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opf ohne Herz macht böses Blut;

Herz ohne Kopf thut auch nicht gut; Wo Glück und Segen soll gedeihen, Muß Kopf und Herz beisammen sein.

Der Mensch hat nichts so eigen, So wohl steht ihm nichts an, Als daß er Treu' erzeigen

Und Freundschaft halten kann. Simon Dach.

Das Kind der Tänzerin.

Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann.

(Fortsetzung.)

Meine Kühnheit hatte meine Mutter völlig überwältigt) sie versuchte keine Rechtfertigung, sondern brach in Thränen aus.Die Harmony-Alley klebt Dir noch stark an, Ethel," schluchzte sie.Ich wünsche eine passende Partie für Dich zu Stande zu bringen und würde dies erfolgreich durchgeführt haben, wenn Du meine Absichten nicht durchkreuzt hättest. Jetzt aber will ich nichts mehr von der Sache wissen. Nur noch Eines!" fuhr sie fort, indem sie ihre Thränen trocknete. Wann wirst Du mir die Verwaltung Deines Vermögens übertragen? Ich will Antwort auf diese Frage, denn ich bin des langen Wartens müde. Ueberlaß mir die Verwaltung Deines Erbes auf der Stelle!"

Das kann und werde ich nicht," antwortete ich.

W e?!" schrie sie zornig.Du wagst es, mich so ohne Weiteres bei Seite zu schieben, Elende?"

Ich werde die Controle über mein Vermögen in meinen eigenen Händen behalten," entgegnete ich kalt)ich bedarf Deiner Hülfe nicht, und damit genug!"

Undankbare Creatur!" versetzte sie mit einem haß­erfüllten Blick.Dann will ich auch nicht länger mit Dir unter einem Dache wohnen! Konnte ich übrigens Besseres von einem Kinde erwarten, das in der Harmony-Alley heran­wuchs? Du bist Robert Greylocks echte Tochter) Du hast ganz sein halsstarriges Temperament. Wie ich höre, ist es Deine Absicht, Nan einen Th eil Deines Geldes zu geben, für den Fall, daß Du sie finden solltest. Ich hoffe, Du wirst sie nie, nie finden. Ich wußte, sobald ich Dich sah, daß mit Dir nicht auszukommen sein würde. Nun, Du mußt mir

ja doch ein hübsches Jahrgeld aussetzen, ich will mich nach dem schönen Paris begeben und dort den Rest meiner Tage in Frieden verleben. Es wäre mir unerträglich, länger unter einem Dache mit Dir zu verweilen."

Gegen diesen Vorschlag hatte ich keine Einwendungen zu erheben. Die Sache wurde ohne Zögern arrangirt. Gerade eine Woche darauf nahmen wir einen kalten Abschied bon einander und trennten uns, um nie wieder zusammenzu­kommen.

Mittlerweile war in keinem Theater, in keinem Ballet des gan;en Landes eine Spur von Nau zu entdecken.

Großmutter Serag wurde von der Harmony-Alley nach einer anständigen Behausung geschafft und der Pflege ehrlicher und freundlicher Leute übergeben. Es war meine Absicht, fie für den Rest ihres Lebens mit allem Eomfort zu um­geben) allein der plötzliche Uebergang von Hunger und Ent­behrung zu Ueberfluß war mehr als die Alte zu ertragen vermochte.^ Einen Monat nach ihrer Uebersiedelung von der

Doclor Vaudine schrieb mir einen Gratulationsbrief ein sehr höfliches und förmliches Schreiben, das auf mich den Eindruck eines letzten Lebewohls machte. Ich war in einen anderen Kreis versetzt worden, in dem ich seines Mit­leids und seiner Güte nicht mehr bedurfte.

Von derKatzen - Herberge" gingen mir keine weiteren Nachrichten mehr zu) eines Tages jedoch, als ich an Tante Pamelas Seile durch die engen Straßen von Blackport fuhr, flog des Doctors Einspänner an unserer Equipage vorbei.

Nur einen Moment begegneten sich unsere Blicke. Ich saß, tief in Trauer gekleidet und in schweren Pelz gehüllt, neben Tante Pamela und bot ohne Z-veifel seinen Augen einen merkwürdigen Anblick dar, als ich mich ceremoniös verneigte. Er nahm ebenso ceremoniös den Hut ab. Ein Gefühl des Stolzes das erste, das ich in meinem neuen Leben empfunden hatte durchzuckte mich, um im nächsten Augenblick der Wehmuth und dem Schmerze zu weichen.

Du bist so bleich, mein Kind," sagte Tante Pamela besorgt.Du zitterst) fühlst Du Dich etwa unwohl?"

Es ist die Kälte," stammelre ich, indem ich mich dichter in meinen Pelz hüllte.

31. Capitel.

Die Fabrikarbeiterin.

Die Monate kamen und schwanden dahin. Ein trüber Herbstabend dämmerte über die geschäftige Stadt Millbridge herein. Die Arbeitsstunden in den großen Wollfabriken waren vorüber, Eine Glocke ertönte, und die Arbeiten