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Rothe und aufgesprungene Hande.
Von Dr. Otto Gotthilf.
------- (Nachdruck verboten.)
Jetzt kommt wieder die Jahreszeit, wo viele Personen schier in Verzweiflung gerathen über ihre „ewig rothen Hände". Thut man dagegen nicht bald etwas, so pflegen diese auch noch meist ganz rauh zu werden und schließlich aufzuspringen. Das ist nicht nur sehr unangenehm und störend, sondern bereitet auch heftige Schmerzen. Zur Bekämpfung der unangenehmen Röthe der Hände sind zu den verschiedensten Zeiten eine große Reihe von Mitteln empfohlen und wieder verworfen worden, der beste Beweis dafür, daß sie alle nicht den an sie gestellten Anforderungen genügt haben. Das Wichtigste ist, die Hände nie außerordentlichen Temperaturgraden sowohl in der Wärme wie in der Kälte auszusetzen, also nie zu heißes oder zu kaltes Waschwasser zu benutzen. Ebenso ist der jähe Uebergang von der Wärme in die Kälte und umgekehrt zu meiden. Die betreffenden Personen müssen sowohl im Sommer wie im Winter im Freien Handschuhe tragen. Zu häufiges Waschen und starkes Frottiren der Hände ist zu meiden. Als Seife soll eine neutrale oder sogenannte harte Sodakernseife gebraucht werden, das Wasser soll lauwarm sein, es darf kein Ueberrest von Seife an den Händen bleiben, ebenso muß durch Abtrocknen alle Feuchtigkeit entfernt werden, so daß die Hände vollkommen trocken sind. Ganz falsch ist es, die Hände zum vollständigen Trocknen an den warmen Ofen zu halten. Es empfiehlt sich dann, eine dünne Schicht Lanolin Creme aufzutragen und auf der Haut ordentlich zu verreiben- der Ueberschuß wird durch Abwischen mit einem trockenen Tuch entfernt. Während der Nacht streiche man eine dickere Schicht Lanolin-Cröme auf und trage darüber Glacehandschuhe. Durch diese, längere Zeit fortgesetzte Pflege der Hände erreicht man sehr gute Resultate, die Haut springt nie mehr auf, sondern wird zart und weich und verliert ihre Röthe meist ganz. Will Jemand, der an rothen Händen leidet, für einen besonderen Fall, z. B. zum Besuch einer Festlichkeit, die Röthe verdecken, so thut er dies am besten durch Aufträgen von gelbem Puder.
GsineinnÄtziges.
Stachelbeersträucher pflanzt man am zweckmäßigsten in den Monaten October und November. Ist der Stachelbeerstrauch auch mit fast jeder Bodenbeschaffenheit, jedem Standort zufrieden, so sagt ihm doch am besten zu eine möglichst freie, wenn auch halbschattige Lage und ein etwas feuchter, nahrhafter Gartenboden. Auf zu trockenem Boden bleiben die Früchte klein. Bei der Pflanzung selbst ist auf weiter nichts zu achten, als daß die Pflanzen in tief umgegrabenes, gut gedüngtes Land, aber in demselben nicht zu tief zu stehen kommen, das heißt nicht tiefer, als sie erst gestanden haben und daß die Wurzeln gut vertheilt, mit Erde ausgesüllt werden. Im Herbst ist beim Pflanzen ein Angießen nicht B-dingung, man tritt nur die Erde um den Stamm gut fest und deckt eine Lage kurzen Dünger um den-
Behufs Vertilgung verschiedener Obstbaumschädlinge empfiehlt sich das Umgraben der Erde um den Baum herum in einer Entfernung von 1 bis 2 Meter vom Stamm ab. Wird der Boden offen gehalten, so macht die Winterkälte dem Ungeziefer sehr bald den Garaus. Um den Frostspanner zu vernichten, muß nun die Anlegung der Klebgürtel erfolgen. Die Rinde in der Gürtelzone muß gut abgekratzt werden, damit der Klebgürtel sich dem Stamme gut anschließt. Sind die Bäume mit Pfählen versehen, so muß auch der
Pfahl einen Klebgürtel erhalten und zwar in genau derselben Höhe wie am Stamm. *
Weintrauben bis in den Winter ansznbewahre«. Man taucht die Traubenstengel nach dem Abschneiden mit der Schnittfläche in zerschmolzenes Paraffin, legt sie dann in Watte und bewahrt sie in einer Kiste auf- am besten zur Aufbewahrung eignen sich Gutedel, Frankenthaler, blaue Trollinger, schwarze Hamburger. Oder man verklebt das obere Ende der Rebe mit Baumwachs, Siegellack oder sonstigem Material, steckt den unteren Theil der Rebe in mit Wasser gefüllte Flaschen und stellt letztere in einem kühlen, trockenen Zimmer so auf, daß die Traube frei herabhängt. Diese Art Aufbewahrung eignet sich selbstredend nur, wenn nur ein kleines Quantum conservirt werden soll. Die Hauptbedingung für die Aufbewahrung ist, daß die Trauben ganz sorgfältig bei sonnigem, trockenem Wetter geschnitten werden, am besten, wenn die Beeren nicht zu reif sind und etwas locker sitzen. _______________
Humoristisches.
