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Geineinnütziges
Itoaction: E. Burkhardt. — Druck und B-rlag der Brühl'scheu UniverfitStS-Buch- und Stemdruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.
Sorgen Sie nicht! Mit der Seekrankheit geht es Einem — wenigstens auf der kurzen Strecke Cuxhaven- Helgoland — wie mit so manchen anderen Dingen: sobald man sie nur fest ins Auge faßt, lächelt man über den Gedanken, daß man sich vor ihr so lange gefürchtet hat. Sie ist, im Grunde genommen, doch ein recht harmloses Ding. Auf den seefesten Dampfern der Ballin-Rhederei, die Ihnen vortreffliche Gelegenheit zur Ueberfahrt bieten werden, ist ie ein seltener Gast.
Aehnlich wie mit dem Schreckbilde der Seekrankheit verhält es sich mit der vielverlästerten „Läster-Allee." Sie ist besser als ihr Ruf. Früher mochte es wohl ein Ereigniß ür die von aller Welt abgeschnittenen ständigen und vorübergehenden Bewohner der Insel sein, wenn ein Schiff neuen Zuzug brachte. Geschah das doch nur zwei Mal in der Woche. Jetzt, wo während der Badesaison täglich mehrere Dampfer Helgoland anlaufen, ist das Interesse für den so häufig gebotenen Anblick landender Fremden naturgemäß erheblich zurückgegangen, und tritt jedenfalls nicht auffallender n die Erscheinung als in anderen Seebädern.
Nordspitze, einstweilen noch unbehelligt vor der Mordluft z einherschweifender Jäger. i
Erst am Nachmittage fliegt von der Düne aus tobt« bringendes Blei in die Lüfte und dann mögen sich Regenpfeifer, Lummen und Möven nur in Acht nehmen. Für ihren Balg hat allemal der trophäenlüsterne Jäger Verwendung, ihre Leiber liefern den unverwöhntesten der genügsamen Fischer eine wohlfeile Geflügelsuppe.
Ich war Zeuge, als ein junger, wohlgenährter Nimrod mit rothen Backen fünfzig Schritte von mir entfernt die Flinte von der Schulter riß, eilfertig lud und auf einen unter Außerachtlassung aller Vorsicht sich im Luftmeer wiegenden Segler der Lüfte anlegte.
Der Schuß krachte.
Gleich darauf flatterte ein todtwunder Vogel ins Wasser und peitschte es mit den Flügeln. In zwei Secunden hatte der Jäger sich der Stiefel und Strümpfe entledigt und watete ins Meer, die arme, zuckende Creatur mit festem Griff erfassend und ans Ufer schleifend. Er harte zweierlei zu Wege gebracht- — anstatt des erhofften Regenpfeifers eine Möve mit grauem Gefieder, ein junges Thier also, auf den Tod getroffen, und mein Gefühl, das solchen Vogelmord verabscheut, verletzt.
Er zuckte gelassen die Achseln, als ich davon sprach. Wir Menschen seien eben verschieden geartet, erklärte er gleichmüthig. Damit hatte er sicher Recht und ich konnte ihn nun, einigermaßen getröstet, mit seiner Beute allein lassen.
Schwerer, als von ihm, wurde mir bald darauf der Abschied von Helgoland und Düne.
Sie ist recht eigentlich das Schmerzenskind der eingeborenen Bevölkerung und derjenigen Badegäste, die nach wiederholten Besuchen auf der romantischen Felseninsel sür die dem Wogendrang unentwegt Trotz bietende Meerkönigin und ihr liebliches Nixchen ein starkes, unausrottbares Gefühl der Anhänglichkeit in der Brust tragen.
Schmerzenskindern, die zu steter Befürchtung Anlaß geben, pflegt man ja ein übervolles Maß sorgender Liebe entgegen zu bringen.
Wiederum stand ich an Deck der sich langsam in Bewegung setzenden „Cobra" und sah auf die schmucken, sauber in der Farbe gehaltenen Holzhäuser des Vorlandes, auf die man von der Südspitze des Felsenplateaus wie auf ein von Kinderhand sorgsam ausgestelltes Nürnberger Spielzeug herabblickt.
