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Milchkuren.

Von vr. Hans Fröhlich.

------- (Nachdruck verboten.)

Die Milch stellt ein ebenso leicht verdauliches als für den Stoffersatz des Körpers ausreichendes Nahrungsmittel dar. Deshalb ist schon seit alter Zeit ein systematischer Genuß der Milch, die Milchkur, als wirksames Heilmittel gegen viele Krankheiten empfohlen worden. Natürlich muß die zu Kuren benutzte Milch gut und unverfälscht, darf nicht von Menschenhändengetauft" oder verkünstelt sein. Auch ist zu jeder Art von Kur eine durch gute Fütterung mit trockenem Heu und Mehltrank von gesundem Vieh erzeugte Milch nvihwendig. Wenn die Fütterung mit Rüben und allerhaus. in Gährung übergegangenen Küchenabfällen statt­findet, ist die Milch zum kurgemäßen Gebrauch untauglich.

Wirklich sichtbaren Erfolg kann man sich von einer Milchkur nur dann versprechen, wenn sie längere Zeit, etwa vier bis sechs Wochen, ohne Unterbrechung durchgeführt wird. Bei dieser Anwendung bildet sie aber auch ein ausgezeich­netes nährendes Heilmittel für schwächliche Kinder, Genesende, Ausgetrocknete, Schwächlinge, Nervenkranke und durch über­mäßige geistige oder körperliche Arbeit angestrengte Personen. Dr. Biot rühmt sie auch besonders bei Gelenk­rheumatismus. Es muß aber mindestens täglich zweimal ein halbes Liter getrunken werden, ohne die übrige gewohnte Nahrungsmenge deshalb zu verringern. Allmälig kann man auch zu einer größeren Menge steigen. Ist es irgend mög­lich, so soll die Milch des Morgens und Abends im Kuhstalle getrunken werden, ganz frisch gemolken, denn in diesem Zu­stande, noch mit dem Schaum des Melkens gemischt, wird sie ungleich besser vertragen und verdaut, als wenn durch längeres Stehenbleiben die Ausscheidung des Rahmes bereits begonnen hat. Der Volksglaube hat also gewissermaßen Recht, wenn er sich von dem Trinkenkuhwarmer" Milch besseren Erfolg verspricht. Jedoch ist es nicht richtig, dieser Beschaffenheit der Milch eine besondere Heilkraft zuzuschreiben. Allerdings hat kuhwarme Milch außer leichterer Verdaulich­keit und besserer Bekömmlichkeit noch einige andere, rein äußerliche Vortheile: Um sie in diesem Zustande zu genießen, muß man sich früh und pünktlich vom Lager erheben und den Weg zum Stalle hin- und zurückgehen, sich also, was bei jeder Milchkur von großer Wichtigkeit ist, Bewegung machen; außerdem kann man sich dabei auch an Ort und Stelle mit eigenen Augen davon überzeugen, daß man den Trunkun­getauft" in die Hand bekommt. Wer aber kuhwarme Milch nicht verträgt oder sich nicht verschaffen kann, möge nur ruhig abgestandene trinken, welche im Sommer Zimmertemperatur haben soll, im Winter jedoch in heißem Wasser leicht erwägt werden muß. Das Trinken geschehe stets langsam, in kleinen Schlucken, damit die Milch sich nicht im Magen zu großen, äußerst schwer verdaulichen Klumpen zusammenballt. Um dies noch leichter zu verhüten, ist es empfehlenswerth, gleich­zeitig etwas Schwarzbrod oder Zwieback zu genießen. Wer sich mit demfaden" Geschmacke der Milch durchaus nicht befreunden oder sie absolut nicht vertragen kann, muß Bei­mischungen zusetzen. Am bekömmlichsten wirken meist: doppelt­kohlensaures Natron, Kalkwasser oder gebrannte Magnesia. Auch kann zu diesem Zwecke eine Verdünnung mit Zucker­wasser, geschlagenem Eiweiß oder dergleichen stattfinden In England ist der Zusatz von Spirituosen zur Milch üblich, um den Genuß derselben anregender und angenehmer zu gestalten. Dies ist namentlich auch zu empfehlen, wenn man die Milch nicht kurgemäß, sondern auf Fußreisen gelegentlich genießt- ein kleines Gläschen Kornbranntwein, Rum oder Arak auf ein halbes Liter Milch benimmt den faden, für Gaumen und Magen reizlosen Geschmack und giebt ein sehr anregendes, sowie zugleich äußerst nahrhaftes Getränk. Die eingefleisch­ten Kaffeetrinker können den Milchkurtrunk auch mit Kaffee

