Pfeffer, einen einer Citrone etwas Liebigs die Leber auf darüber.
sich Freunde zu welche man üben ein sympathischer hältniffe, sowohl stand und ebenso Wenigen, welche
Ein rücksichtsloser Gast ist im Schlosse ebenso unangenehm wie in der Hütte, weil er die Selbstsucht stets zur Schau trägt, was bei dem Reichen noch unangenehmer ist, wie bei dem Armen, der, durch Noth und Entbehrung verbittert, nach und nach dazu kommt, immer in erster Linie an das liebe Fch" zu denken. Kaiser Alexander Severus (f 23r> nach Ehr.) ließ an seinem Palast und an öffentlichen Gebäuden den Spruch anbringen: „Quod tibi fieri non vis alteri ne feceris“, was so viel heißt, als: „Was Du nicht willst, daß man Dir thu', das füge auch keinem andern zu.' -- Der heilige Kolumbanus that im Jahre 615 einen ähnlichen Ausspruch und aus diesen beiden ©toten ist der alte Reim- fpruch entstanden, welcher die höchste pädagogische Weisheit in sich faßt und zum Vademecum jeder richtigen Herzenserziehung werden soll. Wenn Gastgeber wie Gäste sich diesen alten Reimspruch stets vor Augen hielten, so wäre das Besuchemachen und Besuchcempfangen die Quintessenz des höchsten Lebensgenusses, denn was gibt cs Schöneres, als in wohlwollender Freundschaft mit seinen Mitmenschen zu verkehren, bei diesen verständnißvolles Entgegenkommen und warmen Herzenstaet zu sinden. Die Schule des Lebens allein lehrt aber beides nicht; der Keim dazu muß im frühesten Kindesalter gelegt werden, sollen sich derartige herzerquickende Eigenschaften in späteren Jahren zu Nutz und Frommen der Anderen und des eigenen „Jchs" zweckmäßig und hinreichend entfalten. Man thut folglich sehr unrecht daran, wenn man die Freude an der Gastfreundschaft, die Freude an dem Begriffe, Anderen etwas bieten zu dürfen, nicht frühzeitig in den Kindern weckt. Sie muß Hand in Hand gehen mit dem Gehorsam und der Gefügigkeit, soll aus dem Kinde ein erwachsenes Geschöpf werden, welches gerne Gäste bei sich empfängt , denselben das Leben angenehm macht, und ihrerseits auch im erforderlichen Falle sich als angenehmer Gast zu benehmen weiß.
Kalbsleber auf italienische Art. Eine Kalbsleber schneidet man in 1/2 Centimeter dicke Scheiben, erhitzt in emtr Bratpfanne 30 Gramm Butter und bringt in dieselbe die Leber, die man während fünf Minuten unter öfterem Um- wenden über starkem und hierauf noch weitere fünf Minuten über schwachem Feuer braten läßt. Dann fügt man Swz, Theelöffel gehackte Petersilie, sowie den Sait hinzu und mischt im letzten Momente noch Fleischextract unter die Sauce. Man richtet einer flachen Schüffel an und gießt die Sauce
nach besten Kräften den Aufenthalt gemüthlich und angenehm zu machen, aber damit sie dies von Herzen können, müssen sie an den Gästen wenigstens den Wunsch bemerken, kerne Störung im Hause zu verursachen und möglichst wenig Be
dienung zu beanspruchen.
Wer ein angenehmer Gast werden will, muß entweder von Kindheit an dazu erzogen werden, oder der mangelnden Erziehung selbst nachhelfen, wenn er einmal alt und vernünftig genug ist, um zum Lehrmeister an sich selbst zu werden. Frauen, welche mehr gewohnt sind, von Km^eit an auf Andere Rücksicht zu nehmen, sollten, wenn es nach Recht und Vernunft zuginge, in jedem Hause angenehmere Gäste sein als Herren. - Seltsamer Weise ist die Geschichte in der Regel aber gerade umgekehrt. Der Mann fügt sich leichter den Gewohnheiten eines fremden Hauswesens als die Frau, vielleicht, weil er in den meisten Fällen doch so viel Ritterlichkeit besitz , den Sinn und die Art der Hausfrau zu respectiren, wahrend die Frau für ihre Geschlechtsgenossin nur allzu häufig keine Rücksicht kennt. Im Fremdenzimmer das unglaublichste Chaos zu Tage zu fördern, die Dienstboten eines Hauswesens, in welchem man eigentlich gar nicht zu regiren hat, zu allen Stunden des Tages und der Nacht in Anspruch zu nehmen, die übliche Hausordnung umzukehren, weil man selbst an eine andere gewöhnt ist - das sind Dinge, welchen man bet Gästen nur allzu häufig begegnet und die es manchen Leuten verleiden, Anderen den Aufenthalt in ihrem Hause anzubieten. Mangel an Selbstsucht ist nicht nur die erste Bedingung, um erwerben, sondern auch die erste Tugend, soll, will man Anspruch daraus erheben, Gast zu sein. Es gilt dies für alle Ver- für die Kleinbürgerlichen wie für den Mittelgut für diesen wie für die verhältnißmäßig auf der Höhe des Lebens stehen.
