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Erbsen, Schinken und gesalzenes Fleisch - auf Schaffleisch gekochte Suppe und Reisbrei.
Wir haben es versucht, einiges aus dem Leben der Halligbewohner dem Leser vorzuführen. Auf auch nur annähernde Vollständigkeit machen diese Zeilen keinen Anspruch; denn dafür genügt der Rahmen einer solchen kleinen Arbeit nicht. Wir schließen diese Aufzeichnungen mit folgendem Dichterwort:
D, komm als Gast einst in ein friesisch Haus
Und schau umher in der Bewohner Mitte:
Nicht gern eilt dann dein Fuß ins Weite aus, Dich fesselt bald des Volkes fromme Sitte.
Und hast Du auch manch' fernes Land geseh'n, Du wirst so gern zu meinen Friesen gehn.
(Aus der „Deutschen Rundschau" für Geographie und Statistik, Wien, A. Hartlebens Verlag.)
(gemeinnütziges*
Warnungstafel. Der Gesundheit schädlich sind: 1. Wein aus gekupferten Weinbergen, vor dessen Ankauf wir wieder, wie im Vorjahr eindringlich warnen. Anhaltender Genuß solchen, schon am Geschmack als kupferhaltig erkennbaren Weins muß zu Vergiftungserscheinungen führen. Leider greift der Unfug des Kupferns immer mehr um sich und wird wohl erst aushören, wenn die Erkrankung der Reben an Kupfervergiftung dem Weingärtner die Augen öffnet. 2. Saccharin und alle saccharinhalt'gen Nahrungsmittel und Getränke, weshalb bereits in mehreren Staaten, z. B. Frankreich, verboten. 3. Gebläuter Zucker. Reiner Zucker schadet nie und nirgends, alle Gesundheitsschädigungen durch Zuckersachen rühren, sofern nicht giftige Farben genommen sind, von dem Waschblau (Ultramarin) her, mit welchem die deutschen Zuckerrübenfabrikanten dem weißen Hut- und Würfelzucker ein besseres Aussehen geben wollen. Man verlange in den Kaufläden, Kaffeehäusern, Gasthäusern u. s w. stets ungebläuten Zucker und weise gebläuten mit Entrüstung zurück. Welche Zuckersorten bläuefrei sind, weiß jeder Kaufmann. 4. Lebens mittel in Stanniol verpackt, ganz besonders Käse, Chokolade u. s. f., von der Polizeibehörde in Algier verboten. 5. Sogenannter denaturirter Spiritus ist nicht nur zu Genußzwecken untauglich, sondern wirkt auch als Brennspiritus durch den Giftbeisatz gesundheitsschädlich, weil luftverpestend.
Schneiderei. Eine Neuheit, die jedenfalls eine große Zukunft hat, bringt uns die Weltfirma William Prym in ihren neuen Princeß und Victoria Haken und Oesen. Das Abmessen und Annähen einzelner Haken und Oesen wird dadurch überflüssig. Diese Haken und Oesen bilden eine zusammenhängende Kette, deren Annähen viel Zeit und Mühe erspart, und einen ausgezeichneten, dauerhaften Taillenverschluß unbedingt ergeben muß.
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Schuhsohlen macht man in folgender Weise sehr dauerhaft: Man bestreiche die Sohlen des noch vollständig neuen Schuhwerks tüchtig mit Leinöl, lasse sie über Nacht trocknen und wiederhole dann dieses Verfahren so lange, bis das Soblenleder gar kein Oel mehr aussaugt, was acht bis zehn Tage dauert. Dann läßt man die Schuhe noch gut trocknen, ehe man sie in Gebrauch nimmt. Die Sohlen werden so nicht nur sehr dauerhaft, sondern erweisen sich als wasserdicht bei Regenwetter.
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(Ehrenvolle Auszeichnung.) Auf der Rheinischen westfälischen Kochkunst-Ausstellung zu Elberfeld wurde der durch ihre vorzüglichen Producte rühmlichst bekannten Firma Maggi außer dem Diplom zur goldenen Medaille noch ein
Ehrenpreis, bestehend in einem schweren silbernen Pokal, verliehen. _____________
Vermischtes.
