Sonntag den 18. Februar
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MA^ichte nie den Werth des Menschen '•iwT Schnell nach einer kurzen Stunde! '■'V® Oben sind bewegte Wellen, Doch die Perle liegt am Grunde.
O. v
Muttersohn. •
Roman von Arthur Zapp.
(Fortsetzung.)
Wieder nahm er die Kneifzange zur Hand, die er schon vorher so angelegentlich betrachtet hatte, und heftete mit einer Hartnäckigkeit seinen Blick darauf, als ob er etwas besonders Interessantes an dem einfachen Instrument fände. Carl stand seitwärts von seinem Bruder) sein Gesicht hatte sich jäh versärbt, seine Augenbrauen waren ganz dicht nebeneinander gerückt.
„Soll das heißen," sagte er mit dumpf grollender Stimme, „daß Du meine Anwesenheit auf Deiner Hochzeit nicht wünschest?"
„Aber Carl, ich bitte Dich," beeilte sich Otto zu versichern, „wie kannst Du denken? Ich als Dein Bruder, ich sollte nicht wünschen . . . ? Wer steht mir denn näher als Du und die Eltern?"
„Also Dein Schwiegervater?"
„Hat er Dir nicht eine Einladung geschickt?"
„Freilich, das hat er. Pro forma! Das war er der Familie schuldig. Aber es wäre ihm wahrscheinlich nicht ganz unlieb, wenn ich abschriebe?"
Carl sah den Bruder an mit einem Blick, der auf dem Grund seiner Seele lesen sollte. Aber Otto schien mit seinen Augen von dem Werkzeug in seiner Hand nicht loskommen zu können.
„Er meinte nur," gab er zurück, während er die Kneifzange wiederholt angelegentlich von allen Seiten betrachtete, „er meinte nur, es wäre Dir vielleicht peinlich, mit dem einen oder anderen der Gäste zusammenzutrcffen. Da ist z. B. Landgerichtsrath Kurth . . ."
„Landgerichtsrath Kurth?"
„Einer der Räthe der zweiten Strafkammer, die damals . . . damals . . . in Dein . . . Deinem . . ."
, Die Worte kamen so langsam und gepreßt aus dem - Munde des Sprechenden, als bereite es ihm eine furchtbare Mühe, sie herauszubringen. Zum Glück nahm ihm Carl die Qual des Weitersprechens ab.
„Ich verstehe," fiel er hastig ein, „sage Deinem Schwiegervater, er könne ganz beruhigt sein, ich komme nicht."
Otto stieß einen Laut aus, dem nicht genau anzuhören war, ob es ein Seufzer des Bedauerns oder der Erleichterung war.
„Aber Deine Frau kommt doch?" fügte er in verbindlichem Tone hinzu.
„Nein!"
„Aber warum denn nicht? Mutter könnte sie ja abholen und unter ihre Fittiche nehmen."
„Nein!" es klang scharf und bestimmt. „Niemand von uns wird Dich und Deinen Schwiegervater compro- mittiren."
Otto ließ die Kneifzange auf den Tisch zurückfallen. Es war eine sehr peinliche Empfindung, die sich in seinen zuckenden Mienen ausprägte.
„Nun sprichst Du wieder so," stotterte er, „davon ist doch gar nicht die Rede. Mein Schwiegervater meinte ja nur . . . in Deinem Interesse, er glaubt ja nur, daß es Dir selbst unangenehm wäre . . ."
Carl winkte mit einer heftigen Bewegung der Hand ab. „Schon gut! Zu entschuldigen brauchst Du Dich nicht." Er drehte sich nach der einen Seite um, ergriff einen schweren Hammer und begann auf ein Stück Zink, das er in den Schraubstock vor sich gezwängt hatte, eifrig loszuschlagen. Otto stand abwartend zur Seite- in dem Läim, den das Hämmern verursachte, konnte er sich nicht verständlich machen. Und doch hätte er noch gern etwas gesagt. Endlich trat er dicht an Carl heran und streckte ihm die Hand entgegen. Carl mußte wohl oder übel zu hämmern aufhören. Er berührte Ottos Hand flüchtig mit seinen Fingerspitzen.
„Adieu, Carl!" sagte Otto, „nimm mir meine Offenheit nicht übel. Wenn's nur auf mich ankäme! Du weißt doch, was ich von Dir halte und wie sehr ich Dir zu Dank ver ..." ,
Carl hatte mit dem Kopf abwehrend geschüttelt. Nun ergriff er wieder seinen Hammer und hämmerte mächtig darauf los. Erst als er die Thür hinter dem Davongehenden in's Schloß fallen hörte, ließ er ab. Er schleuderte den
. Leixner.


