191

Schrittes ging er dann seiner Wohnung im Victoria-Hotel zu.

das

die

des

Strandkorb trat. Heute ist der vierte Tag, und Niemand

ihn der

Er sprach den Satz nicht zu Ende. Wie seine Stimme Plötzlich ernst klang, vibrirte, wie seine Blicke sich ver­tieften, verschleierten, wie seine Augen in feuchtem Glanze auf ihr Antlitz gerichtet waren! So war er noch nie gewesen.

Mein Gott!" rief sie zurückschreckend aus.

wiß nicht wieder, er weiß wohl, warum! Schade!" Nein, der kommt nicht wieder! Der Ansicht bin ich

kommt meinen Plänen zu Hülfe, bestärkt mich in meinen Hoffnungen, in denen Sie, gnädiges Fräulein"

pflücke. Richtig, jetzt gab er Bertha die Blumen ihr, der Circe.

Nimm hin den Strauß der duftenden Phrola," intonirte er nach dec bekannten Reseda-Melodie und sie:Ihr Duften soll durch meine Lieder wehen und darin ew'ges Leben haben!"

Herrlich schallte die Melodie von Robert Franz, freilich dem veränderten Texte angepaht, durch die Dünen unddas ist doch zu toll!" flüsterte Helene.

Aber ihr Entschluß stand nach diesem Zwischenfalle nur noch fester, und bald kam er auch zur Ausführung. Der Doctor hatte nur die Hälfte der Blumen an Bertha gegeben, und nun trat er an sie, an Helene heran, ihr die andere Hälfte zu reichen.

Kommen Sie, mein gnädiges Fräulein," sagte er und das klang so Harm- und absichtsloskommen Sie, ich habe mich den ganzen Morgen noch nicht um Sie be­kümmert."

Lohengrin," rief ihm Bertha neckend nach und hing

Aber es war keine Zeit mehr, nach dem Grunde des ihn so gänzlich veränderten Ausdruckes zu fragen.

Als ob es eine höchst erfreuliche Thatsache beträfe, rief er den Hinzutretenden Vater und Tochter ent­gegen, daß er noch heute abreisen werde.Aber befürchten Sie nicht, daß ich Ihnen die Auf- und Erklärung schuldig bleibe" ein langer, tiefer Blick streifte Berthanein, Sie sollen in einigen Tagen von mir hören. Ach, da kommt auch gerade die Frau Regierungsräthin," wandte er sich an diese.Guten Morgen, gnädige Frau! Da kann ich mich auch Ihnen empfehlen, denn" er sah auf die Uhr in einer Stunde geht mein Schiff."

Und Ihr schuldiger Wahrheitsbeweis?"

Wird pünktlich angetreten werden!" Er sagte auch dem Geheimrath Lebewohl, flüsterte der verdutzt und fast kummervoll dreinschauenden Helene ein Dankeswort zu, und Bertha sang er aus Mendelssohns Liede in sanftem Schmeichel­tone:Bald wird sich Alles, Alles wenden!" Eiligen

sich ß" b=en Arm des Onkels. I Alle sahen ihm nach Alle mit völlig verschiedenem Ausdrucke.

a6er d^rredemDoctor da erzählte m chrono- Nun, Frau Bernau? Sie wollten uns so bald ganz

logischer Folge, das schren die allerverschredenartigsten Ein- " f H toie toer/v was",wohin", und

drücke zu machen. Zuerst lebhaftes Interesse, heiteres weiß noch, was mehr?" sagte endlich lachend der

Lächeln, dann Erstaunen m Mienen und Gesten. Endlich ° a

blieb er stehen setzte die Hände in die Hüften undnicht ! ' yj

d°nn ganz laut von seinen Lippen,nicht ^ie Cousinen saßen im Strandkorbe. Sie hatten sich möglich. Das ist ia em köstlicher Scherz. Wirklich reizend. gegenseitig aus einem Buche von Arthur Otto vorgelescn. Ern Scherz? fragte Helene überrascht. I Mechanisch blickten jetzt beide auf das Getriebe der Kinder,

natürlich. Das ist ja ju nett. I b,e mit hochgeschürzten Kleidern im ebbenden Wasser umher-

, Herr Doktor, ich verstehe wirklich nicht. Ich I ßefe aus dem feuchten Sande allerhand Bauwerke auf- mußte furchten, meine Mittheiluv^ wurde führten oder in den zurückbleibenden Wassertümpeln Schiffchen

