Ausgabe 
21.10.1897
 
Einzelbild herunterladen

4ZL

Aus dem Tagebuch* einer Dame.Alle diese Sorgen hatten meine Gesundheit stark angegriffen- in zwei Jahren war ich um wenigstens sechs Monate gealtert.

Die Allgemeine Ausstellung für Nahrungsmittel und Botts-Ernährung, die augenblicklich im Berliner Meß­palast tagt, beweist wieder einmal auf das Deutlichste, welch' einer außerordentlichen Verbreitung sich Liebigs Fleisch-Extract erfreut und daß der Gebrauch dieses Genußmittels zum un° abweislichen Bedürfniß aller Derer geworden ist, die mit dem Departement der Küche - sei es sür Gesunde oder Kranke zn thun haben. Wo uns in der Ausstellung prac- tische Kochversuche vorgeführt werden, sehen wir die culinari- schen Künstlerinnen sich des Liebigs Fleisch-Extraetes bedienen. Die Damen der Kochschule des Berliner Hausfrauen-Vererns, der natürlich in der Reihe der Aussteller nicht fehlt, zeigen den Besuchern bereitwilligst die practische Verwendung des Fleisch-Ertracts sowohl für Tassen Bouillon wie auch in Ver­bindung mit Gemüse-Präserven re. und mit Vergnügen er­fahren wir, daß auch die Speiseanstalten des Vereins der Berliner Volksküchen von 1866 bei der Bereitung ihrer Suppen und Gemüse mit Vorliebe nur Liebigs Fleisch-Extract verwenden, das, wie Frau Lina Morgenstern als erste Autorität bezeugt, für die Schnellküche unentbehrlich geworden ist. Als Dritter im Bunde zeigt Herr Gutsbesitzer G. Richter I aus Falkenberg bei Grünau, der seine neue Erfindung, die Dauerkartoffel, und deren Verwendung Praktisch vorsührt, wie werthvoll Liebigs Fleisch-Extract auch für die Bereitung seiner Kartoffelsuppen und Saucen ist und tote diese gerade ihre Hauptwürze durch die Liebig'sche Erfindung erhalten, ohne die, wie entschieden feststeht, in der Küche nun einmal nicht mehr auszukommen ist. *

*

Einfaches Mittel gegen da- lästige Verschlucken.

Man halte, sobald man sich verschluckt hat, einen oder beide

I Arme in die Höhe und sofort ist der Sache abgeholfen. Selbst bei Kindern, bei denen ein Verschlucken ,a sehr oft vorkommt, ja selbst bei dem nur wenige Wochen alten Säug-

I linge bewährt sich dieses einfache Mittel, weil im Nu Alles wieder in Ordnung ist.

* * *

Als Aufbewahrungsort für Fleifchwaaren, wie Speck, Schinken u. s. w., benutze ich seit Jahren schon die ungeheizten Stubenöfen. Die Oefen werden sauber gereinigt, mit Papier ausgelegt und dann die Fleischwaaren im trockenen Zustande hineingelegt und die Oesen geschlossen. Die Maaren halten sich wunderschön, sind stets trocken und schimmeln nicht. Dieses Verfahren kann ich Allen empfehlen. Aus demPrac- tischen Wegweiser", Würzburg.

Hrnirsvistisches.

Vornehm.Sie haben mich rufen lassen, gnädige Frau !"Ach, Herr Doctor, ich hatte in der Nacht wieder so entsetzliche Hustenanfälle," (zur Kainmerzo e) :Lffe te, husten Sie doch 'mal so, wie ich diese Nacht gehustet habe.

Individuell. Herr (zum Rechtsanwalt):Nun, wie ist es Ihnen denn mit Ihrem Clienten ergangen? Hab n Sie ihn durchgebracht?" Vertheidiger:-sechs Monate hat er bekommen statt der vom Staatsanwalt beantragten achtzehn. Ich hätte den Kerl ganz frei gekriegt, wenn e nicht so infam gestanden hätte!"

Moderne Anzeige.Eine etwas korpulente Köch n wünscht mit einer Herrschaft sechs Wochen m Carlsbad zu verleben. Gefl. Offerten unterFettsucht"."

