Ausgabe 
19.1.1897
 
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Hände sinken und trat von ihr weg. Halb abgewandt murmelte er:Sie haben ganz recht, es war Unsinn. Für unsereinen ist ja so was nicht. Nehmen Sie mirS nicht übel aus."

Ohne noch einmal zu ihr zurückzuschauen, ging er zu seinem Zimmer, stieg die beiden Stufen hinan und warf die Thür hinter sich schwer ins Schloß.

Martha mußte noch einen Augenblick stehen bleiben, um sich zu fassen. Da die Gefahr vorüber war, begannen ihr die Kniee zu zittern. Aber nur ganz kurze Zeit gebrauchte sie, um sich wiederzufinden, um sich zu erinnern, weshalb sie hierher gekommen war. Und mit der Erinnerung an den Mann dort oben, zu dem sie Glück und Schmerz ihres jungen Lebens schon so oft hinaufgetragen hatte, fühlte sie eine Empfindung der Sicherheit und Freiheit beruhigend in sich emporwachsen. Rasch, nur einen halben, scheuen Blick noch auf die Thür werfend, hinter der Neuert verschwunden war, durchschritt sie den Bodenraum und stieg die zweite der Treppen flüchtigen Fußes hinan. Zu ihm, der dort oben hauste, zu dem Narren, dem Weisen, dem alten Busenius im dritten Bodenraum des mächtigen Giebels.

Als der Assessor Shbel vor seinem Zimmer mit Martha zusammengetroffen war, hatte er eben nach schwerem Ringen den Entschluß gefaßt, zu Frau Henninger hinüber zu gehen und ihr zu sagen, was er seit dem vergangenen Abend ge­dacht und empfunden hatte. Die schwerste Nacht seines bis­herigen Lebens lag hinter ihm. Vergeblich hatte er den Schlaf gesucht und ersehnt,- Stunde um Stunde war hin­gegangen, mit schweren Schlägen von den Glocken der Michaeliskirche ihm zugerufen, aber sein Geist hatte die Ruhe nicht gefunden- Seine Jugend, seine Vergangenheit stiegen in diesen Stunden schmerzvollen Wachens wieder vor ihm empor. Er sah sich als zartes, schwächliches, leicht erreg­bares Kind, das in der ernsten Atmosphäre des norddeutschen Pfarrhauses weltfern heranwuchs. Er sah die gütige Mutter, die sein Leben zu schützen suchte vor der Berührung mit der Außenwelt, den düsteren Vater, der strenge Lehren, heilig schon darum für alle Zeit, weil sie aus diesem verehrten Munde kamen ihm für die Zukunft einprägte in seine empfängliche Seele.Des Menschen Rede sei ja, ja und nein, nein," hörte er ihn sagen, und es war ihm, als berühre die kühle, eingeschloffene Luft der kleinen Dorfkirche wieder seine Stirn.Wer sein Wort bricht, ist ein Judas. Wer aber einen Eid zu brechen wagt, erwirbt sich die ewige Ver- dammniß. Es giebt nicht Heiligeres auf der Welt als einen Eid, als dieses feierliche Versprechen, abgelegt auf den Namen des Höchsten."

Er hörte die Worte, er fühlte sie in seiner Brust. Sie hatten dort Wurzel geschlagen, hatten sein Wesen durch­drungen, waren ein Theil von seinem Selbst geworden. Er hatte denken und glauben gelernt wie sein Vater, aber er dachte und fühlte seiner Natur gemäß, die jeden Eindruck der Außenwelt wie ein vielfaches Echo zurückgab mit einer noch tieferen, noch leidenschaftlicheren Inbrunst. Und nun mußte er erfahren, daß die Frau, die er liebte, ihr Wort, ihren Eid, in die Hände des sterbenden Gatten feierlich ge­schworen, brechen wollte um seinetwillen. Ohne Zaudern, ohne Grübeln, dem Triebe der Leidenschaft gehorchend, ohne auf die Stimme des Gewissens in ihrer Brust zu hören.

Er hätte sie verachten mögen, sich abwenden von ihr, mit einem Male und für immer, ihr Bild, ja, die Erinnerung selbst herausreißen aus seiner gequälten Seele, aber er liebte sie! Das war das furchtbarste, daß er sie lieben mußte trotz alledem. Lieben mit einer Sehnsucht, einer Hingebung, einem glühenden Verlangen, das erst vor wenigen Stunden zu seiner ganzen Stärke in ihm emporgelodert war. Solange er im Stillen ihr Bild in seinem Herzen getragen hatte, war der Strom der Empfindung eingedämmt und^sgezügelt gewesen- aber seit er wußte, daß auch sie ihn liebte, seit er sie an seinem Herzen gehylten, ihre Lippen geküßt,^den Duft

ihres Haares getrunken hatte, war sein Blut zu Feuer ge­worden, das verzehrend, vernichtend durch seine Adern floß.

