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>acht auf und rauscht durchs Thal, ihr Bronnen, Und lobt den Herrn mit frohem Schall!

Wacht auf im Frühlingsglanz der Sonnen,

Ihr grünen Halm' und Blätter all'! Ihr Veilchen in den Waldesgründen, Ihr Primeln weiß, ihr Blüthen roth, Ihr sollt es Alle mit verkünden: Die Lieb' ist stärker als der Tod!

Seibet.

Es hat der Lenz in seinem Weh'n

Ein tiefes Glück für Dich bereit:

Du sollst den Hauch der Ewigkeit

Im Ewigwechselnden versteh'»!

Frida Schanz.

Hleöer ein Kleines.

Ev. Johannis 15, 16.

lieber ein Kleines, Ihr werdet mich missen lieber ein Kleines, Ihr werdet mich sehn."

Daß er's den schwachen Seelen künde, Empfing der Täufer dies Gebot, Und um das Uebermaß der Sünde Ertrug der Herr den bittren Tod. Am Grabe stöhnte laut die Klage, Der Stein, das Grauen lag darauf; Doch sieh', am dritten Schmerzenstage Stand Jesus Christus wieder auf.

Ueber ein Kleines: Die Nacht war zerrissen Tod überwunden Wiederersteh'n!

Ob schlimm die Menschen, ob sie hassen Ob die Natur die Kräfte mißt, Es wird sich nie verderben lassen Was schaffend und was göttlich ist. Es ruht ein Keim in allen Dingen, Und ewig wirkt das Leben fort;

Hier wird das Licht die Nacht durchdringen Den Herzenstod die Liebe dort.

Ueber ein Kleines, o hoffe und harre! Gläubig besiegst Du das tödtliche Starre.

Den Schnee schmolz kaum in letzten Resten Der Frühlingsathem von der Flur,

Und schon grünt's zart in allen Aesten;

Es kreist lebendig die Natur.

Ob auch der Winter Kraft und Sprossen Vier Monde feindlich niederhält, Der Schooß des Werdens wird erschlossen, Und neu gebiert sich stets die Welt.

Ueber ein Kleines: Lenz und Frohlocken Hörst Du hörst Du die Osterglocken? O Osterglocke, Mund der Gnade, Jahrtausendalter Zauberklang, Du hebst auf seinem Pilgerpfade Das Herz im Anfirstehungsdrang.

Du schwellst die Hoffnung, stärkst den Kranken, Du trägst das Glück in jedes Haus Du dehnst voll seliger Gedanken Zum Himmel jede Seele aus.

Heber em Kleines: Knospende Triebe, Sonnenschein, Blumen Leben und Liebe.

Grimma. Heinrich von Lautern.

Charfreitag und Ostermorgen.

Erzählung aus den Thüringen Bergen von C. Greiner.

(Nachdruck verboten.)

Nun waren die Glocken verhallt, welche vorhin mit ihren Trauerklängen einen müden Wanderer auf seinem letzten Gange begleitet hatten, und auf das heute in Stille des Charfreitags ruhende industriereiche Walddorf senkte sich abend­liche Dämmerung.

Das Haupt geneigt, die Hände auf dem Rücken gekreuzt, schritt der junge Ortspfarrer Curt Eschenburg in seinem weiten Hausgarten auf und nieder: wann wäre ihm wohl je zuvor eine Grabrede so sauer geworden wie die soeben gehaltene? Der Todte noch vor wenig Monaten ein all­gemein geachteter und beliebter Mann und nun ein mit Mißtrauen Angesehener, Gemiedener, dem nur wenige Nachbarn das letzte Geleit gegeben. Wahrhaftig, es war doch etwas Furchtbares um solch einen geheimen Verdacht, der, fast schlimmer als eine gefürchtete Krankheit, einen Menschen zum Gegenstand der Scheu machte, dem jeder so viel als möglich aus dem Wege zu gehen suchte. Wer ihn wohl damals zuerst hatte laut werden lassen, erst verstohlen flüsternd, bis bald genug der ganze Ort es wußte und glaubte: Valentin Bose hat seine schlecht rentirende, schwer verkäufliche Fabrik weg-