Lonntag den 8. April

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<^IBf ie Wunde, die das Leid Dir schlägt. Sie ist ein Riß nur in's Gemüth, #*** Darein der Same wird gelegt, Aus dem dereinst das Glück Dir blüht.

Anna Ritschke.

Sende nicht Worte mit fliegender Eile, Zürnende Worte sind brennende Pfeile, Tödten die Ruhe der Seele so schnell. Schwer ist's zu heilen, doch leicht zu verwunden.

Wieland.

Der Amtmann von Rapshagen.

CriminaVRoman von F. Arnefeld.

«Fortsetzung.)

Göbener ging mit großen Schritten über den Hof und verschwand im Hausflur, wo er in einem dazu bestimmten Verschlage Hut und Ueberrock ablegte. Langsamer näherte er sich dem großen Wohnzimmer, das jetzt meistens leer war, in welchem sich aber augenscheinlich die seiner wartenden Herren befinden mußten. Er blieb an der Thür stehen und legte das Ohr an das Schlüsselloch, lauschend, ob er nicht vielleicht am Ton der Stimme erkenne, wer da sei.

Der angekündigte Besuch ließ ihn keineswegs so gleich- giltig, wie er sich den Anschein gab und wie er sich selbst einreden wollte. .

Pah, es werden ein paar Vieh- oder Getreidehändler sein, die ihren Concurrenten den Rang ablaufen wollen!" sagte er wegwerfend, als er keinen Laut vernahm,wenn nicht gar Wein- oder Kohlenreisende. Sie haben mich an­kommen sehen und verhalten sich nun still, aber das hilft ihnen nichts. Ich werde ihnen heimleuchten, daß sie sich nicht nochmals beifallen lassen, sich hier so aufdringlich einzuquartieren."

Trotzdem zögerte er noch immer. Die Füße wurden ihm so schwer, es war ihm, als könne er sie gar nicht fort­bewegen, eine große Bangigkeit ergriff ihn. So geizig er war, er hätte jetzt viel darum gegeben, zu wissen, wer seiner hinter dieser Thür warte.

Ein Geräusch im Flur machte seiner Unschlüssigkeit ein Ende. So durfte er sich doch von Niemand betreffen lassen.

Die Hand auf den Drücker legend, öffnete er die Thür, trat ein und halte das Gefühl, als thue sich plötzlich unter . ihm der Erdboden auf, um ihn zu verschlingen.

Von den Herren, welche am Fenster gesessen hatten ] und sich bei seinem Eintritt erhoben, war ihm der eine sehr ? wohl bekannt als Beamter des Amtsgerichts in Greifswald. : Er konnte nicht zweifeln, daß der Andere, den er noch nicht : gesehen hatte, eine ähnliche Stellung inne hatte.

Die Herren haben hier so lange auf mich gewartet," sagte er, in dem Bemühen sich zusammenzunehmen, mit einer ihm seltenen Höflichkeit.Das thut mir leid. Was ver­schafft mir denn diesen Besuch und mit wem habe ich die Ehre?"

Sollte ich Ihnen nicht bekannt sein, Herr Amtmann j Göbener?" nahm der ältere der beiden Männer das Wort. =Mein Name, der übrigens wenig zur Sache thut, ist Kuhls, ich bin Beamter des Amtsgerichts in Greifswald und dies ; ist mein College. Unsere Legitimation haben wir bei uns."

Nicht nöthig, ich glaube Ihnen," entgegnete Göbener. 'Was wünschen Sie von mir?"

Unser Auftrag ist kein angenehmer, wir haben den Befehl, Sie zu verhaften," erwiderte Kuhls.

Göbener stand einen Augenblick wie vom Schreck ge­lähmt) er faßte sich jedoch schnell und entgegnete mit einem Versuch, zu lachen:

Mich wollen Sie verhaften? Aber, mein bester Herr, das muß ein Mißverständniß sein."

Durchaus nicht," entgegnete der Beamte, der, ebenso wie sein Gefährte, sich ganz schnell so gestellt hatten, daß sie sich zwischen Göbener und den beiden im Zimmer befind­lichen Thüren befanden und ihn in der Mitte hatten. Hier ist der Verhaftsbefehl."

Er zog ein Papier aus der Tasche und hielt es ihm hin.

Göbener warf einen Blick hinein und sagte kopfschüttelnd: Das scheint wirklich seine Richtigkeit zu haben. Aber wie kann man sich dergleichen gegen mich, einen angesehenen Mann, erlauben? Ich habe keine Schulden."

Schuldhaft existirt nicht mehr," erwiderte der zweite Beamte.Wollen Sie die Güte haben, uns zu folgen, Herr Amtmann?"

Das werde ich bleiben lassen!" schrie Göbener und stampfte mit dem Fuß.Das mag in Rußland Sitte sein, daß man die Leute in ihrer Wohnung überfällt und fort? schleppt, in Preußen aber nicht."

Ich rathe Ihnen, uns gutwillig zu folgen. Wir müßten, wenn Sie sich widersetzlich zeigten, Ihre Leute auffordern, uns Beistand zu leisten," stellte ihm Kuhls vor-