Mdaction: «. Vch-Yda. — Druck und «erlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Sch-Yda) m M«-
Literarisches.
Aus tausendjährigem Schlummer zu neuem Leben erweckt sind -- Scarabäen, das sind altegyptische, sür Hig gehaltene @*en, welche aus der oberen Seite einen Käfer und auf der ^nnensiil Miniatur-Götterbild zeigen, und zwar dienen jetzt künstlerisch vellen^ Nachbildungen derselben den Damen als Gürtelschnallen, Hutagr N , Manschettenknöpfe u. a. m. Dieser seltsamen Neubelebung untergegangenen Mode gedenkt der vorzüglich geschriebene Mobende der soeben zur Ausgabe gelangten 18. Februar-Nummer Modonwelt", mit bunter Fächer - Vignette, Verlag v> oh O Schwerin, Berlin W. 35. In lieblichem Contrast zu dieser alt-ShM n Reminicenz treten die in herrlichen Genre - Bildern und Einze sig zur Darstellung gebrachten neuen Frühjahrsmoden, unter., de zwei entzückende Brauttoiletten das Interesse besonders deriemgen die selbst noch in ihrem Lebens- und Liebesfrühling stehen, m.» w nehmen werden. Auch der in diese Zeit fallenden Consirmatw l ü dacht und wiederum ein weiterer Raum den Kindermoden » ...1
welche in „Große Modenwelt", mit bunter Fächer - Vignette,. b an ", ganz besonderer Pflege sich erfreuen. Die illustrirte Belletns d eine humorvolle Carnevalsgeschichte „Romeo" von Reinhold u t dem beliebten Erzähler. Der große, jeder vierzehntägigen • beigegebene Schnittbogen bietet den Damen eine Handhabe z [( Anfertigung aller dargestellten Moden. Abonnements zu 1 » • jährlich durch sämmtliche Buchhandlungen, den Verlag, welche v Gratisprobenummern liefern, und durch die Postanstalten._______.
Vermnsehtes.
Eine umfassende Arbeit über die Schädlichkeit des Corsets, welche eine französische Aerztin und Doctoresse Mdme. GacheS-Sarraute in Paris zur Verfasserin hat, brachte derselben eine Prämie von 800 Francs seitens der medmm- schen Akademie ein. Die Abhandlung soll sehr interessante Fälle von körperlichen Mißbildungen und anderen Folgen des Tragens unzweckmäßiger Corsets bilden, doch zieht die Doctoresse aber auch ein neues, nach ihrer Behauptung allem allen Anforderungen der Gesundheit Rechnung tragendes Corset an, welches nach der erwähnten glänzenden Empfehlung der medicinischen Akademie seiner Erfinderin nunmehr noch mehr klingende Anerkennung wie die Abhandlung selbst bringen dürfte, da die gelehrte Dame doch jedenfalls sich die Neuheit patenttren lassen und zum Segen der Menschheit einem Pariser Geschäft überlassen wird. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau von Carl Fr. Reichelt, Berlin•>
Decken mit bunter Stickerei zn waschen. Ist die Decke sehr schmutzig, so weiche man dieselbe eine Stunde in warmem Wasser (in und wasche sie dann in wärmerem .Wasser mit gewöhnlicher Seife, ohne zu reiben, nachdem man 10 bis 20 Tropfen Salmiakgeist zu dem Wasser gemischt hat Ist die Decke sauber, so spüle man mit lauwarmem Wasser, in welches man gleichfalls einige Tropfen Salmiak- q-ist gegeben hat, tüchtig aus. Hat die Cremefarbe etwas verloren, so löse man einen bis zwei Theelöffel Ocfev in Wasser auf und wasche die Decke darin nochmals durch; dann schlägt man sie in ein reines Tuch, läßt sie darin ein wenig trocknen und plätte sie dann, noch feucht, auf der linken Seite in fadengerader Richtung - durch dies Verfahren steht die Arbeit wie neu aus.
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