Ausgabe 
10.5.1898
 
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Die obere dieser

No. 1210.

No. 1212

No. 1213.

No. 1211.

was nach der Wintermode erwarten war.

Figur.

Diese Art Jackets gibt Gelegenheit zu den meisten Variationen, denn die Revers können aus das Verschiedenste umgestaltet wer­den, und es gilt der Satz: Je eigenartiger, desto moderner. Häufig ist der dazu gehörige Kragen in gleich eigenartiger Form geschnitten oder geschlitzt und findet man ihn gleich oft als Umlegekragen wie als hochstehenden

Eine andere bemerkenswerthe Er­scheinung sind die durchgängig kurzen Schößchen. Sie sind ganz eng und hinten mit Haken oder auch geschlitzt.

Letztere Art Schößchen sind mei­stens den noch viel getragenen Blonsen- jackets angesetzt. Man hat auf diese Blousenjackets noch immer sehr viel Mühe und Fantasie verwendet, wenngleich man in letzter Saison die Erfahrung machen mußte, daß sie nur für die wenigsten Figuren kleidsam sind. Besonders der überfallende Rücken wirkt oft wenig schön, weshalb man diese Jackets neuerdings mit anliegendem Rücken und nur blou- ftgem Vordertheil angefertigt. Die Aus­stattung der Blousenjackets gleicht der­jenigen der übrigen und ist hier als bevorzugte Garnitur die Quergarnitur zu bezeichnen, welche in glatt oder wellig auf gesetzter Soutache oder in gleicher Weise angebrachten erhabenen Schnur­steppereien besteht. Besonders letztere sind eine nicht zu übersehende Mode-

Pelerinen ist mit einemS treifen schwarzen Monses besetzt, welcher auch die Reversklappen deckt. Der Umlegekragen hin­gegen ist mit Sammt bekleidet. Alle Ränder des Kragens, der Pelerinen, sowie vorn herunter sind mit öfachen Steppreihen verziert.

Diese Zusammenstellung von Fagonkragen mit der kurzen Pelerine ist im Großen und Ganzen als characteristisch für die diesjährigen Regen­mäntel zu bezeichnen, denn man findet sie in den ver- schiednesten Variationen.

Trotz Jackets und Regen­mänteln besteht jedoch das

Stuartkrageu. ,

Die geschlossenen Jacken sind größtentheils einfacher gehalten, wenngleich es auch hier an reich soutachirten und besetzten Exemplaren nicht fehlt. Meistens sind sie jedoch mit kleinem Umlegekragen und Revers gearbeitet und ein- ober zweireihig geknöpft. Besonders die ein­reihig in der Mitte geknöpften Jackets sind sehr viel zu sehen. Alle diese Jackets aber sind nur im Rücken anliegend, vorn dagegen lose, 'der anliegenden Jackets eigentlich Nicht zu

Wenn man zur Zeit die Schaufenster der Großstädte betrachtet, so sieht man fast ein getreues Spiegelbild der Farbenpracht, welche der Frühling draußen in der Natur zeigt. Bunte, blumengeschmuckte sommer- hüte, Sommerstoffe und vor allen Dingen Frühjahrseonfeetion aller Art bietet sich in Hellen Farben und neuartigen Ausführungen unserem Blicke dar. Auffallend ist bei Letzteren die außerordentliche Auswahl tn ^ackets jeder Art und Ausführung.

Offene und geschlossene, anliegende und lose, einfache und reich garnirte, kurze und lange Jackets, kurz, alle Arten sind vertreten. Arn 8 meisten sieht man die kurzen Jacken mit

anliegendem Rücken und losen, offenen Vor- dertheilen mit breiten, fantastisch geformten Revers wie No. 1210 eines veranschaulicht. Die Revers an demselben sind mit schmalen Morieestreisen und Soutache besetzt. Letztere umgibt auch den unteren Rand ringsum und formt die oberste Reihe je in der Mitte des Vordertheils eine kleine, in die Höhe strebende

Blouson nachgeahmten Blousenmäntel. Dieselben dürsten allerdings nur an ganz jugendlich schlanken Gestalten hübsch aussehen, weshalb man diese Mäntel auch nach Art von Abbildung No. 1211 umäüdert. Es zeigt dies einen fast anliegenden doppelreihig zu knöpfenden Mantel mit mit Gürtel. Am Hals schließt er mit Umlegekragen und Revers ab, unter denen eine kleine, doppelte Pelerine herabfällt.

