der Menge -ringt, werden schwächer wnb schwächer, denn e< ist ja klar, wo kein gute- Blut hinkommt, wird auch kein schlechter weggeführt, so daß Stauungen entstehen müssen. Wie länger stehendes Wasser faul und riechend wird, ists auch mit diesen Theilen, in denen Stauungen eintreten und der Stoffwechsel herabsinkt. Wie sich in dem faulen Wasser Fäulmßthiere zeigen, sammeln sich auch in schlechtem Blute Fäulnißorganismen an, und diese Wesen sind die so sehr gefürchteten Bacillen mit all' ihren gefährlich klingenden Namen.
Mangelhafte Athmung und schlechte Luft erzeugen also unreines Blut, rufen Blutarmuth und Schwächung des Körpers hervor, geben daher zu allerhand Krankheiten Anlaß und rufen außer Lungenleiden und Asthma, Rheumatismus, Gicht, Zuckerharnruhr (Diabetes), Waffersucht, Bleichsrrcht, Nervenleiden, heftige Kopfschmerzen, Migräne, Frauenleiden, Lähmungen, Schlaganfall, Scrophulose, Hautkrankheiten und zahlreiche andere Leiden hervor.
Sehr mit Recht sagt Director Simons:
Giebt es nun wohl noch ein besseres Mittel, um sich vor Krankheiten zu schützen und vorhandene zu heilen, als die atmosphärische Luft? Bewegung ist Leben! Wo Krankheiten durch mangelhafte Thätigkeit eines oder einiger Organe entstanden sind, müssen diese Organe auch umsomehr gekräftigt, d. h. mit sauerstoffreichem Blute ernährt werden, um die untauglichen und schädlichen Stoffe zu beseitigen. Wo sich aber bereits Entzündungen, Brand, Geschwüre, Tuberculose, Krebs rc. eingestellt haben, muß die Zufuhr von gutem sauerstoffreichem Blute eine noch reichlichere sein, um dem Weitergreifen so schnell als möglich Einhalt zu thun.
Bei näherer Untersuchung werden sich also die Ursachen der Krankheiten meist auf mangelhafte Athmung oder Mangel an reiner, frischer Luft zurückführen lassen, und als wirksamstes Mittel wird sich in Folge dessen die Aufbesserung der Athmung erweisen. Warum haben wir denn die Organe Lunge, Herz, Magen, Darm, Leber, Nieren, die Haut mit ihren Millionen Poren? Jedem Organ ist eine bestimmte Thätigkeit genau vorgeschrieben, jedes arbeitet Hand in Hand mit den anderen, alle aber entstanden aus Blut, alle können nur durch ununterbrochene Zufuhr von gutem Blute functioniren und fortbestehen, allen wird durch die Athmung, also durch die Lunge, die Essenz des Blutes, der Sauerstoff zugeführt.
Es möge daher Niemand (namentlich aber Brust- und Lungenleidende) versäumen, sich über den Werth richtiger Athmung Aufklärung zu verschaffen, und sei hier insbesondere wiederholt auf Director SimonS Lehrbuch der Athmungs- kunde*) hingewiesen, welches uns in klarer, allgemein verständlicher und erschöpfender Weile die richtige Pflege unserer Athmungsorgane vor Augen führt.
*) Zu beziehen von R. Hillmann, Berlin NW. 23.
V-rnrischt-s.
Coeurbube. Das Costüm hat zwei Röcke; der erstere kürzere besteht aus kirschrothem Atlas, rings mit einem Tollfaltenvolant garnirt. Der obere längere Rock besteht aus crSme Atlas, er wird auf beiden Seiten ganz hoch gerafft, so daß sich hinten und vorn ein reich gebauschter Theil bildet. Dieser cröme Rock ist innen etwa handbreit mit kirschrothem Atlas abgefüttert und auf der rechten Seite mit rothen Atlasherzen besetzt, die über Carton gezogen sind und durch eine Stahlschnur untereinander verbunden scheinen. Die vorn und auf dem Rücken viereckig ausgeschnittene Taille ist aus creme Atlas, das Vordertheil zeigt drei breite Toll
falten. An den vier Ecken bN Ausschnitte« ist je ein Attas- Herz befestigt. Den Taillenschluß umgiebt ein brauner Ledergürtel mit Stahlschnallen, an welchen ein viereckiges Patronentäschchen mit rothem Atlasherzen hängt. Sehr hohe braune Lederstulpenstiefel mit Stahlsporen und die sehr langen schwedischen Handschuhe müssen in der braunen Farbe mit Gürteln und Stiefeln harmonieren und reich mit Stahlperlen gestickt sein. Auf dem Kopfe ein kleines Tyrolerhütchen mit aufgeschlagener Krempe, an einer Seite eine schwarze Feder- aigrette, welche mit einem rothen Atlasherzen befestigt ist. Das Attribut dieser Maske ist eine flache Schachtel in Form eines Herzens, mit rothem Atlas bezogen, welche als Schild am linken Arme getragen wird. Sie muß sich öffnen lassen und wenn möglich eine Menge kleiner rother Atlasherzen enthalten mit Nadeln und Anstecken für Damen und Herren der Gesellschaft.