Mich niederschMettern? Nein. Bitte, machen Sie I treiben _ sahen auf die Gesellschaft junger Herren mcht em so empörtes Gesicht, Fraulem Oldekopp hüben I Damen, die eben einen Croquetplatz abzustecken begannen. Sie Geduld, bis meine Lohengrtnzeit vorüber ist. Ach, _ __ ^lene, drüben den Dampfer! Er

ist ja köstlich, ^wiederholte er noch einmal lachend. I na$ Emden. Ich wollte, wir führen auch erst dahin!" Danke schön sagte er endlich und gab ihr die Hand, I 5gert<a gähnte herzhaft und rückhaltslos, beide Arme von ?<Ur ^gkrnd annahm. I sich streckend.Ich finde es herzlich langweilig, seit Lohen-

Wahrend sie noch darüber nachsann, wie ihre Mlttheilung ist. Die Sache ließ sich so nett an!"

so ausgelassen stimmen könne, war er schon wieder an I ^etene, noch ganz mit der eben beendeten Lectüre be- Cousine Seite. _ I schäftiqt, erschrak förmlich über der Cousine so ganz von der

Um Helenes Mund legte sich mehr und mehr der Zug I ^schweifenden Gedankengang.

Unwillens. Immer wieder blickte sie nach den BeidenAber Bertha, bedenke doch! Wie recht hat hinüber. Arthur Otto"

O mein Gott, sollte er ein so schlechter Mensch sein, I mch was! Wozu immer bedenken und sich langweilen? daß er trotzdem ? Das wäre ja ^archtbar . Ja, I . t g0^ettgrin doch auch ein gutes Theil Deiner guten nun erkannte sie die Verworfenheit des Mannes mit der mitgenommen! Du schleichst umher, als ob die

harmlos-fröhlichen Maske! O, sie mußte nun auch Bertha I en an Dir nagten. Glaube mir, das ist Langeweile! noch einmal warnen ehe es zn spät, ja, das mußte sw! @g gerQbe Alles so nett in Fluß, wir hätten hier bald

Schweigend ging sie neben ihrem Vater. Der schien I ben Mittelpunkt einer reizenden Coterie gebildet, wenn der noch immer nichts zu ahnen, der arme Mann! Welchen I Doctor geblieben wäre, der glaube mir der gar kein Schrecken würde er bekommen! Aber wenigstens sie I Doctor war. Schüttele nicht das schöne Köpfchen ich Helene wollte wach sein, die Augen offen haben! I ^abe die Pflaster aufgehoben, die er mir hinter's Ohr legte, Inzwischen gingen Bertha und der Doctor in heiterster und ich müßte mich irren, wenn ich dergleichen nicht schon Stimmung ein ganzes Stück voraus. I bei Hermann an anderen Stellen gesehen hätte. Aber er

Man war bei der Bictoriahöhe an den Strand hinab- I hat sich der Revanche klug entzogen, und der kommt ge- gestiegen und hatte eben das Herrenbad erreicht, als der I miß nicht wieder, er weiß wohl, warum! Schade!" Postbote mit einem Telegramm in der Hand auf HerrnNein, der kommt nicht wieder! Der Ansicht bin ich von Santen zutrat.Habe Sie schon eine ganze Weile auch," schnarrte die Regierungsräthin, die eben an den gesucht, mein Herr," sagte er. I Strandkorb trat. Heute ist der vierte Tag, und Niemand

Der Doctor las.Endlich!" sagte er dann, wie zu I weiß, wo er geblieben ist. Ich habe forschen lassen Alles sich selbst sprechend.Sehr gelegen das kann gut werden." vergebens. Keine Spur von Abreise mit dem Dampfer!

Was denn?" fragte Bertha. I Mit einem einfachen Fischerboote ist der losgesegelt. Und

Fragen Sie mich noch nicht! Ein glücklicher Zufall er kann doch unmöglich drei Tage und drei Nächte Hunde *1 " "" ' 1 fangen! Vielleicht ist er aus auf seinen Handel! Wer

weiß überhaupt, weß Geistes Kind er ist, und immerhin mag's ganz gut sein, daß er abgeschwommen ist, denn daß er für Sie Interesse hatte, meine Theuerste, das konnte ein Blinder sehen, und wissen Sie, man soll den Teufel nicht an die Wand malen undFräulein Bertha" sie machte ein Art von Knix dieser gegenüberhätte doch endlich" (Fortsetzung folgt.)