IrHjahrsnmHeitm in Damen-Meverkleidern, bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationale« Schnittmannfaetnr, DresVen Reichhaltiges Modenalbum und Schuittmusterbnch für 50 Pfg. daselbst erhältlich.

«edaction: I. «.: Hermann Elle. Druck und «erlag der «rühl'schen UniverfitätS-Buch. und Steinbruderei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.

Cape auch diesen Sommer ) noch zu Recht, wenngleich sein VX Terrain durch die endgültig \ entschiedene Aermelfrage etwas geschmälert worden ist. Aber W die Capes, besonders die duftigen Gebilde aus Chiffon sind ein zu elegantes und dabei _

bequemes Toilettenrequisit, als daß man dieser Mode ohne Weiteres entsagen könnte. Und so sieht man denn diese kurzen Kragen aus plissirtem schwarzen Ch-sson in den denkbar verschiedensten Variationen. Die hierbei am meisten wiederkehrende Ausstattung ist diejenige von Perlen. Besonders ganz aus Perlen bestehende Sättel, und schmale, die Ränder umsäumende Perlenbesätze sind sehr beliebt. Eine der hauptsächlichsten Variationen dieser leichten, mehr zum Schmuck dienenden Umhänge be­steht in der Verschmelzung des Cape mit dem kurzen Bolerojäckchen, woraus das Bolero- cape entsteht. Abbildung No. 1212 veran­schaulicht ein solches aus schwarzer Seide und plissirtem schwarzen Chiffoncrepp bestehend. Das kurze, nur bis zum Taillen­schluß reichende Jäckchen ist aus Seide gefertigt und mit Breiten Perlenstreisen garnirt. Die gleichfalls aus Seide bestehenden Ftügelärmel sind mit plissirten Chiffon be­deckt, wodurch das Ganze sein duftiges und elegantes Ansehen erhält. Am Hals schließt das Jäckchen mit einem hohen, spitzenbesetzten ©tuarttragen ab. Diese hochstehenden Hals­garnituren sind übrigens noch ausnahmslos an allen diesen Kragen zu finden und höch­stens bann unb wann eine Ausnahme. Dieselben weisen im Großen und Ganzen wenig Veränderungen auf und könnte man höchstens die nur am unteren Rand angesetzten Serpentinevolants als speeielle Neuheit be­zeichnen, während Material und Ausstattung die gleichen sind, wie bei den Jackets.

Zum Schluß noch einige Worte über die Jackencostüme. Dieselben scheinen noch immer mehr in Aufnahme zu kommen. Die Röcke derselben zeigen durchweg glatten Schnitt und sind höchstens ganz diseret mit Borten garnirt. Die Jacken hingegen weisen sämmtliche auch für Jackets übliche Formen auf. So veranschaulicht unsere Abbildung No. 1213 ein Costüm mit Blousenjack.. Diese ist mit bis in die Taille reichenden Shawlrevers ausgestattet und öffnet sich über einem Chemisett aus Spitzen. Die übrige Ausstattung besteht aus breiten, wellenförmig aufgesetzten Borten, welche an jeder Seite von gleichfarbigem Soutacheschnürchen flankirt sind. Der Rock ist auf gleiche Weise aus­gestattet und ist im Uebrigen die Anordnung der Borten auS der Abbildung ersichtlich.

Neuheit. _ _ , 1 =

Als moderne Farben für Jackets sind in erster Linie Hellgrau, Hellbeige und Schwarz zu bezeichnen und liebt man es, die hellgrauen und sandfarbenen Stoffe mit Weiß zu garniren.

Auch die übrigen schon im Winter so außerordentlich beliebt gewesenen Soutache- und Bortenbesätze werden noch immer sehr viel, angewendet. Dieselben breiten sich allerdings nicht mehr über den ganzen Rumpf aus, sondern sind zumeist nur als Kant n- abschlüsse und Nahtverzierungen angebracht. So findet man z. B. tiaupg die seitlichen Nückennähte derartig mit Borten besetzt, welche aber nicht bis ans Armloch reiche», sondern ungefähr auf der Mitte der Schulter­blätter mit einem kleinen Motiv abschließen. Auch Kragen und Aufschläge werden viel mit Borten und Applikationen ausgestattet.

Auch in Regenmänteln findet man neben den altbewährten Hohen- zollernmänteln einige auffallende Neuheiten. Es sind dies die den russischen

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