Ausgabe 
30.1.1897
 
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«sch einmal wurde er tu der Ausführung seines Vorhabens gehindert. Ein schüchternes Pochen tönte ihm entgegen, doch öffnete die Thür sich nicht auf feinHerein". Nach einer kleinen Panse dann wieder das leise Klopfen und dann wieder der Ruf des Doctors, jetzt lauter und ungeduldiger als zuvor. Aber noch immer kam Niemand- Dr. Jaksch murmelte ärger­lich :Du mußt es drei Mal sagen" und hob die Hand, um zu öffnen, als die Thür von außen sich behutsam auflhat. Es war der Taubstumme, der vor ihm stand.

Mit erregten Mienen trat er ein und brachte, während er den Zeigefinger zum Gruße gegen die Stirn erhob, seine Tafel zum Vorschein, die er mit einem schmutzigen Zeitungs­blatt umwickelt hatte. Schon zu Hause hatte er ein paar Sätze darauf niedergeschrieben und eifrig hielt er die Schrift nun dem Doctor vor die Augen.

Spur gefunden. Schwester mir heute Brief aus Berlin zugeschickt."

Er ließ dem Anderen kaum Zeit, diese Worte zu lesen- so eilfertig begann er nun in seinen Taschen zu suchen, aus deren einer er mit zitternder Hand einen zerknitterten Brief hervorholte. Dr. Jaksch nahm das Schreiben, trat an das Fenster und las. Es war nur ein kurzer Brief, nicht ganz orthographisch, aber flott und sicher geschrieben.

Geehrte Frau Müller! Ich bin ein Freund des jungen Mannes, der früher einmal bei Ihnen aufgezogen worden ist und der dann im Alter von 14 Jahren weglief. Er will nicht selbst an Sie schreiben und deshalb hat er mich beauftragt. Er möchte wissen, ob Sie noch irgend Sachen von ihm im Besitz haben ober ob er sonst auf irgend 'was Anspruch hat. Er hat Geld nöthig, und darum muß ich dies schreiben. Geben Sie Antwort nach Berlin, postlagernd Hauptpostamt unter N. M. 1113."

Dr. Jaksch überlegte einen Augenblick, bann stellte er sich so, daß Bäsmann sein Gesicht sehen konnte, unb sagte: Das ist leiber eine recht schwache Spur. Als erstes Lebens­zeichen nach langer Zeit ja immerhin bemerkenswerth, aber boch von zweifelhaftem Nutzen. Vielleicht sogar nur ein Erpressungsversuch von einem Dritten, ber zufällig einmal von der Sache gehört hat, aber selbst nichts Genaues weiß. Wir müssen antworten- ich werde den Bries behalten und die nöthigen Schritte thun bei der Berliner Polizei."

Eine große Enttäuschung malte sich auf des Taubstummen Gesicht- hastig griff er zur Tafel und schrieb die Worte: Dachte, Sie würden sich freuen. Würden zufrieden fein, 'was für Hannchen thun."

Man irrt sich manchmal in Dem, was man denkt, mein lieber Bäsmann," sagte der Doctor mit häßlichem Ver­ziehen des Mundes.Aber es ist immerhin etwas, warten Sie einmal." Er holte fein Portemonnaie hervor, öffnete es und nahm ein Dreimarkstück heraus, das er einen Augenblick zwischen den Fingern hielt- bann ließ er es wieber heinein- gleiten unb brachte eine einzelne Mark zum Vorschein, die er dem Taubstummen gab.Kaufen Sie dem Kinde etwas dafür."

Zornig über die kärgliche Abschlagszahlung und doch nicht im Stande, das Geschenk zurückzuweisen, griff Bäsmann nach dem Geldstück. Dann nickte er zum Abschied, hob wieder den Finger gegen die Stirn und ging langsam hinaus.

Der Doctor verschloß unmittelbar hinter ihm die Thür und lehnte auch die zu seinem Arbeitszimmer an, das er nun wieder betrat. Er setzte sich vor den Schreibtisch, las den Brief noch einmal, bedachtsam, Wort für Wort, um bann bie Schublabe bes Schreibtisches zu offnen, ber er eine verschlossene Mappe entnahm. Ein kleiner Schlüssel, ben er am Schlüsselbunbe trug, paßte bazu, unb als er ben Deckel zurückgeschlagen hatte, lagen alte Briefschaften vor ihm, auch ein paar Bilber zeigten sich zwischen ben gelb geworbenen Blättern.

