— 236
(Fortsetzung folgt.)
Vermischt«»
Literarisches
probenummern.
daß Wir Dir um Alles in der Welt keinen Verdruß bereiten möchten.
Nun mußt Du aber wissen: Die Minister haben eine Zulage für die Lieutenants gar nicht verlangt. Und wenn die's nicht wollen, dann gehts nicht. Aber tröste Dich, Dein Bruder wird gewiß bald Premierlieutenant, und dann bekommt er gleich mehr Gehalt. Und was die Morgenschuhe betrifft — die stickst Du für ihn: dann freut er sich, daß er eine so liebe Schwester hat, und jagt sich alle Sorgen aus dem Kopf. Leb' wohl!
gehen."
Zur Frauenfrage. Freunde wie Gegner der Frauenbewegung sind darin einig, daß die Krankenpflege eine Thätigkeit ist, die Frauen die vollste Befriedigung gewährt und in der sie die Männer weit übertreffen. Es fehlte nur bis vor Kurzem die rechte Gelegenhert zur leichten Erlernung und zur geeigneten Beschäftigung in der Krankenpflege. Aus der einen Seite standen die Mutterhäuser (Diaconissenhäuser und Rothe- Kreuz^ Vereins), die durch ihre Verfassung nicht für Jedermann patzten. Und recht wenig verlockend war auf der anderen Seite die Stellung einer Wärterin im Krankenhause. Einen, für Ausbildung und Anstellung neuen Weg hat der Evang. Diaconieverein eingeschlagen, der dadurch in noch nicht drei Jahren etwa 400 Damen der Krankenpflege zugeführt hat Derselbe gewährt einjährige Ausbildung in der. Krankenpflege unentgeltlich bei freier Station und ohne irgend welche Verpflichtungen für' die Zukunft. Denjenigen Damen, die die Krankenpflege zum Berns machen und dabei nicht allein stehen, aber auch in Mutterhäuser mcht eintreten wollen, bietet er außerdem Anstellung wie Beamten mit Gehalt und Pension und mit Krankenversicherung. Dre darüber erschienene Broschüre des Begründers des Vereins, Prof. D. Dr. Znnmer m Herborn, .Der Go. Di-conievereiN^ (Herborn, Preis 1 Mk.) ist in 17 Monaten in 7000 Exemplaren erschienen. Diaconleseminare befinden sich xur Zeit in den städtischen Krankenhäusern zu Stettin, Magdeburg, Zeitz Erfurt, Elberfeld. Außerdem wird Ausbildung in psychisch» Kranken- und in Frauenpflege, Geburtshilfe und Lehr- und Wirthschasts- diaconie gewährt. Auskunft ertheilt kostenfrei der Vorstand des Diacome- vereins in Herborn (Bez. Wiesbaden).
*
Gratis-Schnitte, genau passend, nach Körpermaß, liefert allen ihren Abonnentinnen das jetzt tonangebende Welt-Moden-Journal »Große Mo»e«weU" mit bunter Fächer-Vignette, Verlag John Henry Schwerin, Berlin, und zwar zu jedem dann dargestellien Costüme. Der beispiellose Erfolg - die Große Modenwelt erschein in über 200,000 Auflage trotz erst sechsjährigen Bestehens - WW für den practischen Stutzen und die Vorzüglichkeit dieses ModeniournatS allergrößten Stils. Die eben zur Ausgabe gelangte 18. Mal-Rum»» bringt eine ganze Reihe von Sportcostümen, sowie solche für Bad und Reise. Strand, Kurort und Sportplatz liefern den characterisüschen Hintergrund zu den künstlerisch ausgesührten, herrlichen Gruppenbildern. Unterhaltende illustrirte Belletristik und hübsche Handarbeiten ' ständigen den überaus reichen Inhalt. Zur Erlangung der oben - wähnten Gratis-Schnitte bedarf es nur der Einsendung der Maßangav-u sowie der Selbstkosten von SO Pfg. für Schnitte für Erwachsene und 35 Pfg. für Kinder-Modenschnitte. „Große Modenwelt 1 Mark vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postanstaltcn nehm Abonnements entgegen. Erstere und der Verlag liefern auch
* *
Du stehst unter dem Pantoffel, §Mann!" sagte er; „komm, willst Du mir den Rum geben oder nicht?"
„Du hast schon mehr als genug," erwiderte der Wirth mit großer Ruhe; „Du thätest besser daran, so lange Deine schlotterigen Beine Dich zu tragen vermögen, nach Hause zu
Eine« allerliebsten Brief hat dieser Tage der Reichstagsabgeordnete Pachnicke erhalten. Da er der Absenderm nicht direct antworten kann, hat er das „Rerchsblatt gebeten, für ihn zu erwidern. Vielleicht gelangt es so tn Elsens Hände. Aber zuerst der Brief, und zwar mit all den niedlichen Schreibfehlern, die er enthält. Hier ist er:
Lieber Herr Pachnicke!
