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ein tiefer Athemzug ihre Brust, und mit treuherzigstem Gesicht, welches in Dankbarkeit erstrahlte, streckte sie dem Assessor die große, knochige Hand entgegen.
„Sie sind ein Prachtkerl, ich danke Ihnen! Sie haben das Beste und Edelste gethan, was je ein Mensch thun konnte und was ich Ihnen immer neiden werde!"
Der Assesior lachte: „Sie beschämen mich, mein gnädigstes Fräulein, und beloben etwas Selbstverständliches über Gebühr! Dennoch hoffe ich, daß Ihre wohlwollenden Gesinnungen unsere flüchtige Bekanntschaft zu einer dauernden gestalten werden!"
Fränzchen nickte sehr gönnerhaft und schüttelte die Hand des jungen Forstmannes, daß die Knochen knackten. „Verlassen Sie sich darauf," sagte sie pathetisch, „Sie sollen sich nicht in mir getäuscht haben!"
Abermals klang Hufschlog neben ihnen,- Graf Willibald gelangte zwar später wie seine Tochter, aber doch glücklich und wohlbehalten neben dem „durchgebrannten Pflegekinde" an.
(Fortsetzung folgt.)
Gemeinnützige».
Verhütet bei den Stubenvögel« die Erkältung! Wie oft kann man sehen, daß jetzt am Morgen beim Reinigen der Zimmer die Fenster geöffnet werden, ohne daß man sich die Mühe nimmt, den Vogelkäfig, der gewöhnlich dort seinen Platz hat, auf kurze Zeit wegzustellen. Oft geschieht dies aus Bequemlichkeit oder Unkenntniß, obwohl man bei einiger Beobachtung klar werden muß, daß diese Behandlung den Stubenvögeln nicht gerade angenehm sein kann, wenn sie plötzlich der kalten Luft ja meistens Zugluft ausgesetzt werden. Durch das Aufstellen der Federn und Ruhigsitzen bekunden sie ihr Unbehagen. Erkältungen, die sich durch Heiserkeit bei Singvögeln oder Rheumatismus der Füße kennzeichnen, sind, wie der „Praktische Wegweiser", Würzburg (vierteljährl. Abonnementspreis 30 Pf.) schreibt, die Folge und dann wundert man sich noch, daß der Vogel nicht mehr singt und krank werden kann.
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Heber das Fleisch-Pepton der Liebig-Compagnie spricht sich der Nervenarzt Dr. Dtto Dornblüth in Rostock in seinem „Kochbuch für Kranke" in außerordentlich anerkennender Weise aus. Wiederholt weist Herr Dr. Dornblüth, gestützt auf die wissenschaftliche Analyse des Fleisch-Peptons, auf den Gehalt desselben an wirklichen Nährstoffen hin und erkärt es für eines der besten und werthvollsten unter allen ähnlichen Erzeugnissen. Ganz besonders wird die Anwendung des Fleisch-Peptons da empfohlen, wo in Fällen der Schwäche und Appetitlosigkeit eine Vermehrung der Nährstoffe ohne weitere Anstrengung des Kranken oder möglichst unbemerkt geschehen folL
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Topfpflanzen. Oft sieht man, daß Zimmerblumen im Winter vor den Fenstern plötzlich welk werden, namentlich solche, die in lebhaftem Wachsthume begriffen sind. Es hat das folgende Ursache: Nur zu oft stehen die Blumentöpfe so nahe den Fenstern, daß die namentlich durch die unteren Fensterritzen eindringende kalte Luft die Blumentöpfe so stark abkühlt, daß die Wurzeln nicht mehr im Stande sind, zu arbeiten, Wasser aufzunehmen. Die Blume selbst ist in einer Lust, deren Temperatur die Lebensvorgänge aufrecht erhält, sie verdunstet Wasser, kann dasselbe aus obigem Grunde nicht ersetzen. Man treffe hiernach seine Maßregeln, rücke die Töpfe möglichst von den Fenstern ab, stelle sie auf ein kleines Holzgestell, so daß sie oberhalb der Fugen, die nach Außen gehen, zu stehen kommen. Sehr zu empfehlen ist auch namentlich,
kleinere Töpfe, deren Masse schnell erkaltet, in größere zu stellen und den Zwischenraum, wie der „Practische Wegweiser", Würzburg (vierteljährl. Abonnementspreis 30 Pfg.), schreibt, mit Moos auszufüllen.
