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Der
Der
das des
seine Antwort zu begehren.
(Fortsetzung folgt.)
Macbeth sagen läßt:
Schlaf, der der Sorge wirren Knaul entwirrt. Der Tod im Leben jedes Tags, das Bad, Das schwerer Arbeitsmüh' Erquickung bringt, Der Balsam, der die wunden Seelen heilt, Der zweite Gang der mächtigen Natur, „
Der Haupternährer bei des Lebens Mahl - - - - (2. Aufzug, 2. Scene.)
Wie heilt man Schlaflosigkeit 2
Von Dr. Otto Gotthilf.
(Nachdruck verboten.)
haften Nichts in seinem Zimmer, gerade an diesem Abend, I \ der ihr die Nachricht von froher, baldiger Heimkehr hatte i dringen sollen. Was tief verborgen auch in ihrer freien Seele von Aberglauben und unheilvollen Ahnungen schlummerte, das wachte auf in dieser Stunde, wnchs vor ihr empor zu gewaltiger Macht und legte ihr eine todeskalte Hand lähmend ans Herz-
Und doch waren es auch jetzt nur wenige Minuten, daß sie regungslos dastand- kräftiger noch, als Furcht und Entsetzen, erwies sich der Drang ihrer Natur nach Wahrheit und Klarheit. Mit gewaltsamer Anstrengung warf sie die Lähmung von sich, ging mit festen Schritten zu der angelehnten Thür, stieß sie zurück und trat hinein. Sie hatte nicht Zeit, I in dem Zimmer sich umzuschauen, und sie erinnerte sich später nur ungewiß, ein Licht auf dem Tisch vor dem Sopha gesehen zu haben, einen Hut und Mantel daneben, nachlässig hin- qeworfen. Denn etwas Anderes nahm sie im ersten Moment gleich so völlig in Anspruch, daß sie Alles Andere darüber vergaß. Der Schatten, den sie vor dem Lichtstreiien hatte vorübergleiten sehen, war auch jetzt noch im Zimmer, er hatte j die Gestalt eines Menschen angenommen und war greifbar । geworden- aber in demselben Augenblick, in dem sie den Raum betrat, glitt er im Hintergründe, nahe dem Fenster, nach links hinüber und verschwand in der Mauer. Verschwand, um nun doch wieder sichtbar zu werden, als sie vorstürzend in die Oeffnung gelangte, die sie bisher noch niemals gesehen hatte und die den Wandschrank zwischen den Zimmern blldete, wenn seine Thüre nach beiden Seiten hin geöffnet waren. Durch die tiefe Mauernische hindurch blickte sie in das erleuchtete Gemach des Gestorbenen, sah dieselbe Gestalt, die vorhin dort am Schreibtisch gesessen hatte, aufrecht mitten im Zimmer stehen, etwas Längliches, Blinkendes in der Hand. Und indem Frau Ina das Alles sah, ungehindert durch den grünlichen Schleier des Vorhangs vor dem Fenster, der ihr die Erscheinung verzerrt und unklar gemacht hatte, da wußte sie auch, daß es kein Geist war, der vor ihr stand, und daß eine gütige Vorsehung sie gerade in diesem Augenblick hierher geführt hatte, um etwas Furchtbares zu verhüten.
„Georg!" schrie sie auf, und all' ihre Liebe, all ihre Angst, all' ihre Hingebung war in dem einen Wort. Als aber auf den Zuruf die Gestalt mit rascher Bewegung das Blinkende in ihrer Hand gegen die Stirn erhob, da schrie sie noch einmal denselben Namen, stürzte in das Zimmer hinein, ergriff mit starken Händen den erhobenen Arm, drückte ihn nieder, daß er schlaff herabsank, um dann selbst mit lautem Schluchzen auf die Kniee zu fallen und ihre weinenden Augen gegen die Hand zu pressen, die jetzt neben ihr niederhing. In ihre Thränen hinein aber " stammelte sie rasche, halberstickte Worte. „Du bist es, Georg, Du bist da? Aber dies, warum dies? Weißt Du auch, daß ich gestorben wäre, wenn Du es gethan hättest? O, warum kommst Du so zu mir zurück, warum wolltest Du das thun?"
Er stand eine Weile schweigend, ohne auf ihre verworrenen Fragen zu antworten. Dann machte er sich leise von ihr los, ging zum Schreibtisch, legte den Revolver darauf, den er hielt, und bedeckte die Augen mit der Hand. „Wie grausam das Leben ist!" sagte er kaum vernehmlich.
Sie aber erhob sich auf sein schmerzliches Wort aus ihrer kummervollen Versunkenheit, stand vom Boden auf und strich sich mit beiden Händen das Haar aus der Stirn. „Es ist ja Thorheit, zu meinen/' sagte sie, und ihre Stimme hatte schon wieder etwas von der sonstigen, ruhigen Festigkeit. „Du lebst und Du bist bei mir, das ist die Hauptsache."
