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Brühl',chm Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.
Redaction: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der
kommst, ein Diner einnehmen könnten. Zum Luncheon sind । keine warmen Speisen notwendig, mit Ausnahme einer - Bouillon, die sich, wenn just kein Fleisch vorhanden, aus Liebig'S Fleisch-Extract in wenigen Minuten Herstellen laßt, zumal jetzt, wo die jungen Gemüse so wirksame Behülfe leisten. Statt der übrigen Gänge giebt man Salate, Mayonnaisen, Pasteten, kalten Aufschnitt, Kuchen und Puddings Hie und da, namentlich im Winter, kann man auch etwas Warmes, das keiner langen Bereitungsdauer bedarf, wie I Rühr- oder Setzeier, Bratkartoffeln, Conserven im Bam Marie erhitzt, Omelettes und dergleichen mehr emschreben. Du kannst Dich darauf verlassen, diese «ene Einrichtung hat ihre unleugbaren Vortheile. Um die vollständige getodjte Mahlzeit wirst Du trotzdem nicht betrogen, die kommt Abends an die Reihe. Dann aber hast Du viel mehr Zett, sw recht I behaglich und in Ruhe zu genießen."
,Der Gemahl hat ihr nachdenklich zugchort. „Aber I wenn ich nun einen Gast unangemeldet zum Luncheon mit- bringe — wie dann?" wirst er ein. . . I
Der verursacht beim Luncheon viel weniger Schwierigkeiten" als beim Mittagessen, und das eben auki dem einfachen Grunde, weil ich zu dem ersteren alle beliebigen kalten Reste auf den Tisch bringen kann. Reicht das Vorhandene nicht, so lasse ich eine Büchse Sardinen,, Sprotten, eine Sülze oder was ich sonst will, aus dem nächsten Delicateß- |
"letzten Ausführungen gaben bei dem Gatten den Ausschlag. Gewisse unliebsame Scenen, verursacht durch das Erscheinen eines Bekannten, den er zufällig auf der Straße getroffen und nach Haufe zur Tafel mitgenommen, kamen ,hm w,tat „,E >.W
so Übel zu sein. Also bleiben wir bei dem Luncheon."
„Jawohl, bleiben wir dabei", bestätigte freundlichen Blickes die Gattin.
Aus dem „Praktischen Wegweiser", Würzburg.
Woher kommt es, daß so viele Eier heim Bebrüten nicht befruchtet werben? Alle Hühner und I Wasservögel brüten zu ebener Erde, in flachen Nestern, auf 1 de° feuchten Boden. Durch das Bebrüten der Eier en steh hier eine sehr feuchte Wärme, durch welche auch die Elhaut innen unter der Schale weich und leicht zerreißbar erhalten wird. Die Folge davon ist, daß die Jungen in größt- möglichster Zahl ausschlüpfen und selten mehr als ein E> un Neste zurückbleibt. Vergleichen wir das Versaht-en vieler Geflügelzüchter, so finden wir oft das S"°de Gegenthell. So theilte mir neulich noch eine Frau mit, daß sie ihre Gans zum Brüten auf den Speicher m nm-mit Stroh ge^ | fütterte Kiste gesetzt hätte. Aus sammtlrchen Eiern kam nicht ein einziges Junge- dagegen fanden-sich sechs voll aus- aebildete Thiere abgestorben tm Ei. Woher dieser Miß- erfolq? Beim Bebrüten fehlte die natürliche feuchte Bodenwärme, die Gihaut wurde hart und für die schwachen ^hierchen unzerreißbar, so daß dieselben im Ei absterben mußten, wett fie* d e Schale nicht durchbrechen konnten. Wieder andere ve.säumen es, die Eier zu reinigen, wenn sie beschmutzt ober gar mit dem Inhalt zerbrochener Eier besudelt sind. Durch Schmutz und den Inhalt zerbrochener Eier werden die Poren der Schale verstopft, so daß die Lustcirculation durch die Schale gestört ist und die Küchlein tm Ei ersticken. Sehr viel trägt zum guten Erfolg auch bei, dte Eier zwei Tage vor dem Ausschlüpsen der Jungen einige Minuten m b nt- wa mes Wasser zu legen, damit die Eihaut, mürbe wird. Wer Vorstehendes genau beachtet, wird nie einen gänzlichen Mißerfolg haben, vorausgesetzt, daß die Brütenn zuverlässig und ungestört ihr Geschäft vollbringt.