Hnrnsvistisches.
Humor des Auslands. Aelteres Fräulein (mit gelbem Teint): „Ihre Maiblumen sind aber sehr theuer!" — Verkäuferin: „Nehmen Sie Veilchen, die stehen Ihnen bester . . . Violett paßt gut zu gelb!"
Richter: „Weißt Du, wohin Du kommst, mein Junge, wenn Du etwas beschwörst, was nicht wahr ist?" — Junge (dessen Vater freidenkerische Schriften liest): „Nein, Sie wissen's aber auch nicht."
Mr. A.: „Können Sie sich etwas Besseres denken bei einem Eisenbahnunglück als Geistesgegenwart?" — Mr. B.: „O ja, Abwesenheit des Körpers!"
Manche Leute treffen wohl den Nagel immer auf den Kopf,- aber der Nagel ist oft an einer falschen Stelle eingeschlagen.
A.: „Die Haarlocke hier in dem Medaillon ist Wohl ein theures Andenken?" — B. (kahlköpfig): „Allerdings- sie ist von mir."
A.: „Nun, wie geht es Ihnen, mein Lieber?" — B.: „Oh, ich danke- mir geht'S wie einem jungen Anwalt." — A.: „Was wollen Sie damit sagen?" — B.: „Ich habe nichts zu klagen!" („Münch. Jugend".)
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Praktisch. Gast (in einem Dorfwirthshaus): „Na, Herr Wirth, Sie haben sich ja seit meinem letzten Hiersein ein ganz neues Mobiliar angeschafft! Gedrehte Füße an Tisch und Stühlen — das heiß' ich nobel!" — Wirth: „Ja, wissen Sie, weg'n der Nobless' is dös net g'scheh'n, sondern weg'n 'm Rauf'n. Da hab'n s' mir alleweil d' Stuhlfüß' abg'haut und deshalb hab' ich mir solche zum Abschraub'n kauft! Wenn's zum Rauf'n kommt, sind s' gleich 'runter und wenn ausg'rauft is, gleich wieder ang'schraubt!"
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In der Verlegenheit. Vater (plötzlich auf Besuch gekommen): „Aber, Arthur, Dein Kleiderspind ist ja gänzlich leer?" — Studiosus: „Nun ja, Vater, Du hast mir immer so dringend an's Herz gelegt, sparsam zu wirthschasten und da habe ich die Sachen eben total aufgetragen!" * *
Lakonische Auskunft. „Der Herr Rath zieht sich ja immer mehr von aller Geselligkeit zurück — ist die Ursache Menschenhaß, Kränklichkeit oder Alter?" — „Alte!"
Auf dem Gleiberg im Winter.
(Stimmungsbild.)
Es dringt durch's Gemäuer so klagend der Sturm, Wie ist's doch so traurig am ragenden Thurm;
Verödet liegt ringsum das liebliche Thal, So falb sind die Kräuter, die Bäume so kahl.
Auf den stillen Friedhof fallen Raschelnd dürre Blätter nieder, Und wie Geisterstimmen schallen Aus dem Kirchlein Trauerlieder.
Der Frost hat die Blumen des Feldes geknickt, Der Schmerz streift die Blüthe, die's, Leben uns schmückt; Es zittert vor Kälte der alternde Baum, Er schüttelt das Haupt im verödeten Raum.
Haare bleichen, Jahre schwinden Bei des Lebens herben Schmerzen; Was wir suchen und nicht finden — Tod giebt's dem gebrochnen Herzen I
K. L. Bart.hels.
Rebaction: «. Scheyda. — Druck uud «erlag der Brühl'schen Universitäts-Buch, und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


