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einer aalglatten Fixigkeit das Zimmer verlassen. Nein, so ein Rowdy . . .!

Um die Tactlofigkeit meines Manner konnte ich mich jetzt aber wirklich nicht kümmern. Es galt, die neue Minna einzurichten und anzulernen. Ich zeigte ihr die Wohnung, stellte sie den Kindern vor und quartirte sie im Mädchengelaß ein. So ein bescheidenes Mädchen hatte ich noch nie gehabt, die war ja beinahe schüchtern, sie sagte nichis weiter wie danke Madame" undJa" undNein": Und dann wie merkwürdig, sie sprach das alles ganz hochdeutsch, sieberlinerte" gar nicht. Welch ein Glück für mich und für die Kinder. Na, das sah ich ja ohne Weiteres ein, die Person mußte ich mir warm halten, da mußte ich schon hin und wieder ei en Pflock zurückstecken, denn so was Gebildetes bekommt man nicht alle Tage wieder.

In den nächsten vier Wochen verlebte ich geradezu ein Idyll. Nein, diese Minna war einfach himmlisch. Früh, Schlag secks auf dem Posten, mit den Kindern ein Herz und i eine Seele, ein Muster von Ordnung und Reinlichkeit, im j Kochen ^perfect, ich war einfach baff!

Ich habe noch nie ein Mädchen gehabt, das derartiges Berständniß für die Pflichten einer Hausfrau besitzt wie Sie, Minna," lobte ich. ' 1

//Ach, gnädige Frau," wehrte sie das Lob ab,ich habe ja lange genug einem Haushalt vorgestanden," sie errötheie und fuhr dann hastig fort:wo ich früher war, war Madame sehr oft krank . . ."

Es war brav von Ihnen, daß Sie dem Mann die Hausfrau zum Theil ersetzt haben," meinte ich ganz gerührt. Nun ich kann auch 'mal krank werden und dann weiß ich doch, daß mein Mann nichts entbehren wird, das ist mir ein großer Trost."

Minna verschwand in ihrer geräuschlosen Weise, es kam mir aber so vor, als ob die Tassen, die sie eben hinaustrug, lebhaft gegen einander klirrten.

Die Kinder behütete sie mit fast mütterlicher Zärtlichkeit, die hingen mehr an Minna als an mir. Was Minna für Geschichtchen und für Märchen zu erzählen wußte, das war geradezu reizend. Von der Hexe, vom Däumling, vom Menschenfreffer, vom Robinson, vom Lederstrumpf .

//Wo nur Minna alle die Geschichten her weiß?" fragte ich eines Mittags meinen Mann.

Der zuckte die Achseln, aber mein Junge rief triumphirend : Ohhh, Minna weiß noch viel andere Geschichten, sie hat ja ihren Kindern auch immer so nette Sachen vorerzählt

//Halt doch Deinen voreiligen Mund," verwies tch den Bengel,Du bist gar nicht gefragt worden und wenn Du gefragt würdest, was würdest Du denn wissen! Minna bat doch keine Kinder."

Doch," beharrte der,zwei Kinder hat sie, einen Jungen und em Mädchen, ich habe ja das Bild gesehen, sie hat mir's gezeigt . . ."

Wir mußten Beide lachen.Ach, laß die Dummheit," sagte ich dem Jungen,wer weiß, was Minna Dir für eine Photographie gezeigt hat."

Das Mädchen entwickelte sich mehr und mehr zu einem Phänomen. Minna verkehrte nicht mit den übrigen dienstbaren Geistern im Hause, sie tratschte nicht, sie bändelte sogar mit der Portiersfrau nicht den leisesten Klatsch an. Zu mir war sie so zuvorkommend, wie dies noch kein Mädchen^gewesen war. Nur meinem Mann ging sie gefliffentlich aus dem Wege. Das konnte ick ihr nun allerdings nicht verdenken, aber mit der Zeit wurde mir das etwas auffällig.

Minna scheint großen Respect vor Dir zu haben," forschte tch eines Tages meinen Mann aus,sie macht immer einen großen Bogen um Dich. Ist Dir das noch nicht aufgefallen?" .. , tch weiß nicht . . .," sagte der so recht bedächtig, diese Mmna .. ., die muß ich schon mal irgendwo und irgendwie

gesehen haben, aber ich kann mir den Kopf zerbrechen, - ich erinnere mich nicht mehr daran."

