Ausgabe 
11.6.1898
 
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(Fortsetzung folgt.)

Die

Uniform der Offiziere ist sehr'kleidsam Rock aus

Segeltuch mit heruntergeschlagenem Kragen, versilberten Knöpfen, blauen Schnüren am Kragen sowie weißen Bein- netoern. K r--?r ~ -

der heißen Tageszeit tragen sie den weißen Tropenhelm, Abends eine Mütze von deutscher Form in weißer Leinwand mit einem galonirten Bande. Diese ist ungemein praktisch und eignet sich für die afrikanische Hitze, da die dunklen wollenen Kleider furchtbar heiß sind. Auf den Schultern tragen sie Achselklappen mit vergoldeten Sternen, je nach dem Grade der Offiziere, bis zum Caprtän, und höher hinauf dicke Tressen. Die Parade­uniform unterscheidet sich nur durch einen silbernen Gürtel an Stelle des schwarzen und eine kleine silberne Schnalle welche an der rechten Schulter befestigt ist. Von allen Be-

^e^°rna? besteht aus männlichen und weiblichen Hilfskräften, besonders aus Krankenpflegerinnen, welche, ohne gerade Schwestern zu sein, die Kranken mit Aufopferung Pflegen. Verschiedene Aerzte sind an der Anstalt thätig 9

Ä der Stadt befindet sich ein zweites Spital für die Eingeborenen. Auch dieses, natürlich weit werüger prächtig eingerichtet, ist sehr reinlich gehalten und macht einen angenehmen Eindruck.

Beamten, sowohl die Civil- wie Militär-Beamte, wohnen rn hübschen,, großen Häusern, wo ein Jeder mindestens Mei, zuweilen drei gut möblirte Zimmer besitzt. Mehrere Baderraume mit Douchen befinden sich in jedem Hause.

In den Hauptstraßen der Stadt dürfen die Einwohner die Hauser nur aus Stein in Etagen bauen, dagegen bestehen aderen Straßen die Häuser nur aus dem Erd­geschoß, und diejenigen der Eingeborenen sind getünchte Lehm­bauten mit einer kleinen Veranda vor der Front.

Mllten in der Stadt liegt das Marktgebäude: ein großes Dach, welches auf Reihen von massiven Säulen ruht. Man findet hier Alles, von dem Viertel Ochsen an bis zum einheimischen Gemüse. Der Markt ist von der Regierung an einen Unternehmer für eine gewisse Zeit verpachtet.

Die Straßen sind lang, breit und gerade, da man aus dem Vollen geschöpft hat. Sie sind sämmtlich mit Bäumen Straßedener ^pflanzt, jedoch mit den gleichen in jeder m ^^u^teriecaserne liegt am Ende der Stadt, in der Rachbarschaft des Eingeborenen-Viertels. Weitläufige Ge­bäude, welche nur aus einem Stockwerk bestehen, mit breiten Veranden in Stein, ziehen sich um einen großen Hof herum. Dort können Mei Compagnien untergebracht werden. Jeder verheiratete Soldat hat sein Zimmer. Alles ist sehr rein und gut unterhalten. Seitwärts vom Eingang befindet sich ein mehrstöckiges Gebäude für die europäischen Unteroffiziere und das Magazin, und als Pendant ein anderes mit der Polizeiwache, dem Waffenmagazin und dem Artilleriedepot. Mitten im Hofe ist, um Feuersbrünste zu vermeiden, und au^ gesundheitlichen Rücksichten, die gewaltige Küche, wo die Soldaten ihre Mahlzeiten kochen müssen.

Die Truppe, aus Manhema, den Eingeborenen, und Sudanesen bestehend, trägt eine Uniform aus Heller Leinwand mit Kupferknöpfen, einen langen Waffenrock, welcher in der Mitte durch einen Gürtel zusammengehalten wird, eine kurze & U"s. Schuhe, alles ohne weitere Verzierung. Als Kop bedeckung dient eine hohe, runde Kappe mit einem Nackenschleier aus derselben Leinwand wie die Uniform. Die Mannschaften sind mit dem Mausergewehr alten Kalibers

Elches an hellem Lederzeug getragen wird, ein Brodsack in wasserdichter Leinwand wird über der Schulter getragen. Die Truppe sieht vorzüglich aus und ererzirt ,eyr gut. 0

Dar-es-Salaam.

