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alle s <hr voll garnirt. Der Hut wird inS Gesicht hinein gerückt getragen, das ist jetzt für jede Dame von Geschmack und Chic durchaus erforderlich. Dieser Grund­satz wurde mit einer Wichtigkeit betont, als ob das europäische Gleichgewicht davon abhinge. Bitte, ersuchte mich die freundliche Lehrerin lächelnd, bemerken Sie das noch ganz besonders imGeneral-Anzeiger", daß die Hüte ins Gesicht hinein ge­rückt getragen werden. (Aha, ich war erkannt!)

Wie verhalten sich denn die Würzburger Damen eigentlich zu der diesjährigen Mode?" fragte ich.

Na," erwiderte sie,denen gefällt sie ganz gut. Die Nachfrage ist sehr groß, das heißt erst jetzt, wo die erste Scheu überwunden ist. Wissen Sie, hier müssen erst einige Damen den Muth beweisen, eine ausgesprochene Neuheit zu tragen, ehe die anderen nachfolgen. Man ist in dieser Beziehung hier noch etwas verschämt. Das wird aber mit der Zeit schon werden. Die diesjährigen Hüte gefallen im Allgemeinen ganz außerordentlich."

Daraufhin erlaube ich mir noch die bescheidene Anfrage, wo diese kühnen Formen, die da vor mir ständen, eigentlich en standen seien, welchem Umstande sie ihre Existenz verdankten. Mir wurde zur Antwort, daß der Grand prix in Paris nicht ohne bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung dieser Mode gewesen sei.

Aber, ich bitte Sie," wandte ich mich wieder an die Directrice,ist es denn selbst bis auf unsere Würzburger Damen von Einfluß, ob irgend eine Mondaine in Paris den Einfall hatte, einen vollgarnirten, bizarrothen oder grünen Hut aufzufetzen? Die Verehrtesten der Pariser Demimon- dainen, die diese Mode schafften, sind große und stattliche Figuren, junonische Damen, wie sie Heinrich Heine einige Male sehnsüchtig besingt. Diese Damen wissen, was sie kleidet. Sie schaffen sich die Mode zu ihrem Nutzen, zu ihrem Gebrauch. Sie erfinden die Moden für die Equipage, in der sie durch die Champs Elhsses rollen, für die Renntribüne. Sie wissen, daß bet ihrer großen Figur die großen, geschwungenen Hutformen, aus der Ferne betrachtet, so decorativ wirken. Aber unsere Frauen und Mädchen, die der Mehrzahl nach zierlich und graziös sind, kleiden die über­mäßig garnirten und grellfarbigen Hüte nur in den wenigsten Fällen."

Die Geschäftsdame sah mich während meiner Einwendungen so mitleidig an, daß sich in diesem Augenblicke jeder noch halbwegs anständige Hund geniert hätte, ein Stück Brot von mir, einem solch geschmacklosen Ignoranten, anzunehmen. Ich bereitete also der peinlii en Situation und dabei auch der Unterhaltung ein jähes Ende, indem ich bat, mir einige der modernen Hüte zu zeigen.

Man legte sie mir vor. Um eine Auswahl aus dieser Fülle der exeentrischen Gebilde zu treffen, bedarf es schon Naturen, die, durch die Gewohnheit abgehärtet, weniger stark unter dem Eindruck des damit verbundenen ästhetischen Schauders zu leiden haben. Ich vertraute mich also derjenigen Modistin an, die mir als die jüngste in dem Geschäfte erschien, mithin die Bürgschaft bot, daß sie trotz des ungeheueren Druckes aller Bizarrerien noch nicht vollständig die Reinheit, Unschuld und Natürlichkeit des Geschmackes verloren haben könnte. Ich wählte mit zugemachten Augen und einem inbrünstigen Gebet auf den Lippen, doch das Richtige zu treffen, mit einer größeren Angst, als ob ich die schwarze Kugel greifen müßte, endlich einen Hut, zahlte und ging.

Der Frieden unserer jungen Ehe war gesichert.

