Ausgabe 
21.9.1897
 
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GeineinnrWses.

Für die Kleinen. Können die schwarzen, fetten Samenkörner der Sonnenblume nicht an die Hühner ver­füttert werden, so bittet Eure Eltern, daß sie Euch nach Ab­zug der für die nächstjährige Aussaat bestimmten Körner den Rest geben. Ihr schneidet dann die reifen Sonnenblumen an langen Stielen ab und hängt sie an einem trockenen, luftigen Orte auf. Kommt nun der strenge Winter, in dem unsere Sänger in Feld und Wald oft bittere Noth leiden, so knüpft Ihr hier und da so einen großen Teller an die Aeste der Bäume oder steckt die langen harten Stiele in den Schneehaufen. Ihr werdet hell auflachen, wenn Ihr dem drolligen Treiben zuseht, wie sich die hungrigen Vögelchen um den Leckerbissen streiten. Stolz dürft Ihr aber dann auch sein, zum Schutze der armen Vögel etwas gethan zu haben.

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Gummi zu erweichen. Gummiringe, wie man sie au Fruchteinmachgläsern gebraucht, werden häufig hart und brüchig. Man kann sie aber weich machen, wenn man sie in Ammoniakwasser (em Theil Ammoniak auf zwei Theile Wasser) legt. Manchmal brauchen die Ringe in diesem Bade nicht länger wie 5 Minuten liegen zu bleiben. Meistens ist aber eine halbe Stunde nöthig, um ihnen ihre frühere Elasticität wieder zu geben.

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Will man Buntstickereien waschen, so nimmt man l/i oder/2 Pfund mit Wasser vermischte Weizenkleie und läßt die Wäschestücke mehrere Stunden darin langsam kochen. Dann gießt man die Brühe sorgfältig durch ein Leinensäckchen, kühlt dieselbe ab und wäscht in der kalten Lauge die Sticke­reien. Zweimaliges Durchwaschen sowie Nachspülen in klarem Wasser ist nothwendig.

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Kaninchenbraten. Zu den verschiedenartigen Braten sind die großen Sorten, d. h. belgische, lothringer re. Riesen­kaninchen, am passendsten. Der Rücken des ausgeweideten, zerlegten und gereinigten Kaninchens wird wie beim Hasen gespickt und mit Speckscheiben belegt. Dann streut man etwas Salz darüber, legt den Braten in die heiße Pfanne, worin reichlich Butter oder Speckscheiben gelb gemacht sind, und giebt einen Löffel Senf hinzu. Sobald der Braten weich ist und dunkelgelb erscheint, welches nach einer Stunde etwa erfolgt, gießt man eine halbe Taffe saure Sahne oder saure Milch darüber und läßt ihn noch 10 Minuten braten, nimmt dann den Braten heraus und ebnet die Sauce mit etwas Kartoffelmehl.

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Weistbrob-Pastetchen. 10 Personen. Bereitungszeit eine Stunde. Man reibt von runden, nicht zu kleinen Weißbrödchen oder Knüttelchen die braune Rinde ab, schneidet die obere Hälfte ziemlich flach ab, entfernt die Krume der unteren größeren Theile und weicht diese ein wenig in mit Ei gequirlter Milch. Dann füllt man sie nach Belieben mit einer Farce, für die man verschiedene Bratenreste verwandte, oder mit Steinpilzen, die man mit etwas Petersilie, Eßdragon, Pimpinelle, einer kleinen geriebenen Chalotte, einer Scheibe gewiegten Schinken, einem Ei, einem halben Theelöffel Liebigs Fleisch-Extract nebst einem Glase Portwein verrührt und weich gedämpft hat. (Bei frischen Pilzen schneidet man die Köpfe und wiegt die Reste.) Die Oberfläche dieser ge­füllten Semmel-Pastetchen beträufelt man mit zerlassener Krebsbutter, streut geriebene Semmel über, die man mit etwas Citronensast anfeuchten kann, und bäckt sie in einer Viertelstunde im mäßigwarmen Ofen.

HrrmovrstZsehes.

AusLustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berlin SW. Abonnement 1,30 Mk. vierteljährlich. Einzel­nummer 10 Pfg. Auf Leben und Tod. Jung-Moses: //Ich sag' Euch, Tateleben, Mammeleben, gebt Ihr mir nicht 's Sarahleben, nehm' ich mir 's Leben!"

Rechnung eines Delicateßwaarengeschäfts an den Lieutenant Jenachdem:

Mai 1. 6 Flaschen Sect, 2 Gänseleberpasteten . 50, Mk.

5. Eine Torte an Frl. Isolde Springer, Tänzerin.........10,

10. 1 Kalbsbraten, 3 Flaschen Bordeaux . 15,

17. 2 Salamiwürste, 1 Flasche Mosel . . 4,

23. Eine Torte an Frl. Bumke, Nähterin . 3, 27. 1 Leberwurst, 3 Flaschen Bier . . . 1,

31. 2 Matjesheringe, 1 Flasche Bier . . 0,50

83,50 Mk.

Chef (zu einem Vater, der seinen Sohn in die Lehre geben will):Hat Ihr Sohn auch Sprachkenntnisse?" Vater:Nu gennß, er verstaiht vier Sprachen!" Chef: Io, welche denn?" Vater:Daitsch, jüdisch, jüdisch- daitsch und dailsch-jüdisch!"

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Die neue Mode. Junge Frau:Denke Dir nur, Heinrich, mein neuer Hut ist mir heute weggeweht worden und von einem Omnibusse und zwei Droschken überfahren worden." Gatte:Dann willst Du wohl wieder einen neuen Hut haben?" Junge Frau:Nein, denke Dir, ich brachte ihn zur Putzmacherin und durch das Ueberfahren hat der Hut eine neue, ganz reizende Form bekommen."

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Deutlicher Wink. Unteroffizier (zum Rekruten, der einen eben erhaltenen Schinken und Würste auspackt):Nanu, Mudicke, woher wissen denn Ihre Eltern auf einmal, daß heute mein Geburtstag ist?"

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Im Geschäftseifer. Sie:Hast De gelesen, Moritz, der Baron Goldstein hat gegeben hundert Mark für Ob dach­lose?" Er:Wie haißt hundert Mark! Hab' ich gestern erst gegeben fünftausend Mark für Terkenlose!"

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Der Grund. Wirthin:Was ist denn eigentlich der Grund, daß Sie von mir sortziehen wollen?" Chambre­garnist :Den Grund will ich Ihnen gern nennen, das ist der Kaffecgrund, den Sie mir immer als Kaffee vorsetzen."

Literarisches

Eine neue Bewegung im Frauenleben beginnt jedesmal, wenn die Herbstmoden, wie jetzt eben wieder, zur Herrschaft gelangen, und die Frage:Was ist kleidsam? Was ist chic?" führt meist zu langen und erregten Debatten. Eine allein zutreffende Antwort darauf giebt das in Modesachen tonangebende WeltmodenblattGroße Moden- welt" mit bunter Fächervignette, Verlag von John Henry Schwerin, Berlins. 35, welches nicht nur Pariser, sondern auch Berliner, Wiener und Londoner Moden mit geschmackvoller Auswahl in herrlichen Moden- Genrebildern zur Darstellung bringt. In der That giebt es kaum ein anderes Modenblatt der Welt, welches wieGroße Modenwelt" mit bunter Fächervignette für nur 1 Mk. vierteljährlich eine solche Fülle an Text und Bildern bietet und zwar von Moden, Belletristik (mit vor­nehmen Bildern, auch humoristischen), Schnittmusterbogen (doppelseitig, zu jeder 14tägigen Nummer), mehrfigürlichen Stahlstich-Colorits, Muster- srisuren, großen Extra-Handarbeiten-Beilagen, Hausfrauen-Zeitung re. re. DieGroße Modenwelt" mit bunter Fächervignette man achte genau auf den Titel erscheint in ea. 200,000 Auflage und in meh­reren Sprachen, und nehmen Abonnements alle Buchhandlungen und Postanstalten entgegen. Gratis-Probenummern bei ersteren und durch den Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35.

Redaetion: SL Scheyda. Drück und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.