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Schornsteinfeger. Der Anzug besteht aus schwarzem Sammtrock, der reich in Falten gelegt, unten mit breiter Spitze besetzt ist, einer ziemlich langen Taille und Kapuze mit keinem Kragen und schwarzer Sammtmaske, was alles mit Spitzen besetzt ist. Dazu kommen bis an die halblangen Aermel Handschuhe von schwarzem Glatze, schwarze Strümpfe und ausgeschnittene Schuhe. Zur sonstigen Ausrüstung gehört eine schwarzlackirte Kelle, die über die Schulter hängt, ein rundgebogener Rindenreifen quer über die Brust und Schultern und daran befestigt ein dicker Besen aus Roßhaaren. Eine hohe, aber leichte, schwarze Leiter vervollständigt das Ganze.
Literarisches
In reichem Festgewande erscheinen die beiden neuesten Hefte bei beliebten Familienblattes „lieber Land und Meer" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt.) Dem neuen Jahre huldigt eine allegorische, von poetischem Hauch umwobene Darstellung von Heinrich Rettig, während die jubelnde Sylvesterfeier durch ein flottes Bild von A. Wald vergegenwärtigt wird, das Johannes Trojan mit einem liebenswürdigen Gedichtchen erläutert. Die Seiden großen Romane: „Stechlin" von Theodor Fontane und „Die Hungersteine" von Gertrud Franke-Schievel- bein halten andauernd das Interesse des Lesers fest. Im Uebrigen werden die Hefte dem Programm, das Neue und Interessante aus aller Welt vorzusühren, in vollem Maße gerecht. Damit wollen wir es mit der Inhaltsangabe genug sein lassen und nur noch die hübsche Ueber- raschung erwähnen, die „lieber Land und Meer" mit seinen neuen Ansichtspostkarten den Abonnenten bereitet. Künstlerisch entworfen und wiederum farbig ausgeführt, veranschaulichen sie die verschiedenen Arten der Brief- und Zeitungsbeförderung, vom Rennthierschlitten im hohen Norden bis zum „Schiff der Wüste" im heißen Süden.
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Die bei G. D. Baedeker in Essen-Ruhr erschienene Broschüre über „Schönschnellschreiben", von Director Rudolf Schreiber in Essen-Ruhr herausgegeben, in 10—12 Stunden durch Selbstunterricht ohne Lehrer zu erlernen, von welcher binnen Jahresfrist 27 000 Exemplare abgesetzt wurden, ist wegen ihrer leicht faßlichen Methode, durch welche selbst die schlechteste und unleserlichste Schrift zu einer dauernd schönen und geläufigen umgebildet wird, allgemeiner Beachtung werth. Der Preis des elegant ausgestatteten Merkchens beträgt nur 60 Pfennig.
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Das vierte Quartal der in Stuttgart erscheinenden „Neuen Mnsik-Zeitung" (Verlag von Carl Grüninger) bringt musik- pädagogische Abhandlungen von F. Scharf (Liebeslieder aus alter Zeit), C. Haase (der nationale Tanz), Biographisches aus dem Leben von Brahms, Bülow, Donizetti, Gounod, Mascagni, Mendelssohn, Schumann, Verdi, Wagner, aussührliche Auszüge aus neuen musikgeschichtlichen Schriften und musikalischen Unterrichtszwecken, kritische Berichte über neue Opern, Virtuosen, Novitäten aus dem Concertsaal, Bildnisse und Biographien der Damen Rosa Brackenhammer, Anna Haasters, Leonora Jackson, Francös Saville, der Herren Fritz Char, Gustav Mahler, Jos. A. Mayer, I. L. Nicodtz, W. Röbikoff, Max Wolfsthal und ferner ein Tableau der Mitglieder der Düsseldorfer Oper. (Der vierteljährliche Abonnementspreis beträgt nur 1 Mark. Probenummern versendet an Interessenten jede Buch- und Musikalienhandlung, sowie der Verlag von Carl Grüninger in Stuttgart aus Verlangen gratis und franko.)
Rebottümt Ä. Scheyda. — Druck und «erlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