Hrrinsvistisches.
Aus „Lustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berlin 8^. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer l O Pfg. - Ein - chlauberger. Bekannter: „Wie brachten Sie denn Ihre Frau wieder zum Bewußtsein, nachdem sie Ihnen zum elften Mal in Ohnmacht geiallen war? — Junger Ehemann: „O, sehr einfach- ich flüsterte, ihr zu, sie- hatte sich mit ihrem neuen Kleid in einen Tintenflecken hinetn- gesetzt- da hätten Sie 'mal sehen sollen . . •"
Die Hauptsache. Er: „Mary, wach' auf, rasch! Das Haus brennt — bringe das Kind in Sicherheit.
■Sie: „Und mein Bicycle? - Er: „Ist langst draußen, da hab' ich Dir zuerst hinausgeschafft."
um güten Radieschenfamen zu ziehen, darf man nicht etwa den Samen von solchen Pflanzen nehmen, welche in den Garten gesäet wurden und auf den Beeten m Samen gingen, weil diese dicht standen oder nicht sämmtlich für dte Küche Verwendung gefunden, denn auf sttche Weise erzielter Samen bringt nur Pflanzen mit schlechten Knollen. Man muß vielmehr, beliebige Anzahl Pflanzen mit ziemlich ausgebildeten Knollen auswählen und diese an eine andere Stelle verpflanzen. Man nimmt hierzu selbstverständlich nur die allerschönsten und erntet bei dieser Weise zwar weniger Samen, doch von guter Oualität.
Gegen die lästigen Ameisen erweist sich Seifensiederlauge, mit gestoßenem Zucker vermischt, sehr wirksam, welche Mischung man auf einem Teller an den Ort zu stellen hat, den die Ameisen gern auffuchen. Ein anderes vortreffliches Mittel ist Benzin, das man in die, Ritzen unv Fugen des Kellers gießen muß, um diese hatzlichen Gaste augenblicklich zu lödttn. Nicht weniger gut ist eine Mischung von gleichen Theilen Naphtalin und frischem Jnseetenpnlver, die man im Hause in die von Ameisen bewohnten Fugen und Löcher zu streuen hat. Letzteres Mittel verdient vor Benzin den Vorzug, weil es nicht feuergefährlich ist.
Kartoffeln als Retnignngsmittel. Der Abgang der rohen Kartoffeln, die Schale, ist in Stücke geschnitten und mit nicht zu viel Wasser vermischt, das beste Reinigungsmittel für Karaffen und beizt selbst veraltete Flecke aus dem I Glas. Die rohe geriebene Kartoffel, vorher nur gewaschen, nicht abgeschält, giebt ein vorzügliches Präparat zum Waschen von farbigen Wollsachen und Tapisseriearbeiten, die nach zweimaligem Durchwaschen nur mit einem Zusatz von Essig I aespült werden. Zum Scheuern von Blech und Zmn giebt I die in Wasser ausgelaugte Kartoffelschale ein der Pottaschen- I lösung ähnliches Beizmittel. Daß sich Messer mit einer durchgeschnittenen Kartoffel putzen und Stahlfedern durch.
I Hineinste-ken in die Knolle vorzüglich reinigen lassen, ist I wohl ziemlich allgemein bekannt.
Horngegenstände, wie Löffel, Gabeln, Messer, Kämme- rc dürfen nicht tu hetßes Wasser gelegt werden, sie werden darin weich und verlieren die Form. Sollten derartige Gegenstände durch heißes Wasser verbogen worden sein, so lege man sie einige Minuten in kochendes Wasser, forme sie wieder gerade und belaste sie dann stark, daß sie die gewünschte Form bis zu ihrer Erkaltung beibehalten.
Das Schnüren der Schnhe. Um einen Schuh richtig zu chnüren, suche man die Ferse so weit als möglich in den Schuh zurückzudrängen. Man lege zu diesem Zwecke den beschuhien Fuß auf einen Stuhl, welcher vor bemjentgen steht, auf welchem man sitzt. Neber dem Rist zieh- man die Schuhschnüre, so fest als möglich an- sie halten dann den Fuß zurück und verhindern einen Druck an den Zehen. Schnürschuhe müssen bequem um die Knöchel sitzen.


