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Zogen Ihre Verwandten keinen Arzt zu Rathe?" fragte Doctor Dick.

Ethel antwortete mit bitterem Lächeln:Nein- Mama kurirte mich mittelst einer anderen Methode. Es wurde mir streng verboten, mit irgend Jemanden über diese Gespenster meiner Fieberphantasien zu sprechen. Ungehorsam trug mir grausame Züchtigungen ein- ich wurde zum Schweigen und zur Vergessenheit gezwungen. Dies war Mamas Methode, jener Idee zu begegnen, und sie erwies sich erfolgreich. Nach einiger Zeit erschien mir die Hexe und der Engel und alle die anderen Dinge unbestimmt- wie in Nebel gehüllt und schwanden endlich wie Phantome dahin."

Das Diner war zu Ende. Als Ethel sich nach dem Salon begab, schob die alte Hopkins ihr ein Billet in die Hand. Dasselbe enthielt die Worte:Wie ich höre, ist Sir Gervase angekommen - ich wünsche morgen bei Dir zu speisen und meine Bekanntschaft mit ihm zu erneuern- ver­schaffe Deiner armen Mama die nothwendige Einladung von dem Mann, der Dir nichts versagt, wie abstoßend er auch gegen Andere sein mag."

Noch nie hatte Iris ihren Fuß in das Herrenhaus gesetzt. Was Godfrey Greylock wohl zu einer solchen Bitte sagen würde? Die Zeit zur Vorbringung derselben war günstig. Um ihren Großvater in gute Laune zu versetzen, entfaltete Ethel alle ihre Liebenswürdigkeit und Unterhaltungs­gabe in dem Salon - sie war so freundlich gegen Doetor Dick, daß derselbe wieder neue Hoffnung zu schöpfen begann - sie ergötzte alle Anwesenden mit ihrem Gesang und Spiel- sie unterhielt sich in der zwanglosesten und anmuthigsten Weise, ausgenommen dem Baronet, dessen Gleichgültigkeit ihrer Kälte nichts nachgab. Unter allen Gästen war er der einzige, auf den ihre Schönheit und Anmuth keinen Eindruck zu machen schienen.

Nachdem die Gesellschaft sich verabschiedet hatte, näherte sich Ethel mit schwerem Herzen, aber lächelndem Gesicht ihrem Großvater. Hier bot sich ihr eine vortreffliche Ge­legenheit, ihm ihre Liebe zu Regnault zu gestehen, ihn um Verzeihung zu bitten und seine Einwilligung zu ihrer Ver­bindung mit dem Manne ihrer Wahl zu erflehen- allein Ethel konnte oder wollte nicht sprechen, ihre Lippen vermochten kein Wort über den Gegenstand, der ihrem Herzen am nächsten lag, hervorzubringen. Nach einigem Zögern begann sie:Ich komme mit einer Bitte, Großpapa."

Sie ist Dir gewährt, mein Kind," antwortete der alte Herr.

Nun trug sie den Wunsch ihrer Mutter nach einer Ein­ladung auf den folgenden Tag vor.

Godfrey Greylocks Stirn zog sich zwar in Falten - nach kurzer Ueberlegung sagte er indessen:Nun sei es- um Deinetwillen will ich Deine Mutter an meinem Tische empfangen. Tante Pamela soll die Einladung schreiben, und Du kannst sie morgen früh nach der Rosen - Villa hinübersenden."

Nun folgte die Bitte um die weiteren fünftausend Dollars das Jahr. Ethel trug dieselbe stammelnd vor, denn sie selbst fühlte das Ungebührliche einer solchen Forderung. ,

/,Sie thut wohl daran, Dich zu Ihrer Fürsprecherin zu machen," sagte Godfrey Greylock mit bitterem Lächeln -sie ist habgierig und verschwenderisch, und doch wiederum Deinethalben soll sie Alles haben, was sie verlangt. Db sie wohl weiß, wie viel sie Dir zu verdanken hat? Sage ihr, daß ihr Einkommen verdoppelt ist, und vergiß nicht, daß sie Dir dafür zu Dank verpflichtet ist."