Phantasiegestalten begannen ihn zu änstigen, als gegen Morgen der ermattende Geist in halbe Bewußtlosigkeit versank. Ein Eid, ein Eid, ich hab' 'nen Eid im Himmel," hörte er eine heisere Stimme dicht an seinem Ohr sagen, und zu­gleich meinte er die Gestalt des Shylock vor sich zu erblicken, das Messer und die Waage in der Hand, mit heimtückischem Grinsen die Frage hinzufügend:Soll ich auf meine Leele den Meineid laden?" Die Gestalt verdoppelte, verdreifachte sich, alle Drei nickten ihm zu und wiederholten unablässig dieselben Worte, bis zuletzt ein Schleier vor ihnen niedersank und die Erscheinung sich verwandelte.

(Fortsetzung folgt.)

Wandernde Sümpfe.

Von F. Clemens.

(Nachdruck verboten.)

Eine wunderbare Mär kommt aus Irland. Das große Torfmoor von New-Rathmore bei Killarney hat sich in Be­wegung gesetzt und bedroht die Umgebung auf Meilen in der Runde mit Vernichtung. Eine ganze Familie ist bereits in die Tiefe versunken. Das Torfmoor, fast eine englische Meile lang und breit, schiebt alles vor sich her. Zwar liegen noch keine Berichte über die Ergebnisse bezüglich der Ursachen der seltsamen Erscheinung vor, doch läßt sich an der Hand ana­loger Voraänge und einzelner, in den zu uns gelangten Mit- theilungen" enthaltenen Winke das Phänomen mit ziemlicher Sicherheit erklären.

Vor allen Dingen muß man sich über die Natur des Torfmoors an sich klar werden. Unsere Torfmoore führen uns im Kleinen den Vorgang der Kohlenbildung vor. An Orten, wo der Untergrund kein Wasser durchläßt, oder doch so undurchdringlich ist, daß er das zufließende Wasser ver­anlaßt, beständige Ansammlungen von geringer Tiefe zu bilden, entstehen dieselben bei dem Vorhandensein eines ebenen Bodens, einer gleichmäßigen wenig hohen Temperatur, regelmäßigen Wasserzuflusses durch Bäche oder auch Regen und gewisser Säuren auf folgende Weise: Ein Teppich von Sumpfpflanzen bedeckt nach und nach den ganzen Wasserspiegel, die Ueber- bleibsel jeder absterbenden Generation der Pflanzen bilden allmählich auf dem Grunde des Platzes ein Lager, das mit dem Alter und der zunehmenden Menge immer dichter wird und sich schließlich durch chemische Wirkung mit der Zeit in eine gleichartige Masse verwandelt.Durchschneidet man", sagt Saporta,ein thätiges Torfmoor bis auf den Grund, so findet man drei wohl unterschiedene Schichten- die untere kohlige Schicht, die auf dem undurchdringlichen Boden ruht- die mittlere vom Wasser eingenommene Schicht, in welche die Wurzeln der dichtgedrängten Pflanzen eindringen, welche den Teppich der oberen Schichten bilden. Die Moose, Pinsen, Gräser und die schwachen kriechenden Sträucher, welche auf den Torfmooren wachsen, bilden einen künstlichen Boden, der nur mit Gefahr begangen werden kann, aber wegen der Menge zersetzter Pflanzenstoffe und des Wassers, das et ent­hält, dennoch fruchtbar ist. Große Bäume, ja selbst ganze Wälder können, durch diese Umstände begünstigt, sich auf einem solchen Boden erheben. Die Weiden, Zitterpappeln, Kiefern und Birken lieben solche Standorte und wachsen dort rasch empor - aber sie halten sich nur schwer auf dem beweg­lichen Boden- ihr Gewicht zieht sie nieder, ihre Stämme neigen sich, fallen um und werden unter der Krautvegetation begraben, die sie überzieht. So gelangen sie bis in die untere Schicht, in welche auch die lederartigen Früchte, die Reste von Thieren und alle möglichen an der Oberfläche ver­lassenen Gegenstände einsinken."

Dieser Vorgang kann sich, wo das Terrain eben und günstig ist, auf ungeheuren Flächen abspielen, welche dann