Nun trat sie vor ihn hin und betrachtete schweigend sein bleiches Gesicht, das der Schmerz gezeichnet hatte. Und indem sie ihn anschaute, kam ihr die Erinnerung au die beiden Erscheinungen, die sie in diesem Zimmer erblickt hatte, und das Bewußtsein von der wunderbaren Aehnlichkeit, die zwischen ihm und dem Todteu entstanden war. Mit leiser Bewegnng legte sie ihm ihre Hände auf die beiden Schultern,
sah ihm tief in die Augen und schüttelte den Kopf. „Du also warst es," sagte sie dann, ohne den Ton der Frage, ohne
Nehmt dem Mewchcn Schlaf und Hoffnung, und er ist unglücklichste Geschöpf auf Erden," sagte ein Philosoph vorigen Jahrhunderts. Der Schlaf ist in der Thal eine ber weifesten und segensreichsten Einrichtungen der Natur und für Erhaltung von Gesundheit uno Leben durchaus noihwendig. Er bildet nicht nur das beste Erquickungs- und Erholungsmittel von den Anstrengungen des Körpers und Geistes, sondern auch den besten Tröster und Arzt für quälende, das Leben vergiftende Sorge und Seelenpein. Wie bencidenswerth sind die Kinder, welche mitten im seelischen Schmerze, „sich in Schlaf weinend", dadurch Erquickung und Erlösung finden. Wie bemitleidenswerth dagegen jene Erwachsenen, die, von Sorge oder Gram ergriffen, nicht einmal in der Nacht lindernde Ruhe finden, sondern die ganze tauge Nacht schlaflos auf ihrem Lager zubringen! Die unschätzbare Wohlthat des Schlafes schildert auch Shakespeare trefflich, indem er 1 einen
Wenn sich Jemand gelegentlich geistig und körperlich überanstrengt oder noch spät Abends aufregende Getränke (Kaffee, Thee) genießt, schläft er meist in der betreffenden Nacht sehr schlecht, er leidet eben an einer Art vorübergehender Schlaflosigkeit. Wirken nun aber solche schädigenden Ursachen längere Seit fort, oder werden sie zur Gewohnheit, dann tritt sehr oft dauernde Schlaflosigkeit ein. Daher haben unsere Patienten als besonders schädliche Ursachen Folgendes ganz zu vermeiden: Nachtschwärmerei, Zubettegehen mit vollem Magen, abendliches Thee- oder Kaffeetrinken, nächtliches Studiren, geistiges Arbeiten bis kurz vor Schlafengehen, Lesen ttn Bette. Nur wenn diese schädlichen Gewohnheiten ausgegeben werden und dadurch die Ursache des Leidens beseitigt wird, kann mau auf eine erfolgreiche Behandlung der Krankheit selbst hoffen.
Das natürlichste und beste Mittel zur Beseitigung von Schlaflosigkeit ist entschieden körperliche E-müdung durch Bewegung oder Arbeit. W.e fest und gut schläft man nach einem größeren Spaziergange oder nach Vornahme von Gartenarbeiten. Schon Salomo sagt: „Der Schlaf des Arbeiters ist süß, mag er viel oder wenig essen." Auch Shakespeare laßt seinen König Heinrich IV. (2. Theil, 3. Aufzug, 1. Scene) den Arbeiter und Schiffsjungen um seinen köstlichen Schlaf beneiden. Wer an nervöser Aufregung leidet, möge das natürliche Schlafbe- dürfniß Abends durch ein Glas starken Zuckerwasiers oder ein Gläschen Champagner unterstützen. Das Letztere ist namentlich älteren Personen sehr zu empfehlen. Bei den meisten wirkt günstig im Sommer ein Glas Bier oder leichter Wem, im Winter Glühwein, Grog, Punsch, Cognac oder dergleichen. Es muß eben jeder selbst seine Natur studiren und zu erforschen suchen, was ihm am besten bekommt. Leidet Jemand an Blutandrang nach dem Kopfe, so thut sehr gute Dienste längeres Ueberspüleu des ganzen Kopfes mit kaltem Wasser. Dadurch wird das Blut von dem Gehirn nach den äußeren Körperthcilen geleitet und die zur Schlafneigung nöthige Blutleere des Gehirns I befördert. In hartnäckigen Fällen ist die Anwendung eines lauwarmen Bades mit nachfolgender kalter Abreibung am Abend meist von durchschlagendem Erfolge. Namentlich achte mau | auch darauf, daß die Füße vor dem Schlafengehen warm sind.


