IsifttMi öerseltm n»ch nicht die SMcfe esties gewöhnlichen Stecknadelkopfer erreichten. E« scheiterte euch dieser Erfolg wie alle früheren.
Der Werth eines Diamanten hängt von seiner Reinheit und seiner Größe ab. Die meisten Diamanten sind farblos, wasserhell; doch giebt eS auch gefärbte, gelbe, braune, selten schwarze, blaue und rosenrothe. Auch diese gefärbten Steine können unter Umständen einen großen Werth haben, wenn ihr Glanz besonders gut ist. Der' Diamant besitzt den höchsten Glanz, den bekannten Diamant- glanz. Ferner hat er eine so starke lichtbrechende Kraft, daß er das schöne, großartige Farbenspiel zeigt, das um so wundervoller ist, je vollkommener farblos-durchsichtig der Stein ist. Die Durchsichtigkeit des Diamanten nennt man „das Wasser" und das Farbenspiel „das Feuer."
Das Gewicht, nach welchem der Diamant verkauft wird, ist das „Karat". Das Karat ist gleich 0,205 Gramm oder 205 Milligramm. Brasilien hat Diamanten geliefert bi» zu 200 Karat, Griqualand bis zu 400, doch waren letztere nicht von tadelloser Reinheit.
Die größten Diamanten sind: Orlow, der 194»/, Karat besitzt und sich in der Spitze des russischen Scepters befindet. Dann folgt der Kohinoor mit 186 Karat, jetzt im Besitze der englischen Krone. Der Regent mit 136 Karat, im Schatze von Frankreich, soll ein wunderbar reiner Stein sein, man schätzt seinen Werth auf 12 bis 15 Millionen Franken.
In früheren Zeiten gab man den Sclaven, welche so glücklich, einen Diamanten von 17 Karat zu finden, die Freiheit und belohnte sie auch reichlich, was die Herren auch sehr gut konnten, da sie ungeheure Summen durch ihre Leute gewannen. So hat beispielsweise die Portugiesische Regierung in den Jahren von 1780 bis 1820 für 550 Millionen Thaler Diamanten gewonnen. Die Krone von Portugal besitzt auch heute noch einen werthvollen Stein au« Brasilien, der 86 Karat hat.
Der Diamant hat eine sehr große Härte, aber keine große Festigkeit, er ist vielmehr sehr spröde, so daß er ohne Schwierigkeit zerschlagen und im Stahlmörser zerstoßen werden kann. Da er von keinem anderen zum Schleifen der Edelsteine dienenden Körper geritzt wird, und das ihn ritzende Bor noch seltener und theuerer als das Diamantpulver ist, so wird der Diamant mit seinem eigenen Pulver geschliffen. Man bereitet dieses Pulver im Stahlmörser aus sonst nicht verwendbaren Diamanten und aus den Abfällen, die vom Spalten des Steines herrühren. Bor dem Schleiien wird nämlich häufig dem Diamanten durch Spalten mit dem Stahlmeißel eine regelmäßige Gestalt gegeben. Das Schleifen geschieht wie das Poliren auf einer Scheibe von weichem Stahl, welche sich horizontal mit großer Geschwindigkeit um ihre Achse dreht und auf welche man da» Diamantenpulver mit etwas Olivenöl bringt. Zum Schleifen und Facettiren wird das gröbere, zum Poliren das feinere Pulver genommen. Die Diamanten werden, ein« gekittet in einem Halter, an die Scheibe gedrückt, bald stärker, bald schwächer, wodurch das Schleifen bewerkstelligt wird. Bocher ist der Stein genau gewogen worden und nachher werden Stein und Staub nochmals gewogen, damit keine Unredlichkeiten Vorkommen können.
Die großartigsten Diamant-Schleifereien befinden sich in Amsterdam. Die Gestalt, welche den Diamanten durch Schleifen gegeben wird, ist verschieden, doch die gebräuchlichsten sind die Rosetten- und die Brillantenform.
Die geschätzteste ist die letztere, und der Brillant wird stets ä jour gefaßt, das heißt, er ist oben und unten frei, so daß der Stein also nur in der Mitte von der Fassung gehalten wird.
