe.se,", Wmzburg. HÄSÄ'ÄÄS ------- I lieber Reden, durch Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit seines Inhalts, Vavageien müssen Zweige unb Aeste zum Benagen I sowie durch Gediegenheit der Ausstattung aus. Es enthält em- große erhalten, denn sie haben dazu ein unbezwingbares Bedürfnib. I das Zranipaär, Indern
Jn Ermangelung der Zweige Von Btrken oder Oostbaurnen I Angehörigen und die an der Feier theilnehmenden Freunde,
gebe man weiches Tannenholz, wie man es in jebem Haus- I * * 16
halte zum Feuermachen hat. Der unbefriebigte Nagetrieb I Universalbuch für Polterabend und Hochzeit von äufcert sich gewöhnlich im Febemfressen unb Benagen ber I von E. Mensch und A. von Krane. Drittes Bändchen: Vortrage X.«. w.»*^**“0*"
Zimmer frei, bann zerzausen sie gewöhnlich die Pflanzen des °^ Hochz-it für mehrere Personen. Zweite, völlig umgearbeitete und Blumentisches, um ihre Nagegelüste zu befriedigen. vermehrte Auflage. Stuttgart, Verlag von Levy & Müller. Preis
Filiae darf man wenn sie mit Kanarienweibchen ge I j-des Bändchens 60 Pfg. Um Polterabende und Hochzeiten ihrer
Zeisige bars man, wenn “1‘ I Bedeutung entsprechend recht feierlich zu gestalten, giebt es wohl kem
züchtet haben, wahrend des Brutgeschaftes nicht im Zucht- I Mittel, als stimmungsvolle Vorträge und Aufführungen von käfig lassen. Es kommt sehr oft vor, daß sie Eier unb I @uten bec on bem gefte theilnehmenden Freunde und Freundinnen des
^unae aus bem Neste werfen unb damit die erhofften Brautpaares. All-, welch-in Verlegenheit um wirklich gediegene Vor-
Srhe Terniditen träge bei Hochzeitsfeierlichkeiten sind, werden das „Uniersalbuch für
Bastarde verntcyien. I mofteta6eni) unb Hochzeit" in der neuen Bearbeitung Mit Freuden be-
D<rs Schwitzen i« den Achselhöhlen wird ver- I da es sich nicht nur durch außergewöhnliche Reichhaltigkeit vor mindert, wenn sie täglich Morgens und Abends mit kaltem anderen Werken dieser Art auszeichnet, sondern wirkliche Poesie Wasser abgewaschen und tüchtig abgetrocknet werden. Darnach I Bietet, die selbst einen verwöhnten Geschmack zu befne igen vermag.