*

B-ilcheu im Zimmer zum Blühen zu bringen. Zu diesem Zwecke sind im Laufe des Herbste» kräftige Pflanzen mit möglichst guten Wurzelballen in geräumrge Blumentöpfe, mit nahrhafter, lockerer Erde zu pflanzen. Man grabt die­selben sodann bis an ihren Rand auf einem Blumenbeete ein und gießt sie an. Bis zu ihrem Bringen m s Ztmmer bleiben die Töpfe im Freien, woselbst sie nach dem Winter zu gut mit Laub zugedeckt werden. Die Töpfe sind einzeln und nach und nach in5 Zimmer zu bringen und nah am Fenster aufzustellen. Die Pflanzen zeigen da bald neues Leben, die Blätter richten sich in die Höhe und m kurzer Zeit zeigen sich auch schon die Knospen und Blüthen. Alte, welke und faulige Blätter sind vorsichtig zu entfernen. Anfangs ist nur wenig, später reichlicher zu gießen. Die verblühten Pflanzen bringt man im Frühjahr wieder in's Freie zurück und an Stelle der verblühten Pflanzen wieder andere in s Ztmmer und fährt so fort, so lange es der Vorrath gestattet. Mit einem Dutzend Pflanzen in Töpfen kann man von Weihnachten bi» zum Frühjahr ununterbrochen einen Veilchenflor im Ztmmer erzielen und verdient das Treiben der Veilchen ebenso viel Beachtung, als das Treiben der Hyacinthen und Tulpen. _______

Aedactümr S. Sch-pda. Druck mU> Verla, der Brühl'schen wilvrrfitätS.Buch. und Strindruckcrn (Pietsch & ^cheyda) in «4

Gemeinnützige».

DasAusschwitze« ves Petroleums aus den Lampen ii» verhüten. Man bereite eine aus gleichen Theilen ve i stehende Mischung eines Silicates von Pottasche (auflösbares Glas) und Glycerin her und thue eine entsprechende Quan­tität der Mischung in das vorher gut gereinigte Bassin der Lampe, welches man damit gut ausspült. Nachdem man das Innere des Bassins gut damit ausgeschwenkt hat, laßt man da» Bassin gut auStrocknen. Es bildet sich eme Lage von Silicat (kieselsaures Salz), welches dre innerenWände des Bassins überzieht und für das Petroleum völlig undurch­dringlich macht. Der übrig gebliebene Theil der> Mischung wird für späteren Gebrauch in einer Flasche aufbewahrt.

Ersparuitz a« Heizmaterial. Man sammle die Asche aus dem Ofen in eisernen Gefäßen, füge kaltes Wasser zu und bereite aus Asche und Wasser einen fletfen, nicht wässerigen Brei. Ist das Brennmaterial tut Ofen glühend, sei es von j CokS ober Steinkohlen, so schütte man den feuchten Brei darauf, jedoch so, daß an einer Seite eine Oeffnung frei bleibt, damit der Zug von oben an die Gluth kommen kann. Die Asche brennt und wenn sie glüht, wird der Ofen zuge- schraubt- die Hitze bleibt gleichmäßiger und andauernder als ohne den Brei. Die auf diese Weise bewirkte Ersparniß ist eine ganz beträchtliche. Biel sparen läßt Mauch durch das Verbrennen der Küchenabfälle, Kartoffelschalen, Gemüseabfalle re. im Küchenherd. Rur bringe man diese nur dann m s Feuer, wenn nicht eine starke Hitze, sondern eine mehr gleichmäßige erforderlich ist, ein langsame- Kochen bewirkt werden soll.

Unsere Zimmerpflanzen im Winter. Der größte Feind derselben ist die trockene Luft des Zimmers. Je stärker geheizt wird, desto höher die Temperatur ste gt, um so mehr leiden die Gewächse. Unter Einwirkung trockener Luft werden die Blattspitzen der Palmen und anderer Ge­wächse dürr - man schneidet sie ab, aber damit ist nur schein­bar geholfen, die Blattränder trocknen rasch werter und schließ­lich bleibt vom stolzen Palmwedel nur noch der Stiel, der natürlich auch abgeschnitten werden muß, denn er verunziert die Palme. Um dies zu vermeiden, sorge man stets für eine feuchte Zimmerlust. Man stelle deshalb während der Heiz­periode ein flaches, stets mit Wasser gefülltes Gefäß auf den Ofen und einige ebensolche zwischen die Blumentöpfe oder beschaffe sich eine selbstthätige Zimmerfontaine, dte bekanntlich «uch für uns Menschen von außerordentlicher Wohlthat ist.