Immer weiter entfernte sich das Schiff von dem rothen Eiland und der weißschimmernden Düne drüben.
An jenem Tage war bei einem steifen Nordwest die Brandung so stark, daß die Fährverbindung schon um die Mittagszeit unterbrochen werden mußte. Unablässig stürmten die wild sich bäumenden, weißmähnigen Wogen über die ganze Breite der meistgefährdeten Südspitze hinweg.
Da werden wieder besorgte Blicke von Helgoland hinüber gewandert sein nach der von allen Seiten Angegriffenen.......
Lebt wohl, miteinander, Meerkönigin und Nixchen! Ich habe euch recht von Herzen liebgewonnen und werde eure Schönheit preisen immerdar!
Lebt wohl! Bald wird daS unermeßliche Meer sich trennend zwischen uns legen. Des Sommers Pracht wird dahingehen. Herbstessturm wird euch umbrausen, schaurige Wintersnacht euch umfangen.
Sei's darum! Wenn jener unholde Spuk vorüber- geflogen, wird das Wallen der Deutschen ringsum im Reich nach euren gesegneten Gestaden von Neuem beginnen.
Und dann — sagen wir im Juli oder August — werden auch Sie sich zu der lange ersehnten, aber noch immer ein wenig gefürchteten Meerfahrt entschließen, gnädige Frau!
Die Körperbewegung ist eine Noihwenvigkeii auch für alte Leute. Gymnastische Uebungen, Turnen, Schwimmen, Radfahren, Rudern sind als die besten Mittel anerkannt worden, um die Muskelkräfte zu stählen- diese Uebungen können von Kindern und Leuten im Mannesalter ausgeführt werden, von Greisen aber wohl nur dann, wenn sie sich von jeher an diese Körperbewegungen gewöhnt haben. Es bleibt Leuten von geringer Kö> perkraft nur die Bewegung im Freien übrig- als solche empfiehlt das kürzlich erschienene Werk: „Die Methusalems" oder „Wie sich das menschliche Leben verlängern läßt" (I. M. Richters Verlag, Würzburg, Preis 2 Mark) das Spazierengehen oder auch die Gartenarbeit. Ucber die Art und Weise, wie man gehen soll, schreibt das Buch: Man schreite nach vollstem Maße aus, aber man hüte sich dabei doch, sich überanstrengen zu wollen. Dann sehe man aber auch darauf, nicht aus dem regelmäßigen Schritte zu fallen. Man halte die Kniee dabei so gerade ausgestreckt, als es bequem und ohne Zwang geschehen kann, infolgedessen wird man bei jedem Schritte mit dem Ballen des Fußes auftreten. Die Wade des Fußes ist beim Gehen ein lhätiger Körpertheil, aber Viele verlieren, indem sie beim Gehen ihr Gewicht auf die Kniee und Muskeln des vorderen und oberen Theiles des Fußes werfen, sowohl die Stoß« als auch Springkraft derselben dabei. Solche Leute stehen gewöhnlich mit gebeugten Knieen da und müssen sich anstrengen, die Kniee zu strecken. Die Arme sollten beim Gehen frei geschwungen werden- der Kopf soll hochgehalten und die Brust ausgespannt sein, und dabei sollte man tief aber langsam Athem ziehen. Wenige Leute gehen richtig- aber es ist leicht, es zu erlernen. Und wenn man richtig zu gehen gelernt hat, ist man im Stande, weiter und rascher gehen zu können- man hat dabei einen größeren Genuß, und das Gehen erfüllt dann seine Aufgabe als eine Gesundheit fördernde Leibesbewegung. Die andere hier erwähnte Leibesbewegung für alte Leute wäre Gartenarbeit. Abgesehen von der mehr anstrengenden Bearbeitung des Bodens, giebt es eine Menge anderer kleinerer Ärbeiten in der Behandlung von Blumen, Pflanzen, Gemüsen, Sträuchern und Bäumen, welche eine unerschöpfliche Abwechslung darbieten und neben der körperlichen Beschäftigung gute und kräftige Luft zum Athmen geben, den Geist beschäftigen und Freude und Vergnügen gewähren.