anbittern", d. h. etwa einen Theelöffel kalten oder warmen selbstbereiteten Kaffee-Extract einem halben Liter Milch zu­setzen.

Die Frage, ob auch Ziegenmilch zur Kur verwendbar oder gar geeigneter sei, möge man ruhig dem Geschmack zur Beantwortung überlassen. Es giebt nicht wenig Erwachsene, welchen die eigenthümliche um einen Weinausdruck zu ge­brauchenBlume" der Ziegenmilch widersteht. Wirklich empfehlenswerth ist sie aber erfahrungsgemäß den zu Darm- catarrhen neigenden Patienten.

Manche Personen vertragen nur saure Milch, sogenannte Dickmilch. Diese ist ein im Oriente schon lange bekanntes Mittel, um die namentlich bei Damen erwünschte Wohl­beleibtheit zu erhalten Durch Zusatz von geriebenem Schwarz­brod wird die saure Milch leichter verdaulich, indem dasselbe die Bildung größerer Ballen von Käsestoff im Magen ver­hindert.

Kurgemäß wird zuweilen auch die Buttermilch gebraucht. Diese enthält außer dem Rahm alle anderen Bestandtheile der Milch. Der Gehalt an Milchsäure (0,3 pCt.) macht das Casein verdaulicher, indem das feste Zusammenballen des­selben verhindert wird. Die Buttermilch ist ein leicht ab­führendes Getränk, das die nährenden Eigenschaften der Milch ohne das Fett derselben enthält und daher auch dort an­gewendet werden kann, wo man Fettansatz vermeiden will. Der systematische Gebrauch der Buttermilch ist bei hartnäckiger Stuhlverstopfung und bei chronischen Magengeschwüren zu empfehlen.

Alle Arten von Milchkuren können aber nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn während der Kurzeit auch im übrigen eine gesundheitsgemäße Lebensweise innegehalten wird. Mögen sich die Patienten auf dem Lande aufhalten oder den Trunk einer im Weichbilde der Stadt gelegenen oder auf einem Promenadenplatze errichteten Molkerei ent­nehmen, stets gehört dazu die Befolgung der hygienischen Gebote: Früh aufstehen, viel promeniren, welch' fremd­ländisches Wort immer noch mehr Andacht und Folgsamkeit findet als das schlichteSpazierengehen", und energisches, tiefes Athmen. Namentlich körperliche Bewegung ist bei jeder Milchkur in ausgiebigster Weise durchaus nothwendig, damit die dem Magen zugeführte größere Nahrungsmenge auch ge­nügend verarbeitet und ordentlich ausgenutzt wird.

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Tomatensalat auf englische Art. Man schält die Tomaten mit einem scharfen Messer, schneidet sie in dünne Scheiben und nimmt die Kerne heraus. Zwei harte Eidotter werden zerdrückt, mit zwei Eßlöffeln Olivenöl, einem Eßlöffel Senf, reichlich Salz, einer Prise Pfeffer, dem nöthigen Essig und einigen TropfenMaggi" vermischt, diese Salatsauce über die Tomatenscheiben gegossen und gut damit vermengt.

Redaction: 8L Schcyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.