Sein Sie nicht böse das ein Schulmädchen an Sie schreibt, aber ich kann mir nicht anders helfen. Montag vor 14 Tagen hat sich in Schleswig ein junger Lieutnant erschossen, wert er kein Geld mehr hatte, und seine Eltern hatten auch kerns. Und nun habe ich solche Angst dass mein Bruder sich auch erschiest, denn er hat auch nur sehr wenig Geld,, und meine Eltern können ihm auch nicht sehr viel geben, weil wir noch mehr Kinder sind. Wenn nun mein Papa meiner Mama die Zeitung vorliest habe ich immer zugehört und habe schon lange immer ausgepaßt, ob die Lieutenants Zulage bekommen werden, und da hat ein Herr gesagt, die Seeonde Lieutenants brauchen es nicht, aber die Premier Lieutenants müsten etwas haben, und ich glaube das haben Sie gesagt. Aber das ist nicht so, die Premier Lieutnants haben meistens schon reiche Frauen, und die essen auch nicht mehr wie ein junger Lieutenant, und darum braucht er es auch eben so sehr nöthig. Nun will ich Sie sehr bitten doch dafür zu sorgen das sie auch ein Bischen mehr Geld bekommen, sonst muss ja mein lieber Bruder auch Schuldenmachen und schiest sich gewiss auch tob, wie der arme Lieutenant Kolbe. Mein Bruder ist garnicht leichtsinnig, aber als er zum Besuch war, da hat er mir nachher heimlich erzählt dass er garnicht dafür kann, wenn er nicht auskommt, aber es wird im Kasino alle Augenblicke einer abgegessen, oder was gefeiert und dann muß er Wein trinken, auch wenn es ihm gar nicht schmeckt, und da kommt so viel zusammen und er kann sich zu Abendbrot» nie richtig satt essen. Und die Uniformen kosten auch so viel. Wenn Sie nun meine Bitte nicht erfüllen können und dem Reichstag sagen, das er den Lieutenants mehr gibt, so bitten Sie doch unfern lieben Kaiser, das er befehlen soll, dass die armen Lieutenants nicht Wein trinken und keine Liebesmalzeiten feiern brauchen. Ich habe mir jetzt vorgenommen immer fleißig zu sein und das Geld für die gute Zensur für meinen Bruder zu sparen, aber es dauert doch so lange, bis es viel ist. Sein Sie nicht böse, wenn ich noch Fehler gemacht habe, aber ich darf doch von keinem nachsehen lassen, und damit sie es keinem sagen können, sage ich ihnen auch nicht wie ich weiter heisse, denn mein Papa würde sehr böse und darum stecke ich den Bries auch in den Zugbriefkasten dann wissen sie auch nicht wo ich bin, das macht unser Fräulein immer so. Aber wenn Sie sorgen das mein Bruder mehr Gehalt bekommt sticke ich Ihnen auch schöne Morgenschuhe, das kann ich schon. Es grüßt Sie Ihre
Else.
Antwort:
Liebe Else! Du siehst, an einer Stelle ist was ausgelassen. Wir wollen nämlich auch nicht, daß Papa dahinter kommt. Was Du Da sagst, ist Alles so gut und so lieb,
Billen nnd kleine «amUienhLns«-. V°n ®.e.”rn8S; Mit 112 Abbildungen von Wohngebäuden nebst dazu gehörige" GM riff en und 23 in den Text gedruckten Figuren. Fünfte Auflage. Original-Leinenband 5 Mk. Verlag von I. I. Weber tn Das geräuschvolle Leben der modernen Industrie und Handelscen r mit deren engen Straßen und dumpfen, lichtarmen Hofen, noch ) aber die abnehmende Seßhaftigkeit in den heutigen Mwthskasernen fördert die Sehnsucht nach dem Sitz auf eigener Scholle m den gI deren Vororten oder gar in freier Natur. Die weitverzweigten S p bahnnetze unserer Großstädte, die zunehmende Bequemlichkeit und^ a leit des Verkehrs mit den Vorortzügen rücken dieses ^deal auch Beamten, dem Gewerbetreibenden, dem besser gestellten Aiv erreichbare Nähe. Unser Buch will nun allen Baulustigen em W und zuverlässiger Rathgeber sein, der keinen Augenblick di » W Arbeitslöhne und den Kostenpreis der Baumaterialien außer BerJF läßt. Die Wahl des Bauplatzes, der Entwurf des Grundrw°s, Durchführung des Baues von der Kelleranlage bis zur Emde l Daches, die Feuerungs- und Heizungsanlagen, Alles wird an, practischer Erfahrung erörtert. Zahlreiche Pläne von Fam«M berücksichtigen ein verfügbares Baucapital von 2200 bis so, und erleichtern dadurch den Voranschlag ganz außerordentlich.
Redaction: SL Echeyda. — Druck und Verlag der Brübl'schen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in eg


