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Ohne sich durch das ironische Lächeln des älteren Herrn irre machen zu lassen, ergriff er dessen Hand und fuhr fort:

Herr Amtsrath, ich bin mich voll und ganz der Trag­weite des Schrittes bewußt, den ich heute bei Ihnen gethan habe. Ich bin ein ganz armer, noch wenig beschäftigter Arzt, es war nur ein glücklicher Zufall, dem ich es ver­danke, an das Krankenbett Ihrer Tochter gerufen worden zu sein. Mir haften sogar von meinen Studienjahren noch einige Schulden an und ich erlaube mir, um das einzige Kind eines reichen, angesehenen Mannes zu werden. Glauben Sie mir, der Entschluß ist mir nicht leicht geworden. Man nimmt nicht gern den Anschein der Habgier, der Mitgift­jägerei auf sich. Gern hätte ich gewartet bis ich Ihrer Tochter eine bessere, gesicherte Zukunft bieten kann, auf die ich bestimmt rechnen zu können glaube. Aber sollten, konnten wir bis dahin unsere Liebe geheim vor Ihnen halten? Konnten und wollten wir auch es vermeiden, uns zu schreiben und uns zu sehen, wo wir hier so nahe bei einander leben?"

Er holte tief Athem und schwieg einen Augenblick, ohne daß Wenzel Miene machte, etwas dazu zu sagen. Leiser fuhr er fort:

Es gab für uns nur zwei Möglichkeiten: Entweder mußte ich Greifswald verlassen und an einem anderen Orte mein Heil versuchen, das gleichbedeutend war mit dem Ver­zicht auf die Früchte jahrelanger Mühe und Arbeit, oder ich mußte ehrlich und offen vor Sie hintreten und unser Schicksal in Ihre Hände legen. Wir haben den letzteren Ausweg ge­wählt. Seien Sie uns nun ein milder Richter."

Nicht ohne Rührung hatte der Amtsrath dieser Aus­einandersetzung zugehört. Er antwortete auch nicht sogleich, sondern blickte einige Minuten nachdenklich, wie mit einem Entschlüsse ringend vor sich hin, dann aber schaute er Holten fest ins Gesicht.

Es aie6t noch eine dritte Möglichkeit", sagte er ruhig und völlig beherrscht:Meta wird sich auf einige Zeit entfernen."

Herr Amtsrath!"

Ich kann meine Einwilligung nicht geben," sprach Wenzel weiter, ohne den flehenden Ausruf zu beachten. Aus mehr als einem Grunde sehe ich mich dazu außer Stande. Metas Gesundheit bedarf der Kräftigung- sie mag für den Winter mit einer geeigneten Begleitung, für die ich sorgen werde, nach dem Süden gehen."

Als Arzt halte ich diese Maßregel zwar nicht für erforderlich, wenn Sie aber so bestimmen"

Ja, das thue ich."

Aber sie kann nicht immer fortbleiben. Wenn sie zurückkehrt?"

Darin werden wir weiter sehen," erwiderte der Amts­rath achselzuckend.

Und rauben Sie mir alle Hoffnung?"

Die Hoffnung kann man keinen Menschen rauben so lange er lebt," erwiderte Wenzel ausweichend, dann aber fügte er sehr entschieden hinzu:

Noch eins, Herr Doctor, ich fordere Ihr Ehrenwort, daß Sie, so lange Meta fern von der Heimath weilt, nicht an sie schreiben, ihr auf keine Weise Nachricht von sich zu­kommen lassen und auch keinen Versuch machen wollen, solche von ihr zu erhalten."

Doctor Holten stieß einen tiefen Seufzer aus und sagte dem Amtsrath wehmüthig ins Auge schauend:

Ist das nicht doch recht hart, Herr Amtsrath?"

Ich denke es ist nur folgerichtig," war die frostige Entgegnung.

Der Ton, in welchem sie ertheilt ward, sowie die sie begleitende Bewegung zeigten Holten zu deutlich, daß der Amtsrath die Unterredung als beendet anzusehen wünschte als daß er den Versuch hätte machen dürfen, sie noch weiter fortzusetzen. Er empfahl sich und Wenzel trieb die Höflich­keit so weit, ihn bis nach dem Schloßhof, wo sein Wagen wartete, zu begleiten.