Schließlich entdeckte ich noch eine merkwürdige Eigen­schaft an Minna: sie hatte einen fast unhörbaren Schritt und Tritt, in ihren schwarzen Strümpfen flog sie ä la Trilby über den Eorridor. Als ich einmal das Wäschespind revidirk und neue Ankäufe einordnete, fühlte ich, daß mir Jemand zusah. Minna stand hinter mir, ich hatte nicht gehört, daß sie ins Zimmer getreten war. Als ein Einschreibbrief von meiner Mutter gekommen war, der mir die Zinsherabsetzum eines Hypothekenbriefes verkündigte und zugleich eine Aus­fertigung der neuen Documente brachte, kam es mir so vor als ob ich diese nicht allein läse,- ich wandte mich um: Minna bückte sich plötzlich zur Erde und rollte den Teppich zusammen. Als ich am Geburtstag meines Töchterchens unsere Familien- Cassette hervorgeholt hatte, um in dieser das Geschenk einer Pathin zu bergen, spürte ich einen Luftzug: im Rahmen der Thür, die ganz geräuschlos geöffnet worden war, stand Minna . . .

(Schluß folgt.)

Gemeinnütziges.

Nur reife Beeren kaufe«: Es rückt die Zeit der Beeren-Obst-Ernte heran. Möchten, so schreiben dieN. H.V.", die Betreffenden rechtzeitig gemahnt werden, die Erdbeeren rc. erst richtig reifen zu lassen, ehe sie dieselben pflücken! Und ausgereifte Früchte, gleichviel Beeren oder Kernobst, sind durchaus unvollwerthig, weil noch der so wichtigen Nährsalze entbehrend, deren blutbildende Kraft nur in der voll aus­gereiften Frucht zu finden! Und dieser Reifeproceß ist, speciell bei Beerenobst, niemals durch etwaiges im Keller Nachreifen lassen wollen" zu ergänzen! Kaum theilweise geröthet, werden aber die Beeren abgepflückt und zum Verkauf gebracht! Möchten unsere Hausfrauen darum unvoll­kommen gereifte Beeren entrüstet zurückweisen, da sie damit unserem blutarmen, nährsalzhungrigen Geschlecht' nichts B utbildendes" vorsetzen, sondern viel eher noch auch bei vorsichtigster Zubereitung, Magen- und Darmkatarrh veran­lassen ! Gewiß muß die richtig reife Beere sorgsamer ge­pflückt werden, doch einsichtsvolle und nicht am unrichtigen Platze sparende Hausfrauen werden gerne für eine tadellose und gesunde Frucht ein paar Pfennige pro Liter mehr be­zahlen! Die Hauptsache ist und bleckt: Nur reifes Obst kann und wird gesundheitlich nützen.

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Hammelszungen auf* italienische Art. In eine Kasserole bringt man Speckscheiben, je vier in Scheiben zer­schnittene Zwiebeln und Carotten, Petersilie, Pfeffer und Salz, sowie etwas Auflösung von Liebigs Fleisckextract und läßt hierin die Hammelszungen fünf Stunden lang langsam dünsten. Dann belegt man den Boden einer Pfanne, die man mit Butter ausgestrichen hat, mit einer Farce von Kalbfleisch, legt darauf die Zungen, bedeckt diese wiederum mit Kalbfleischfarce und Speckscheiben Md läßt das Gericht im Ofen braten. Inzwischen verrührt man über dem Feuer etwas Mehl in Butter, fügt feingehackte Schalotten und Champignons sowie Petersilie, etwas Bratenjus und Weißwein hinzu, läßt diese Sauce aufkochen und gießt sie, sobald sie ziemlich dick ist, über das gar gewordene Gericht.

Hnmsviftisches.

Ach so! Sie:Wie kannst Du es denn nur wagen, Papa'n zu sagen, Du hättest Aussicht, in der nächsten Zeit hunderttausend Mark zu bekommen?" Er:Na, die be­komme ich doch auch, wenn ich Dich heirathe."

Rcdaction. 8L Druck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerci (Pi»tsch L'Schcyda) in Hießen.