Auf dem Heimweg kehrte ich im Cafö Alhambra ein. Den fein säuberlich in Papier gehüllten Hut legte ich dicht neben meinen Sitz. Nicht um ein Königreich hätte ich dieses kunstvolle Geflecht Jemandem anvertraut. Ich malte es mir bis ins Kleinste aus, wie ich nach Hause kommen, meine Frau mit dem neuen Hut überraschen würde, wie die schweren, vollen Thränentropfen nun ....

Ah, wirklich eine recht erfreuliche Perspective! Ich er­suchte sogar in der Herzlichkeit dieses Augenblickes einen eintretenden Bekannten neben mir Platz zu nehmen und rückte weiter herauf, um ihm die bequeme Ecke selbstlos zu überlassen.

Als ich mich mit dem mir unglücklicher Weise eigenen impulsiven Nachdruck wieder niederließ, war ein Unglück geschehen, dessen Erkenntniß mir das Mark in den Knochen gefrieren machte.

Meinen gigantischen Schmerz wird man einigermaßen ermessen können, wenn ich mit einfachen und dürren Worten mittheile:

Ich hatte mich auf den Hut gesetzt.---

Das feine Gestell mit all den lieblichen Blümchen war vollständig zusammengebrochen. Kein Mensch vermochte mehr anzugeben, was dieses platte Geflecht ursprünglich zu bedeuten hatte. Das höchste Leid hat, wie die höchste Freude keine Worte. Erst nach einiger Zeit löste sich der Schmerz sanft von meiner Seele undein Gott gab mir zu sagen, was ich litt."

Nichts aus Erden dauert ewig, Selbst der schönste Hut wird schäbig.

Meine Frau hat niemals etwas von dieser Affaire er­fahren ; denn sie hätte mir diese Unaufmerksamkeit nie vergeben. Nur in finsterer Nacht vertraute ich, als ich mich fest davon überzeugt hatte, daß meine Frau auch sicher schlief, den herbsten Schmerz meines Lebens meinem stets verschwiegenen Kopkissen an. Wer weiß es auch, tröstete ich mich über den Verlust des Hutes, ob er auch noch modern gewesen wäre, wenn es mir gelungen wäre, ihn nach halbstündigem Aufenthalt in dem Caf« auch unversehrt nach Hause zu bringen?

Lokay.

Humoristisches.

Einjähriger:Heut' sind Sie wieder einmal geist­reich !" Feldwebel:Ja, i' bin halt wie der alte Cäsar sagt a' weni' wieder witzt'!"

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Der neue Bruder. Baron:Johann, gestern Abend war ich wohl ein Bischen angeheitert?" Johann:Jawohl, Herr Baron Du hast mit mir Brüderschaft getrunken." * *

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Auch eine Begründung. Hausfrau (zu dem sich vorstellenden Dienstmädchen):Wie kommt es denn, daß Sie nirgends lange ausgehalten haben?" Dienstmädchen: Die Herrschaften wurden mir immer zu familiär!"

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Ein Vorschlag zur Güte. Strolche (zu einem Rechtsanwalt und dessen Begleiter, den sie im Walde an­gefallen):Geld oder Leben!" Rechtsanwalt:Meine Herren, ich rathe Ihnen, berauben Sie nur meinen Be­gleiter, dann kann ich doch eventuell Ihre Vertheidigung übernehmen."

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Vermuthung. Fremder:Wie ist das Wasser in dieser Gegend?" Studiosus:Nach dem Bier zu ur- theilen, muß es gut sein!"

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Er kennt sich. Mutter:Fritzchen, der Papa und ich gehen jetzt aus, und wirst Du nun einmal hübsch artig allein zu Hause bleiben!" Fritz (weinerlich):Wer wird dann aber auspassen, daß ich nicht auf's Clavier klettere.

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Enfant terrible. Mutter:Emmy, sage der Tante, daß wir jetzt ausgehen wollten!" Emmy (aus dem Toilettezimmer der Tante zurückkommend):Wir können noch nicht gehen, Mutter, die Tante entwickelt sich erst!

Redactiow: 8L Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in ließen.