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Nester durch besondere Kunstfertigkeit hervorragen. Die zu den Seglern gehörenden Salanganen bauen Nester, die wie halb durchschnittene Näpfe aussehen und direct aus dem an der Luft erhärteten Speichel dieser Vögel bestehen. Es sind dies die berühmteneßbaren" Vogelnester, die in China sogar als Stärkungsmittel genossen werden. Die Nashornvögel nisten in Baumhöhlen, deren Eingang das brütende Weibchen durch den von ihm auf den Rand der Eingangsöffnung entleerten Koth so vermauert, daß nur ein enger Spalt bleibt. Erst wenn die jungen Vögel vollständig befiedert sind, wird der Verschluß entfernt. Der Eisvogel sucht sich eine glatte, senkrecht abfallende oder überhängende Uferwand aus und arbeitet eine Röhre in dieselbe hinein, indem er, sich mit den Füßen festhaltend, mit scharfen Schnabelhieben die Erde loslöst. Trotz der zu überwindenden Schwierigkeiten kommt er in verhältnißmäßig kurzer Zeit mit seiner Arbeit zu Ende. Die schräg aufsteigende Röhre hat 5 Zentimeter Durchmesser, ist bis zu 1 Meter lang und erweitert sich am Ende zu einem 10 Zentimeter breiten und 15 Zentimeter hohen, sorgfältig geglätteten Kessel. Die Wallnister (Hühnervögel in Australien) verscharren ihre Eier in Hügel aus Erde, Sand, Schlamm, und allerhand Thier- und Pflanzenresten und lassen sie durch die Wärme ausbrüten, welche die Gährung der in den An­häufungen enthaltenen organischen Stoffe bedingt. Das neu- holländische Buschhuhn z. B. scharrt sich, wie Gould berichtet mit Beginn des Frühlings einen große» Haufen aus abgestorbenen Pflanzentheilen zur Unterlage seiner Eier zusammen und überläßt die Entwickelung seiner Jungen der durch die Zersetzung entstehenden Wärme. Der Haufen wird mehrere Wochen vor der Legezeit aufgeschichtet, er ist kugel­förmig und enthält von zwei bis zu vier Karrenladungen Bau­stoffe. Wahrscheinlich vereinigen sich mehrere Paare der Vögel zu der Arbeit, auch wird derselbe Haufen mehrere Jahre benutzt. Der Hügel wird aufgehäuft, indem die Vögel eine gewisse Menge Baustoff mit dem Fuße losscharren und hinter sich nach einem Mittelpunkt werfen. Sie reinigen dabei den Boden ringsum so vollständig, daß kaum ein Blatt oder Grashalm liegen bleibt. Man hat schon bis zu einem Scheffel Eier in demselben Haufen gefunden. Die Bruthügel einer australischen Art, des Großfußes, haben einen Umfang von 15 bis 18 Meter und werden bis 4 Meter hoch gebaut.

Der Leser denke nicht, daß wir damit die Wunder des Nestbaues der Vögel erschöpft haben. Nur einen oberflächlichen Begriff haben wir ihm geben können, der dazu beitragen mag, sein Interesse für die Natur und ihre Geheimnisse anzuregen und zu beleben.

G-m-rnnütziges.

Lavsal in diesen heißen Sommertagen als Ersatz für Eis bietet eine schön geformte Speise nach folgender Zubereitung: Kirschen, Erdbeeren, Johannis- oder Stachel­beeren, auch Blaubeeren tc., zu Fruchtsaft gekocht, werden mit kalt angerührtem Mondamin von Brown u. Polson auf i/t Liter sind gewöhnlich 40 Gramm Mondamin zu nehmen ca. 10 Minuten gut durchgekocht, dann in eine Form geschüttet und nach dem Erkalten gestürzt. Zucker, Zitrone re. je nach Geschmack beifügen. Wird diese Speise eine geraume Zeit vor dem Mittag- oder Abendessen an­gerichtet und kühl im Keller oder auf Eis gestellt, so über­trifft sie au Erfrischung wie auch Wohlgeschmack jegliche Eis­speise, zumal der delicate Geschmack des Fruchtsaftes durch Brown u. Polsons Mondamin voll und rein erhalten bleibt. Unsere lieben Hausfrauen sollten diesen Wink gerade jetzt nicht unbeachtet lassen, da ein Jeder sich nach köstlicher Er­frischung bei dieser Hitze sehnt.