Aus „Lustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berlin SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer 10 Pfg. — Deutlich. Aufdringlicher Gast (im Cafs zu seinem Nachbar den Rauch seiner „Echten" hinüberblasend): „Wie finden Sie die Cigarre?" „Nun, sie kohlt eben auch!" — Sehr richtig. Frau Müller: „Sehen Sie nur den feinen Leichenwagen!" Frau Schulze: „So einen kriegt Unsereiner im ganzen Leben nicht!" — Küchenkniffe. „Na, sei man ruhig, Fränz'ken, es bleibt schon was für Dir von die Karbonade, und wenn nich, denn zerschlage ick bet erste Beste, denn läßt die Madame vor Aerger bet janze Essen steh'n!" — Lückenbüßer. „Aber, Emmi, wie kannst Du Dich nur mit bem Kellner unterhalten?" „Laß gut sein, liebe Toni, bei ben schlechten Zeiten ist ber Kellner auch ein Mensch."
Literarisches
Die parlamentarischen Vorgänge in Oesterreich, welche jüngst in dem Duell Badeni-Wolff eine sensationelle Episode gezeitigt haben, finden in dem zweiten Hefte von „Vom Fels zum Meer (Stuttgart, Verlag der Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Preis des Heftes 75 Pfg.) eine interessante Darstellung, die durch die Beigabe eines doppelseitigen Kunstblattes „Eine Sitzung des Oesterreichischen Abgeordnetenhauses" einen besonderen Reiz erhält. Nicht weniger als 50 Porträts enthaltend, führt die von F. von Myrbach gefertigte Zeichnung alle bemerkenswerthen Parlamentarier und die Mehrzahl der Minister dem Beschauer auf, in ungezwungener Haltung, in voller Echtheit der Bewegungen und Gebärden, so daß man einen vollen Einblick in die fast immer so stürmisch verlaufenden Sitzungen gewinnt. — Im Romaniheil von „Vom Fels zum Meer" gelangt die überaus feffelnde Novelle „Gedankei.schuld" von Isolde Kurz zum Abschluß, während ent größerer Roman von Ilse Frapan „Die Betrogenen" beginnt und der Radfahrroman „Eldena" von Wilhelm Meyer-Förster durch seinen prächtigen Inhalt immer mehr das Jntereffe des Lesers fesselt. Wir können die Hefte von „Vom Fels zum Meer" in ihrer geschmackvollen und reichen Ausstattung und mit ihrem modernen, geistig-gehaltvollen Inhalt unfern Lesern auf's Wärmste empfehlen
Unser Salz. Für unseren Haushalt kommt Salz hauptsächlich als Verdauungs- und Conservirungsmiitel in Betracht. Es soll „die Absonderung von Speichel und den Austritt von Verdauungssästen aus den Drüsen der Magenschleimhaut befördern", zwei Umstände, die für die menschliche Verdauung von hoher Bedeutung sind. Scharf gesalzene Sachen, z. B. Caviar, Sardellen re., regen den Appetit an. Wir reichen sie daher als Vorkost, um empfänglicher zu machen. Diese sowie alle übrigen Verwendungsarten des Salzes im täglichen Leben finden eine interessante und erschöpfende Darlegung im neuesten Hefte der allbeued- ten illustrirten Familienzeitschrift „Zur Guten Stunde" (Berlin V. 57, Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.). Auch die übrigen Darbietungen tragen dazu bei, dieses Heft wiederum als eine ganz besonders glänzende Gabe unserer Journalliteratur hinzustellen.
Redaetion: 8L Scheyda. — Druck und «erlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m Bietzen.