Ein neuer Riefenthurm wird wieder einmal in Amerika geplant, und zwar soll er in Newyork errichtet werden zum Andenken an die Einverleibung der Vorstädte und der Entstehung von „Groß-Newhork". Mit einer Kleinigkeit wollen sich die amerikanischen Ingenieure natürlich nicht abgeben und so soll denn der Niesenthurm eine Höhe von nicht weniger als 526 Metern erhalten, also ein doppelter Gffelthurm werden. Nach dem von Freye entworfenen Plane soll der Thurm ganz aus Stahl gebaut werden und einen zwölfeckigen Querschnitt erhalten, der am Boden einen Durchmesser von etwa 91'/, Metern erhalten soll. An den Thurm soll sich noch der Anbau von vier Pavillons schließen. In der Mitte des Thurmes soll sich eine Spindel befinden, um die eine Art Wendeltreppe gelegt wird von etwa 30'/, Metern im Durchmesser. Auf dieser Spirale soll ein electrischer Wagen verkehren, der die Passagiere nach einer Reise von etwa 4 Kilometern bis zur Spitze des Thurmes bringt.
Die mißglückte Operation. Der Ueberzwerch- Christl hockte in einer Ecke im Bahnwirthshaus und stöhnte ein über das andere Mal, daß die Fenster klirrten, vor Zahnweh. Alle erdenklichen Mittel hatte er schon umsonst probirt, des Baders Künste waren an der tiefsitzenden Wurzel gescheitert — kurzum, er war am Verzweifeln. Da kam der Dalken-Nazi herein, ein Heller Kopf- er ließ sich die Sache erzählen, zwinkerte Pfiffig mit den Augen und meinte: „Ich wüßt' Dir schon ein Mittel- aber Kurasch braucht's! Ich hab' in den „Fliegenden Blättern" g'lesen, wie einmal Einer seinen Zahn hinten am Zug an den Puffer an'bunden hat — der Zug is in's Fahren 'kommen und bums dich, war der Zahn heraus!" Der Christl stutzte einen Augenblick. Da fing der Schmerz von Neuem zu bohren an. Er sprang auf — just Pfiff die Locomative draußen zum Abfahren — ein Strick war im Nu um den kranken Zahn gewunden und in der nächsten Minute hatte er ihn fest an den Puffer des letzten Wagens geknüpft. Ein Schnauben, ein Brausen—Anfangs lief Christl mit- da rollten die Räder schneller, der Athem ging ihm aus — Plötzlich ein Krach und Schlag: Christl lag auf der Erde und neben ihm der — Puffer. '
Literarisches.
Professor Dr. G. Jägers Monatsbkalt (Verlag von W. Kohlhammer, Stuttgart, jährlich 3Mk.) 1898 Nr 6. In einem Artikel Selbstoergistung gießt Jäger einen Ueberblick über seine Lehre vom Selbstgift. Er ist hierzu veran'aßt durch einen Vortrag auf dem Congreß für innere Medicin in Wiesbaden im April d. I., m dem wieder nur die Forschungen des Franzosen Bouchard Erwähnung gefunden haben, dagegen Jägers ältere Lehren mit Stillschwergen übergangen wurden. Demgegenüber stellt Jäger die Priorität ferner Forschungen fest. Weiter aber vergleicht er Bouchards Lehre und ferne eigene und zeigt, daß die letztere viel umfassender und weitsehender rst. Während Bouchard und seine Schüler bei den auffälligsten Erscheinungen der Selbstvergiftung stehen geblieben sind, hat Jäger nachgewiesen, daß die Selbstgifterzeugung ein allgemeines für alle Lebewesen (ißiere und Pflanzen) gültiges Naturgesetz ist, auf den Unterschied zwischen Erzeugung von Selbstgift uird Selbstarznei (Stoffen, die dem Körper selbst für sich i und auch in feinen Beziehungen zur Mitwelt nützen) aufmerksam gemacht, ! die Selbstgifte als Ursache nicht bloß einzelner auffälliger Erkrankungen, sondern der Verweichlichung, der Disposition für alle möglichen Krank- I beiten erkannt und endlich Vorschläge zu ihrer wirksamen Bekämpfung ' gemacht. Von weiteren Artikeln können wir nur die Ueberschriften anführen: Fuchslunge, das wollene Nachthemd, Seidene Kleider, Normalcravatten, Kupfern der Reben, Metallgift m Nahrungsmitteln, Bismarck über Theorie und Praxis. Den Schluß bildet nebenstehende Warnungstafel.
Redaction: E. Burkhardt. - Drnck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Meßen.
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