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Moderne Kleidung für kleine Mädchen, bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmannfaetur, Dresden. Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbnch für 50 Pfg. daselbst erhältlich.

Die heutige Mode der Mädchenkleidung läßt eigentlich nichts zu wünschen übrig, denn sie ist gefällig und nett im Aussehen und dabei practisch und bequem. Die Röckchen sind weder zu kurz wie vor Jahren, noch sind sie zu lang wie bei der letztvergangenen vreeu-avr«/-Mode. Die Blousen sind äußerst kleidsam und beengen in keiner Weise und dabei fällt auch jede outrirte Garnitur weg, wie z. B. die großen Aermelpuffen, welche ja oft störend waren, zumal dann, wenn der Kleiderärmel in den Mantelärmel gezwängt wurde. Eigentlich können wir ja überhaupt nicht von einer directen Kindermode reden, denn alle Formen sind im Grunde genommen nur eine Copie der Modeformen Erwachsener. Man Lenke dabei nur an die verschiedenen Blousen- fvrmen: die Kollerblousen, die Blousen mit Mittelfalte und vor Allem die russische Blouse. Alles dies, natürlich entsprechend vereinfacht, bildet auch für Kinder die jetzige Modeform. An Stelle der Epau- lcties, welche für kleinere Kinder sehr wenig kleidsam sind, läßt man die großen Kragen treten, welche durch ihre außer­ordentliche Formverschiedenheit viel Ab­wechselung in den Kinderkleidern ermög­lichen.

Auch die Passenform ist in dieser Be­ziehung empfehlenswerth, denn auch hier­bei läßt sich durch verschiedene Formen und Besätze eine große Variation erzielen.

Mod. 1'151. Entweder man wählt eine einfache glatte Passe von abstechendem Stoff und reiht den Oberstoff mit Köpfchen an oder man deckt den Ansatz durch einen entsprechenden Besatz oder man besetzt die ganze Passe. Dann wieder kann man sie in Längs- oder Querfalten ordnen oder man flieht ihr überhaupt eine andere Form, wie rund oder herzförmig. Kurz, mit ein wenig Fantasie können hierbei die größten Verschieden­heiten entstehen, ohne daß der Grundschnitt des Kleides verändert wird.

Mod. 1352.

Die gewöhnliche, am Hals und im Taillenschluß eingereihte Blouse läßt sich gleichfalls auf's Verschiedenste garniren und sind besonders die Quer­garnituren in Form von Fältchen, Stufen, Borten und Besätzen jetzt hochmodern. Auch die einfache Falten- blouse wird für Mädchen immer wieder gern gewählt.

Für ganz kleine Kinder bis zu 3 oder 4 Jahren werden zumeist noch immer Hängerformen gewählt, welche ja gleichfalls auf's Verschiedenste aus­gestattet werden können. Doch bleibt hierbei das Einfachste das Beste; ein hübscher, praktischer Stoff, sowie ein gut.passender Schnitt sind die vortheil- hasieste Ausstattung. Das obenstehende Kinderfigürchen (Mod. 1351) veran­schaulicht ein derartiges Hängerkleid­chen für ein zwei- bis dreijähriges Kind. Das Rockiheil ist am unteren Rand mit einem Sammetstreifen ver­

ziert und oben an einen geraden Sattel angereiht. Neber die Achseln legen sich Spangen von Sammt, welche an jedem Ende mit einem Zierknops fest­gehalten erscheinen. Die Falten des Hängertheils können auch im Taillen­schluß durch einen Gürtel zusammengehalten werden.

Ein speziell für die lieben Klemen vorbehaltenes Faqon ist die Matrosenblouse in ihren verschiedenen Variationen, die mtt vollem Reckt als eine der kleidsamsten Formen für Kinder gilt. Dabei ist es nickt immer nötbig, die ursprüngliche Form beizubehalten, l°n- dern die Zusammenstellung von Matrosenkragen und Blouse kann ganz nach Belieben verändert werden. Hauptsächlich ,st es der Kragen Weicker zu Formveränderungen Gelegenheit bietet. Eine sehr" hübsche Matrosenkragenform zeigt die obenstehende Kindersigur

EM

Mod. 1353.

Mod. ,509.

Hauptsache die Eleganz eines

der

gen zusammengehalten und weiter oben läßt er einen gefalteten Einsatz sichtbar werden. Die Falten der Blouse werden im Taillenschluß durch einen Ledergürtel zusammengehalten. Im Uebiigen vervollständigen Keulen­ärmel und ein glattes, gefüttertes Röckcken das Kleid.

Als neueste Modeform für etwas größere Mädchen ist die oben falten­lose und nur im Taillensckluß ein­gereihte Blousenform zu nennen, welche ja auch für Erwachsene die letzte Mode darstellt. Man stattet sie für Kinder jedoch immer gern so aus, daß die im großen Ganzen etwas kahl und flach wirkende Grundform der Blouse etwas verdeckt oder auf- gebausckt wird. So ordnet man z. B. die Vordertheile in einige tiefe Quer­falten und bringt in der Bütte einen eingereibten Einsatz aus Seide oder abstechendem Stoff an, ober man läßt einen großen Kragen darüber fallen in der Art, wie es Abbildung 1352 zeigt. Am besten läßt sich jedoch diese Blousenform in Verbindung mit einem Koller bringen und ist Figur 1353

No. 1352. Hier ist der Kragen mit bis in die Taille reichenden Enden geschnitten. Diese sind mit einem breiten Spitzeneinsatz besetzt, der sich rings um den Rand des Kragens fortsetzt. Von Brusthöhe an wird er durch drei kleine Verschnürun­

größere Mädchen ein einfaches Kleid herstellen, so ist als Vor­lage Figur 509 angelegent- lichst zu empfehlen, denn sie stellt eine sehr kleidsame, be­sonders zur Selbstanfertigung geeignete Blouse dar. Die Blousentheile sind an ein mit Borten besetztes Kollertheil ge­reiht und ist der vordere Mittelschluß durch eine Längs- salte gedeckt. Kleine Knöpfe bilden noch die übrige^ Aus­stattung.

Auch für Confirmandinnen würde dieses Modell sicher­lich eine sehr kleidsame Form sein.

An Herstellungsmaterial für Kinderkleider sind in der Hauptsache glatte oder klein gemusterte Wollstoffe zu nennen und von groß gemusterten Stoffen sind höchstens Karos verwendbar. Die Garnitur und die Machart der Kleid­chen sei immer einfach und möglichst ungesucht, denn die Kleinen sind an sich reizend genug, sodaß kostbare Kleider und Toilettenattribute voll­ständig überflüssig sind.

Besonders gber achte 'inan ja auf eine tadellose Bear­beitung und einen dürfen Zu­schnitt, denn diese machen in Kinderkleides aus.

der beste Beweis dafür. Sie veran­schaulicht ein dunkles Wollkleid mit Bordenbesatz. Das Koller besteht aus hellerer, gefalteter Seide uns» ist der Ansatz mit in Bogen gesetzten, mehrfachen Reihen von Borden besetzt. Gleiche Bordenverzierung umrandet die Epauletten.

Will man jedoch für

ffleboction: «. Echehda. Druck und «erlag der Brühfschen UniverfitätS-Buck- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.