Nachfolgende Schilderung von Dar-es-Salaam entstammt derFeder,einescongostaatlichenOffiziers, desLieutenantsHecq, 1U£9ft" ber Küste nach dem Tanganyika-See auf- 9^°cheu ist. Wenn auch der inLa Belgique Coloniale ffentlichte Bericht in einigen Punkten incorrcct ist, so beansprucht er doch als das Urtheil eines unparteiischen Mannes eine gewisse Bedeutung. Der Verfasser schreibt: , »»ton gelangt nach Dar-es-Salaam durch einen ncttür= bieetimGSr^?erfin e?:r 9ro6e Stützte Bucht mündet, bioe ^IbJ.yetJe geformt ist und von einer Reihe großer h?JQrlter ^üuude mit flachen Dächern umgeben wird, welche derselben einen imposanten Anstrich geben. Eine schiefe Ebene,

Steinen gebaut ist, führt zum Pier, wo ff6 unbr etnIaben können und wohin selbst schwere Lastwagen leicht gelangen. 1 H

Eifler Allee, auf einer großen Terrasse von ^/ömSteinen, mit dem Ausblick auf das Meer, erhebt sich d °^erneurs in einer sehr weitläufigen Anlage,

die sich im Viereck um einen großen, halbbedeckten Hof herum- zieht, mit einem großen Bassin von künstlichem Felsen, Blumen, Springbrunnen u. s. w. in der Mitte. Um die erste Etage zieht sich eine hölzerne Gallerie herum, zu welcher die Treppen von außen heraufführen. Die Villa selbst ist mit allem möglichen europäischen Comfort ausgestattet.

c^r ®ieJ" ?°^^S°laam in der kurzen Zeit von neun ber Gründung der Station erzielten Resultate s^"b ivirklich wunderbar, besonders wenn man das geringe Budget der Colon,e in Anschlag bringt, welches zwischen 3% und 4 Millionen Mark pro Jahr schwankt. Damals 9ab. nur vier Hauser, darunter eine arabische Boma und drei Gebäude in demselben Stil, die heute noch vorhanden sind. Heute steht hier em- vollständige Stadt.

r,_ b^^H°"pkgebüude herum und hinter ihnen erstreckt sich em wirklicher Park, von breiten Alleen durchzogen und n kleine b umenbesetzte Squares eingetheilt, welche das Ver- suchsfeld für die verschiedensten Pflanzen bilden. Bedeutende Kaffeepflanzungen sind im Innern angelegt, besonders in Tanga, wo dieselben gut vorwärts kommen.

Auf einem der Squares befinden sich meteorologische Instrumente. . Hinter dem Park liegt die Meierei mit ge- räumigen Ställen, in welchen zahlreiches Hornvieh, Pferde, Maulesel und Esel stehen, mit denen Versuche von Kreuzungen Alle Thiere, deren es eine große Anzahl gtebt, sind m bester Verfassung und vorzüglich gepflegt. Die Wagen, Pfluge, eine Sattelkammer u. s. w. befinden sich unter einem offenen Schuppen.

In den Gebäuden der Meierei befindet sich ein Wind­motor, welcher die Brunnen der Station mit vorzüglichem Wasser versorgt. 0 ö 1

Weiter weg, am Rande des Meeres, erhebt sich das Krankenhaus, ein geräumiges Gebäude im orientalischen Stil, mit einem Comfort und einer Ausstattung versehen, sowie mit einer peinlichen Sauberkeit gehalten, an der sich manches europäische Krankenhaus ein Muster nehmen könnte. Das. selbe ist in zwei Classen eingetheilt, deren erste so hübsch aussieht, daß man ordentlich Lust bekommt, krank zu werden und sich hier pflegen zu lassen. Die Küche liegt außerhalb, un! ben Arrlch zu vermeiden, wie überhaupt alles mit den : flWBten Verbesserungen eingerichtet worden ist. Man war wahrend meines Besuches gerade dabei, das Mittagessen zu !

9r . Schüsseln für die Kranken standen auf dem °us hübschem verziertem Porcellan, nennen toar auS weißem Metall, fast luxuriös zu

ess, fe SlSfr w

Er Sechzehnjährigen- mit freundlichem Zuspruch lafftm"b^er feinen Liebling, ihn mit Thea allein zu