Der Erfinder der Kunst, Diamanten zu schleifen, war
88 -
Ludwig v»n Berguen. Gchvn „im Hechre IM trat et mit seiner Erfindung Herder, die jetzt se vielen Mensche« einen sehr auskömmlichen Verdienst giebt.
Gemeinnütziges.
Weiße «och «tcht gestrichene Fußböden streicht man, wie der „Praktische Wegweiser", Würzburg, schreibt, folgendermaßen sehr billig und dauerhaft an: Man nimmt die grünen äußeren Schalen von der Welschnuß ab, kocht diese in einem großen Topf, mit sehr viel Soda, ganz weich, dann gibt man das Gekochte in einen Kübel, drückt eS zu Muß, thut noch etwas warmes Wasser daran, seiht die Masse durch und mit dieser sehr dunklen Flüssigkeit wäscht man den weißen Boden ein, läßt ihn trocknen, wiederholt das Einwaschen und läßt ihn wieder gut trocknen. Dann wird der Boden mit gekochtem Leinöl, das warm gehalten werden muß, mit einem wollenen Lappen eingerieben, läßt ihn trocknen und ölt nochmals. Der Boden steht dann auS wie von Eichenholz und tritt sich nicht so ab wie die Oel- farbe. Er muß aber jedes Jahr einmal nachgeölt werden. An die Nußschalenbeize wird nach Gutdünken etwas terra de Siena gerührt.
* * *
Auch mit geringen Mittel« eine wohlschmeckende und nahrhafte Kost zn biete«, lehren die Haushaltungsschulen, die bereits in einer großen Reihe deutscher Städte ihre segensreiche Wirksamkeit ausüben. Wohlgeschmack und Nahrhaftigkeit, das sind die Grundbedingungen der rationellen Kochkunst, und die Möglichkeit, sie zu erfüllen, hat Liebigs Fleisch -Extraet um ein Wesentliches erleichtert. Es bietet daS Mittel zur Bereitung guter, kräftiger Suppen, während das theuere frische Fleisch gebraten oder gedämpft auf den Tisch kommt, und es verbessert unzählige Speisen, in erster Linie Gemüse und namentlich Hülsenfrüchte im Geschmack und in der Bekömmlichkeit. Zur Verwerthung der Fleischreste, Abfälle, Knochen re. ist es unschätzbar.
* * ♦
Schmeichelkätzchen. Guter Rock und glatte, rund- ausgeschnittene Taille von weißem Atlas, der ziemlich kurze Rock mit Katzenköpfen garnirt, die sehr geschickt gemalt und dann in bestimmten Zwischenräumen aus den Rock geheftet werden, die Taille am Aermelausschnitt, wie auch am oberen und unteren Rande mit einem weißen Pelzstreifen garnirt. Von den Schultern hängen schwarze Schwänzchen, ebenso werden rechts und links auf der Schulter je ein kleiner Katzenkopf befestigt. Hände und Füße stecken außer in schwarzen Handschuhen und niedrigen Schuhen, noch in weißen Fellche»/ die ersteren reichen bis z«m Ellenbogen, letztere bis zum Rande des Rockes. Auch die Kopfbedeckung und Maske bilden ein Katzengestcht resp. Katzenköpfchen.
♦ * *
Frische Molkensuppe. Frische Molke bringt man aufs Feuer, schneidet ein wenig Weißbrod hinein, rührt etwas Mehl mit süßer Milch an, schüttet es dann hinzu, gibt etwas Salz bei und läßt es kochen. Nun kommt ein Eidotter, etwas Rahm, Zucker und Muskat hinzu. Diese Suppe ist, wie der „Praktische Wegweiser", Würzburg, schreibt, be- onders für Kranke und Genesende sehr zu empfehlen.
♦ * •
Berstänbte oder schmutzig gewordene Gyps- figuren oder Reliefs reinigt man am leichtesten, indem man sie mit dickem Kleister überzieht und so lange der frischen Luft aussetzt, bis der Kleister abfällt und allen Staub und Schmutz mitnimmt.
Rcdaction! 8L E-h-Yda. — Druck uni «erlag der Brühl'schen vniversttätr-Buch- und Stemdruckerei (Pietsch & Scheyda) m «iejen.


