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Unser tägliches Brod?)
Die Muttermilch erhält diejenigen Nährstoffe, mit denen der ins Leben tretende Mensch seinen Organismus aufbaut. Naturgemäß können daher nur diejenigen Nahrungsmittel dem Menschen zuträglich sein, welche in ihrer Zusammensetzung mit der Muttermilch gleichartig sind. Alle Lbrigen Substanzen, sagt Dr. Koppe-Moskau, müssen wir als Fremdkörper ansehen, welche den normalen Lebensprozeß hemmen.
Nahrungsmittel mit einem Nährstoff, der annähernd der Muttermilch gleichkommt, nennen wir vollständige Nahrungsmittel. Unser heuriges Brod ist jedoch ein ‘ unvollständiges Nahrungsmittel, und nur reichliche Ergänzungen durch Fleisch und Fett vermögen den Mangel auszugleichen.
Wer sich gesund erhalten will, muß neben diesem sast- und kraftlosen Brod Fleisch und Fett genießen. Ist das aber notwendig, so kann das Brod keinen Anspruch auf den Namen Volksnahrungsmittel machen.
Wir muffen uns daher nach einem anderen Brod umschauen. Schon in unserem Artikel: „Warum sparen wir nicht?" haben wir darauf aufmerksam gemacht, daß das Steinmetzbrod nicht nur ein vollwerthiges, schmackhaftes Nahrungsmittel ist, sondern daß wir bei einem allgemeinen Genuß^ desselben 170 Milloneu Mark ersparen würden. Zum steinmetzbrod wird ein auf besondere Art gebeuteltes Mehl aus vollem Korn, das nur von der Strohhülse befreit und durch Wasser gereinigt wird, sonst aber die ganzen fein aufgeschlossenen Nährstoffe des Getreides enthält, verwandt. Pfarrer Kneipp in Wöcishofen erklärte, daß das Steinmetz'sche Kraftmehl- und -Brod ganz dasjenige Mehl und Brod sei, wie er es in allen seinen Schriften und Vorträgen empfohlen habe. Dr. F. Elsner, vereidigter Sachverständiger bei dem Amtsgericht Leipzig, urtheilte über dasselbe folgender- maßen:
r...-"35“6 verfahre« des Stephan Steinmetz ist als ein höchst rationelles zu bezeichnen, weil nach diesem nur die unverdauliche, holzige Hülse entfernt wird, die ganze Menge des unter ihr befindlichen Klebers aber dem Mehl erhalten bleibt.
Das aus diesem Mehl hergestellte Brod ist nicht nur wohlschmeckend und leicht verdaulich, sondern es enthält auch sämmtliche Nährstoffe des Getreides in einer geradezu idealen Zusammensetzung,- das Gehalt an Eiweißstoffen ist halb so groß, wie im Fleisch. Die Nährwertheinheiten (für Eiweiß- W 5/ für Kohlehydrate = 1) betragen für gewöhn- licheS Brod, «ach der älteren Methode bereitet, mit 7 pCt. Elweißstoffen und 47 PCt. Kohlehydraten (35 + 47 =) d2; föt das nach dem Steinmetz'fchen Verfahren aus drei Theilen Moggen und ein Theil Weizen bereitete Brod (56 -j- 43 =) 90 unh es unterliegt keinem Zweifel, daß bei Verwendung eines sehr stickstoffreichen Getreides ein noch günstigeres Verhältniß heraussprlngen kann. Das Steinmetz'sche Nährbrod ist somit als Jüealbrod der Zukunft zu begrüßen."
Diejenigen, die sich für das Enthülsungsverfahren des Erfinders interesfiren, mögen sich an Herrn Stephan Steinmetz ln Leipzig-Gohlis wenden. Wer Steinmetzbrod oder -Mehl^ aus dem sich unter Zusatz von Salz und Fett herrliche Speisen aller Art bereiten lassen, probiren will, lasse fich ein Probepostpacket zum Preise von 1.50 Mark von öEi« E-sinder oder seinen Niederlagen in Leipzig, Sagan, Efiretikon (Schweiz) kommen. Bäckern, Gastwirthen und Kaufleuten rathen wir zur Uebernahine von Niederlagen, da in kurzer Zeit daS Steinmetzbrod und -Mehl bald sehr begehrt sein werden.
Aus dem „Practischen Wegweiser", Würzburg, einer sehr empfehlenswerthen Familienzeitschrift ^Abonnement 30 Pfennig viertel - Mrlich.)
