Gemeinnütziges.
Gartenarbeit. Die an den Kohlpflanzen sich zeigenden Raupen sollten fleißig abgelesen werden. Bindsalat und Endivien werden zum Bleichen gebunden, beim Carviol, an dem sich Blumen zeigen, werden einige Blätter geknickt und über die Blume gebreitet, oder die Blätter über der Blume zusammen- gebundcn. Frühkartoffeln werden geerntet und das Land zu anderen Culturen verwendet. Reife Samen werden gesammelt und die Gewürzpflanzen zum letzten Mal geschnitten.
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Wespenstiche können lebensgefährlich werden, wenn solche im Halse während des Schluckens beigebracht werden. Die Fundgrube gibt ein Mittel an, das sofort Leichterung bringt, sobald man spürt, daß man im Munde oder Hals gestochen ist, nehme man einen Theelöffel voll Kochsalz, mit etwas W-sser angefeuchtet, und verschlucke dies langsam. Geschwulst und Schmerzen verschwinden hierbei in kürzester Zeit. Dies einfache Mittel hat schon Manchen vom Tode errettet.
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Rinderfilet ä la Radziwill. 10 Personen Be- reitnngszeit 3/4 Stunden. — Ein starkes, gut abgelegenes Rinderfilet wird gehäutet, gespickt und in bekannter Weise in längstens einer halben Stunde in Butter saftig gebraten, so daß es beim Tranchiren innen vollkommen« rosig aussieht. Für die Sauce, die dem Gericht den Namen gibt, röstet man 10 Zwiebeln, 100 Gr. rohen Schinken, beides sein würflich geschnitten in 125 Gr. Butter gelblich, fügt drei Löffel Mehl hinzu, rührt dies glatt und füllt nun Liter Rheinwein, eben so viel sehr starke Bouillon aus Liebigs Fleisch-Extract und Vio Liter Bordeaux Essig aus, 15 Gr. Zucker beisügend. Sobald die Sauce gut verkocht ist, wozu es etwa 20 Minuten bedürfen wird, treibt man sie durch ein Sieb, giebt sie in die gesäuberte Casserole zurück, und schlägt sie mit einem nußgroßen Stück frischer Butter verrührt, mit drei Eigelben schaumig. Sollte sie nicht sogleich angerichtet werden, so ist sie im Wasserbade heiß zu halten. — Das Filet wird geschnitten und mit Kartoffelbeignets umkränzt.
VevnEchtes.
Die Lyrik auf demZweirad. Unter dieser Ueber- schrift gibt P. v. Schönthan in der „Jugend" einige Umdichtungen:
An Minna. (Rach Schiller.) Träum' ich, ist mein Auge trüber, nebelts mir ums Angesicht? Meine Minna fährt vorüber, meine Minna kennt mich nicht? In Gesellschaft ihrer „Brüder" fährt sie noch im Mondenlicht, und am Morgen fährt sie wieder — meine Minna ist es nicht. Ganz dem Sport ist sie ergeben, für den Liebsten sehr fatal! Das nur möcht' ich noch erleben, daß sie hinsällt bald einmal. Ha! wie will ich dann Dich höhnen! Höhnen? Gottbewahre mich! Weinen will ich, bittere Thränen weinen, Minna, über Dich!
(Nach Heine.) Anfangs war ich sehr dagegen, und ich glaubt', ich führe nie- und jetzt radl' ich allerwegen, aber fragt mich nur nicht: wie?
(Nach Goethe.) Es war ein König in Thule, getreu bis an das Grab, dem sterbend seine Buhle ihr gebrauchtes Zweirad gab. Es ging ihm nichts darüber, er lobt den leichten Lauf- die Augen gingen ihm über, so oft saß er darauf.
Freie Kunst. (Nach Uhland.) Fahre, wem ein Rad gegeben, in dem deutschen Radlerwald, das ist Freude, das
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I ist Leben, wenn's von allen Rädern schallt. Nicht an wenig I stolze Namen ist die Radfahrkunst gebannt, Räder gibt's für Herrn und Damen überall im deutschen Land.
(Nach Heine.) Allnächtlich im Traume seh ich mich aus dem Rad Dich freundlich grüßen, und laut all-heileud stürze ich und liege vor Deinen Füßen!
Der Jüngling am Rade. (Nach Schillers „Jüngling am Bache".) Auf dem Rade saß der Knabe, doch er windet keinen Kranz, das erfordert zu viel Hebung, nur ein guter Fahrer kann's. Komm, Geliebte, hab' die Gnade, Horch, die Quelle rieselt klar! Raum ist auf dem kleinsten Tandem üt ein glücklich liebend Paar.
Muster eines Geschäftsreisenden. Sens- reisender (zu den Kannibalen): „Und wenn ich nun wirklich gebraten und verspeist werden soll, so bitte ich die Herren, bei dieser Gelegenheit doch auch einmal einen Versuch mit meinem Senf zu machen! Ich reise für Meyer u. Co."
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Sie weiß sich zu helfen. „Das Rauschen der See ist köstlich- ich hör' es zu gerne und werde es sehr ver- missen!" — „I, du brauchst mir ja nur ein seidenes Kleid zu schenken, das rauscht auch!" *
ge ft gelegtes Gold. Amerikaner haben ausgerechnet, daß das in den Ver. Staaten in Zahnplomben „angelegte" Gold einen Gesammtwerth von 20 Millionen Dollar repräsentirt.
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„I bettle net!" Der Hansenbauer Ihut Aepsel herunter. Da kommt des Schulmeisters Fritz t en vorbei, sieht die Aepsel, die schon im Korbe sind, gar begehrlich an und sagt endlich: „Du, Hansenbauer, hast Du amol schöne Aepsel, aber i' bettle net, sonst werd' i’ zankt!"
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Fatal. Junge Frau Morgens beim Frühstück zu ihrem Manne: „Wann bist Du heute Nacht nach Hause gekommen, Hugo?" Mann: „Etwas nach zwölfe!" Frau: „Hm, sonderbar, Guste erzählte vorhin, heute Morgen um 6 Uhr sei Dein Ueberzieher noch hin und hergebaumelt!
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Backfischträume. Eine recht innige glückliche Liebschaft möchte ich haben — und alle Welt müßte mich darum beneiden — und das tiefste Geheimniß sollte e§fern!
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Weiblicher Scha rfsinn. Siebe Mathilde, ich hab mich jetzt fest entschlossen, alle Deine Wünsche zu erfüllen. Du darfst sechs Wochen aufs Land und bekommst eine neue Toilette- auch werde ich Dir wahrscheinlich Rokoko-Möbel str Deinen Salon kaufen!" - „Karl, Karl - was mußt Du wieder Alles angestellt haben!"
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Die Vertheidigung der Termopylen. Patrouille (meldend): „Herr Oberst, die Türken sind so zahlreich, dal; ihre Geschosse die Sonne verfinstern." Griechischer Ober! ■ „So werden wir im Schatten ausreißen!"
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Vom Pfarrer Kneipp. Kam da eines Tages za Pfarrer Kneipp ein Student nach beendigter Kur, um za fragen, was er schuldig sei. „Nix", lautete die prompte Antwort, „bin froh, daß Sie mich nicht anpumpt haben.
In der Schule. Lehrer (bei Besprechung von Schiller „Wilhelm Tell"): Wie kam es, daß Geßler die „W Gasse" um so viel später erreichte, als Tell?" — Schule • „Seine Uhr war abgelaufen!"
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerci (Pietsch & Scheyda) in
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