Freitag den 81. Dreember.

1897.

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In Nr. 1 des neuen Jahrgangs der von Neujahr an wöchentlich viermal er­scheinendenGietzener Familienblätter" beginnen wir mit dem Abdruck des spannenden Romans

Mrrttsrsohn"

voll Arthur Zapp.

Die Fortsetzung des RomansDer Majoratsherr", den wir im alten Jahrgang nicht wie gewünscht zum Abschluß bringen konnten, erfolgt dann an zweiter Stelle.

Redaction derGießener Familienblätter".

rr««jahv 1898.

Von Ludwig Lessen.

(Nachdruck verboten.)

Die Glocken tönen durch die Winternacht Mit ihren ernsten, feierlichen Klängen! Zum Leben ist ein neues Jahr erwacht . . . Und neue Hoffnung uns entgegenlacht, Und tausend neue Wünsche vor sich drängen!

Du neues Jahr, das vor uns unbekannt Ein weites Feld der Ewigkeit sich breitet, Halt segnend über uns die milde Hand!

Vor Krieg und Krankheit schirme unser Land, Auf daß sich Heil und Wohlstand rings verbreitet!

Es ging ein Jahr! ... Für Manchen barg es Leid, Er mußt' sein Liebstes hin auf Erden geben! Gar manche Blüthe brach es vor der Zeit, Die noch dem Licht, der Sonne war geweiht, Und doch bestimmt war nur zu kurzem Leben!

Ihm wird ein Trost: das neue Jahr bringt dort, Wo Leid gewesen, frohe, heit're Stunden!

Das Schicksalsrad rollt stetig fort und fort Und bleibt nicht rasten an demselben Ort, Wo Gram es grub und blut'ge Herzenswunden!

Ein neues Jahr! Willkommen in der Welt

Du hoffnungsfroher, fröhlicher Geselle!

Schütz Hof und Haus! Schirm Wiese, Wald und Feld!

Sei wie die Sonne, die den Tag erhellt!

Tritt glückverheißend über uns're Schwelle!

Der Majoratsherr.

Roman von Notaly ». Sschstruth.

(F-rlsktzung.)

Selbstverständlich sagt sie das damit! sie kennt ja keine Herren außer Wulff Dietrich und Dir!"

Hast Du sie dircct gefragt?"

Pia senkte ein wenig verlegen das Köpfchen:Ja, ich war so indiscret! Verzeih mir, bester Bruder!" bat sie weich, mit leise bebender Stimme.Ach, die Ungewißheit war so qualvoll, und ich wollte gern mit mir selber und meinen wirren, krausen Gedanken in's Klare kommen!"

Barmherziger Gott! . . . was sagte sie?"

Gert war beinahe blaß vor Schreck.

Sie bat mich, jetzt nicht um eine Antwort in sie zu dringen! am Donnerstag solle Alles nach Wunsch arrangirt werden! wenn Du nach dem Diner noch Lust verspürtest, um sie zu freien, so solltest Du getrost anfragen! Nun, das ist so gut wie ein Jawort!"

Gert stand wie vom Schlag gerührt und zerrte nervös an seinem Schnurrbärtchen. Am liebsten hätte er heftig losgewettert und rundweg erklärt, daß er absolut keine Lust habe, die Cousine zu heirathen und daß er es nie und nimmer thun werde, aber als er in die glückstrahlenden, wunder­samen Mädchenaugen sah, welche wie in flehender Bitte zu ihm aufsahen, erstarb ihm das Wort auf den Lippen.

Er drückte kurz und erregt ihre Hand und wandte sich jäh zur Thür.Ich danke Dir, Schwesterchen, nun sind ja wohl die Würfel gefallen!"

Pia aber blieb allein zurück und lehnte sich gedanken­verloren in die blühenden Zweige, welche den Balkon um­rankten.

Nun wird und muß noch Alles gut werden! Sie kann sühnen, was sie an ihm gefehlt hat!

Sie faltet die Hände und drückt sie gegen die Brust, und ihr Blick schweift wie verklärt hinab zum Thal, als wolle sie ihn jetzt schon sehnsuchtsvoll grüßen, ihn, der morgen die