Hrlmsvistifches.

Gut gemeint. Herr (der einer Dame durch den Dienstmann ein Bouquet überbringen ließ):Hat Sie die Dame nicht ausgefragt, wer Ihnen das Bouquet gegeben ?" Dienstmann:Hm . . ja . . sie meinte, ob es nicht ein Herr mit einem laugen, dummen Gesicht gewesen wäre!" Herr:Das haben Sie doch verneint?!" Dienstmann: Natürlich ... ich werd' Sie doch nicht verrathen!"

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In der Verlegenheit. Vater (der seinen Sohn im Atelier besucht):Was hat denn der Gerichtsvollzieher bei Dir gethan?" Junger Künstler:Der der hat mit Modell gesessen.

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Neues Wort. Graf (zur Tochter):Ich werde nie zugeben, daß Du diesen Bürgerlichen zum Manne nimmst! Das wäre ja der reine Stammbaumfrevel!"

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Modern. Chef:. . . Also ich werde es mir noch überlegen ) denn Sie sind verheirathet und ich würde, offen gesagt, die Stelle lieber einem Ledigen verleihen!" Bewerbet: O, ich kann mich ja von meiner Frau scheiden lassen!"

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Im zoologischen Garten.Nicht wahr, Mama, das Stachelschwein ist der Struwwelpeter unter den Thieren?" * *

Anzüglich. Dienstmädchen:Aber wie Sie unser Geburtstagsgeschenk schön kleidet, gnädiger Herr!" Herr des Hauses (erstaunt):Euer Geburtstagsgeschenk?" - Dienstmädchen:Na, gewiß! Der Pelz, den Sie von der gnädigen Frau bekommen haben! . . . Dafür haben wir ein halbes Jahr statt Butter Margarine essen müssen!"

Auf dem Stoppelberg bei Wetzlar.

Still steht im Frühlingsschmuck der Wald da drunten. Der wie ein Kranz die lichte Höh' umfaßt, Auf der der Wand'rer, wenn dies Ziel gefunden, Sich gönnen darf verdiente süße Rast.

Von Menschen und von ihrem Lärm geschieden, Der Welt Geräusch und ihrer Hast entrückt, Genießt er ungestört den Waldesfrieden, Der sein zur Ruh' gekomm'nes Herz beglückt.

Ein kühler Lufthauch nach der Wand'rung Hitze Weht labend Stärkung zu der freien Brust, Und oben auf des Holzthurms Aussichtsspitze Sieht das entzückte Auge seine Lust

An all' den Wundern, die ringsum zu sehen

Auf Berg, im Thal, in Wald und Flur und Feld Die stolzen Burgen auf den steilen Höhen Und drüber ausgespannt das Himmelszelt.

Dort drüben Braunfels, hier das liebe Gießen,

Die rasch emporgeblühte Musenstadt, Da unten Wetzlars alte Thürme grüßen, Das GoethesWerther" mit veranlaßt hat.

Und rings die Dörfer all im schönen Kranze,

Auch Volpertshausen, sowie Garbenheim, Und weiter fort im Sonnenstrahlenglanze Die vielen Orte bei dem eig'nen Heim.

Zu ihm, von dem die Wand'rung ausgegangen,

Kehrt immer wieder gern zurück der Blick, An ihm. bleibt stets das Äug'- am längsten hangen: Denn in der Heimath wohnt allein das Glück!

So schön Du's finden magst in fremden Landen,

Zu denen wohlgemuth Du eilst hinaus, Stets treibt's Dich heim, mit festen Banden Bleibst Du geknüpft anS theure Vaterhaus. A

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Redactionr 8L Schehda. ~ Druck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gieße«.