Das eine bieser Bilber nahm er jetzt hervor und be­trachtete es lange. Es war die schöne verblichene Photo­

graphie, eines Knaben im Alter von drei Jahren etwa, eines Kindes mit großen, dunklen Augen und einem so trotzigen, insteren Ausdruck, wie er in diesem Alter nur selten sich tnbet. Als der Doctor bas Bilb in bie Mappe zurücklegte, 'am ein anberes, das daneben lag, ihm zufällig in die Hand, wch warf er nur einen raschen und scheuen Blick darauf. Es war das Bildniß eines Studenten mit bunter Mütze - ein scharfgeschnittenes, geistvolles unb gutes Gesicht, von einem noch schwachen Barte nur spärlich umrahmt.Diese verfluchten Schatten!" murmelte ber Doctor - mit einem mißmuthigen Seufzer schob er bie Bilber unter bie Papiere zurück, legte ben heute erhaltenen Brief obendrauf und ver- 'chloß die Mappe.

Dann frühstückte er eilig, indem er nur wenig, aber ein paar Gläser Wein rasch nach einander trank, hüllte sich tn seinen Pelz und verließ das Zimmer. Im Corridor des ersten Stockwerks blieb er zaudernd stehen-sie erfährt es noch früh genug," dachte er und warf dabei einen Blick auf die Thür von Fräulein Tietjeus' Zimmer. Er ging rasch vorüber, ohne anzuklopfen, aber die Treppe stieg er noch nicht hinunter, sondern bog nach dem Hinteren Flügel ab und trat bei seinem Neffen ein.

(Fortsetzung folgt.)

Mira?)

Von M. C. Carpenter Meyer.

(Nachdruck verboten.)

Die Nacht ist herabgesunken.

Eine wunderbare, sternenklare Nacht - die glühende Hitze ist einer erquickenden Kühle gewichen, ein lauer Wind fährt über die blühende Pracht und trägt ihren Duft hinaus in unbekannte Weiten, gleißend leuchtet das Mondlicht auf den Wassern und mischt sich mit dem electrischen Licht. Weich und schmeichelnd ertönen die Weisen der Musik im Edengarten von Calcutta.

Wagen auf Wagen rollt heran, ein distinguirtes Publikum, Weiße und Eingeborene, die ganze vornehme Welt von Calcutta gibt sich hier allabendlich Rendezvous auf der Esplanade.

In der Nähe des Orchesters stehen plaudernd zwei Herren. Des einen, jüngeren Haut ist noch wenig gebräunt vom Klima, Capitän Henricourts Commando nach Indien liegt erst wenige Monate zurück.

Wahrhaftig, Doctor, über eine solche Nacht muß man alle Strapazen Indiens vergessen- was ist eine europäische Frühlingsnacht mit all ihrem Reiz dagegen?"

Doctor Dun, dem Indien längst Heimath geworden, zieht gemächlich seinen Schnurrbart durch die wohlgepflegte, schmale Hand:

Allright, Capitän, aber mir erschien auch zuweilen eine Mondnacht am heimischen Strand ganz herrlich und wunder­bar. Ungefährdet und ungehindert konnte man im Zauber einer Frühlingsnacht, ein schönes Kind am Arm, einen Seiten­pfad wählen, im Schalten der Bäume, fern ab vom Orchester und Licht, auf rosige Lippen einen glühenden Kuß pressen. Hier würden Sie zweifellos den Kuß mit dem Biß einer Cobra bezahlen gewiß äußerst romantisch der Teufel aber hole diese Romantik und dann ist cs aller­dings um vieles angenehmer, wenn bei einem Spaziergang im Urwald statt ber Eicheln unb Kienäpfel goldleuchtenbe Ananas unb Bananen pflückreif uns winken, während Papa­geien und Kakadus an Stelle harmloser Meffen und Spechte sich auf den Zweigen wiegen.

Weniger berauschend ist es jedoch, wenn man glaubt, auf ein verdorrtes Blatt zu treten unb eine zischenbe Cobra fährt uns entgegen, ober schreienbe Affen bombarbiren wohlgezielt mit Cocosnüssen die Eindringlinge in ihr Revier"

*) Der Inhalt der Novelletie, so romantisch derselbe auch erscheint, beruht auf Wahrheit. D. R.