Gemeinnützige».
Eine hübsche grüne Hängelampe. Im Winter ist man immer sehr froh, um jeden, wenn auch kleinen, grünen Zimmerschmuck. Bekannt find nun die verschiedenen Verzierungen, welche man mit Kresse mitten im Winter bildet, grüne Flaschen re. Weniger bekannt sind dagegen die hübschen Verzierungen, die man mit der krausen Gartenkresse bilden kann. Hierzu können die alten Waschschwämme, welche man sonst nicht mehr benützt, verwendet werden. Wenn dieselben vorerst in Milch getaucht und alle größeren Oeffnungen mit etwas Erde und Moos aufgeiüllt, dann mit Samen von krauser Gartenkreffe gespickt und gleichmäßig feucht gehalten werden, überziehen sie sich im warmen Zimmer in wenigen Tagen mit dem schönsten Grün und bilden zierliche Hängelampen.
Gießen mit warmem Regen- oder Schneewasser zu jetziger Zeit lohnen unsere Z-mmerpflanzen durch reichlichen Blumenflor. Namentlich die Primeln, Calcolarien und Cinerarien, Cyclamen und andere Winterblüher lieben recht warmes Wasser, daß man kaum die Hand hineinhalten kann. Wenn man kein Regen- oder Schneewasser hat, so thut es auch sonst gewärmtes oder bester, vorher gesottenes und wieder abgekühltes Wasser. Etwas Straßenmist in einem Säckchen in das warme Wasser gelegt, ist natürlich noch besonders vortheilhaft für die Pflanzen, welche üppig wachsen und reichlich blühen, namentlich wenn sie in verhältnißmäßig kleinen Töpfen stehen.
Wie kann man spare«. Auf ein von der Familien- zeitschrifr „Bon Haus zu Haus" in Leipzig erlassenes Preis- ausichreiben ging unter Anderen folgende beachtenswerthe Beantwortung seitens einer Abonnentin ein, die durch einen Preis ausgezeichnet wurde. Die Herstellung und Instandhaltung der Garderobe schneidet oft recht empfindlich ins wirthschaftliche Budget, namentlich, wenn man auch nicht gerade hoch- so doch ein bischen modern sein möchte und die Sachen außer dem Hause unfertigen lassen muß. Nun erlernen zwar viele Damen das perseete Kleidermachen in Lehrinstituten und Frauenarbeitsschulen. Aber Wenns drauf und dran kommt, haben sie nicht den Muth, in die um theures Geld erworbenen Stoffe einmal beherzt einzuschneiden, da sie eben kein Selbstvertrauen haben und oft nicht die zuverlässigen Schnittmuster besitzen. Die mefften wissen sehr wohl, welche Ersparniß erzielt wird, wenn man in der Lage ist, seine Garderobe ober doch Hauskleider und gewöhnliche Costüme selbst anzufertigen, bczw. wenigstens zu moderni- siren. Seit einigen Jahren betreiben nun angesichts eines notorischen Bedürfnisses renommirte Firmen in Großstädten die Herstellung und den Versandt von Schnittmodellen zur Anfertigung eleganter und practischer Damen- und Kindergarderobe. Als em sehr vertrauenswürdiges Etablissement dieser Art möchte ich den Leserinnen d. Bl. die Internationale Schnütmanufactur in Dresden-N. empfehlen. Ihre Muster und Modelle zeichnen sich namentlich durch ungemein leichte Verwendbarkeit, modernsten Chic, vorzüglichen Sitz und große Preiswürdigkeit, ja frappante Billigkeit aus. Man erkennt bei ih em Gebrauch sofort, daß es keine Phantasiestücke, — am Zeichentisch erdacht und unerprobt in die Welt gesandt sind, sondern daß sie aus erprobter practischer Arbeit hervorgegangen und sich bewährt haben. Wenn man in Betracht zieht, daß beim Selbstanfertigen von Kleidern mit Hilfe dieser Schnittmuster ganz wesentliche Ersparnisse erzielt werden können, so werden diese noch erhöht dadurch, daß mancher vielleicht schon gebrauchte Stoff, dessen Neuverarbeitung durch die Schneiderin sich nicht lohnt, vielleicht für Hauscostüme oder Krnderkleider noch zweckentsprechend Verwendung findet. Zur genauen Orientirung dient ein reichhaltiges Moden-Album und Schnittmusterbuch, welches von der Schnitimanufactur-Drcsden zum Preise von 50 Pfg. — in Marken — überall hin versendet wird.