VI.

Escortirt!" murmelte der junge Arzt, während der Kutscher den kleinen offenen Wagen in die breite Linden- Allee lenkte, welche vom Waldhof nach der Chaussee führte.

Kein Gruß, kein Wort mit Meta soll ihm vergönnt sein. Trotzalledem war er ihrer gewiß.

Und legt ihr zwischen mich und sie auch Land und Meer und Hügel, gestrenge Herrn, ihr trennt uns nie, die Lieb', die Lieb' hat Flügel!" sang er zuerst ganz leise, dann aber in seinem Enthusiasmus lauter, so daß der biedere Pommer auf dem Kutschersitz sich umwandte, ganz erstaunt, was denn wohl in seinen Herrn Doctor gefahren sein möge.

Jetzt ließ sich das knarrende Rädergerassel schwerer Lastwagen, Peitschenknallen und der Zuruf der Fuhrleute vernehmen. Eine lange Reihe hochbepackter Wagen kamen von den Feldern her und fuhren der Domaine zu. Sie brachten Kartoffeln und Rüben, die auf den Feldern einge­heimst worden waren, in die Vorrathshäuser von Waldhof.

Das kleine Gefährt des Doctors mußte etwas abseits biegen, um die schweren Wagen vorüberzulassen. Der An­blick der kräftigen, wohlgenährten Pferde, des tadellosen Geschirrs, . der gut im Stande befindlichen Wagen und der reichen Frucht, die sie bargen, machte auf Stephan Holten einen niederschlagenden Eindruck.

(Fortsetzung folgt.)

GsHNsinnrrtzigKS.

Was ist der beste Strauch für eine Hecke. Nach vielfäliiger Erfahrung der schwedische Bocksdorn. Der ge­deiht und wächst sogar da noch, wo z. B. der Weißdorn nicht mehr fortkommt. Das ist ein Vortheil, daß der Bocks- dorn also auch mit dem schlechtesten und dem geringsten Boden noch vorlieb nimmt. Weitere Vortheile: In ein paar Jahren steht eine dichte Hecke da, die Niemand durchläßt und fast keine Pflege mehr erfordert- in Sandboden hält eine solche Hecke die Sandwehungen auf- kein Thier wagt sich an den Bocksdorn, erstens wegen seines Geschmackes (daher der Name Bocksdorn), zweitens wegen der langen Stacheln.

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Schwarzwurzeln werden in gutem Boden bei ein­jähriger Cultur am besten und schönsten, also im Frühjahr sehr zeitig gesäet und vom Herbste an bis zum nächsten Frühjahre geerntet und zwar möglichst immer frisch vom Beete weg in der Küche verbraucht. Bei zweijähriger Cultur findet die Aussaat immer erst im August statt. Die Pflanzen entwickeln sich noch im Herbst, überwintern im Boden und haben dann im nächsten Jahre etwas Vorsprung- sie schießen aber reichlicher in Blüthe und werden dann nicht so schön.

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Die Cultur der Schwarzwurzel«. Der Anbau der Schwarzwurzel, die bekanntlich ein vorzügliches und ge­sundes Wintergemüse bildet, findet in manchen Gegenden gar nicht, in anderen nur vereinzelt statt, und doch ist er so überaus empfehlenswerth. Zeitig im Frühjahr, Februar, März, sobald es die aufgethaute Erde erlaubt, legt oder sät man die Samen in Reihen von 2030 (Zentimeter Entfernung. Die Saat darf ja nicht zu dicht sein- es genügt, je ein Same auf 57 (Zentimeter im Abstand zu legen. Ein Behacken wird den Sommer mehrmals vorge­nommen- Gießen ist überflüssig, dagegen werden etwa er­scheinende Blüthen abgekneift. Die Ernte kann dann vom November ab erfolgen und bis zum April fortgesetzt werden. Dieses ist aber nur dort möglich, wo das Zu­frieren des Bodens durch eine Schutzdecke verhütet werden