_ Mit thränendeu Augen schlang Ethel ihre Arme um seinen Hals und drückte ihre frische, junge Wange an seine

alte, verwitterte-Du bist zu gütig gegen uns Beide, Großpapa zu gütig!" sagte sic schluchzend-wir sind bei Weitem nicht so dankbar gegen Dich, wie wir sein sollten!" Mit diesen Worten verließ sie ihn und begab sich nach ihren eigenen Zimmern.

Das Frühstück wurde am folgenden Morgen auf der breiten, kühlen Piazza, mitten unter den tropischen Pflanzen, eingenommen. Ethel nickte Sir Gervase zu, als derselbe mit dem Hute in der Hand die Stufen heraufschritt und seinen Platz am Tische einnahm. Er kam eben von einer Morgenpromenade im Park zurück. Seine großen grauen Augen waren scharf wie die eines Habichts. Sie hatte ihn für anspruchsws gehalten, allein die Linien seines braunen Gesichts bekundeten nicht wenig Stolz. Er erwiderte ihren Gruß höflich und unterhielt sich dann ausschließlich mit Godfrey Greylock und Miß Pamela.

Nach dem Frühstück wurden Pferde vorgeführt, und der Gebieter von Greylocks Woods erhob sich mit seinem Gast und seiner Enkelin zu einem Morgenritt. Ein Reit­knecht folgte ihnen in respeetvoller Ferne.

Sie ritten durch den kühlen grünen Park und kamen endlich zu einer mit wilden Reben umrankten Pforte. Der Reitknecht stieg ab, öffnete dieselbe, und die kleine Cavaleade galoppirte auf die sandige Landstraße hinaus, die zu dem halbmondförmigen Strand hinabführte.

Ethel streichelte Sultanas Mähne und dachte an ihren Ritt vom vorhergehenden Tage. Ob Sir Gervase wohl auch daran dachte? Sie warf ihm einen ungeduldigen, forschenden Blick zu. Nein, er unterhielt sich mit Godfrey Greylock. Was für ein Mann war das? War er wirklich mit der Absicht, seine Cousine zu freien, nach Amerika ge­kommen?Wie, wenn meine Befürchtungen überhaupt grundlos wären?" dachte Ethel, indem sie sich Mühe gab, das Lachen zu unterdrücken. So lange er bei seinem gegen­wärtigen Benehmen gegen sie verharrte, hatte sie allerdings keine Ursache, sich zu beunruhigen.

So ritten sie durch das alte Städtchen und längs des silbernen Halbmonds zurück zur heißen, sandigen Landstraße. Plötzlich galoppirte Godfrey Greylock, der über das Schweigen und die gegenseitige Zurückhaltung seiner Enkelin und des Baronets verstimmt geworden, mit dem Reitknecht voraus.

(Fortsetzung folgt.)

Genrekirirütziger.

Vorsicht vei Speisereste«. In Anbetracht der warmen Jahreszeit sollten die Hausfrauen Folgendes beherzigen: Durch Zersetzung der Nahrungsmittel bilden sich, besonders schnell im Sommer, Gifte, die nicht nur schwere Erkrankungen, sondern auch den Tod verursachen können. Deshalb sollen Fischreste, die vom Mittag übrig geblieben sind, noch am Abend des­selben Tages verzehrt werden- desgleichen Krebse. Starke Neigung zum raschen Verderben zeigen auch die Büchseneonserven, namentlich Sardinen in Oel, weshalb der Inhalt einer ge­öffneten Büchse nicht bis zum nächsten Tage aufbewahrt werden darf. Dieses Verfahren gilt auch für den Hummer. Alle übrigen Speisereste, wie solche von Fleisch, gleichviel ob gekocht oder gebraten, ferner Mehlspeisen re. müssen staubfrei aufbewahrt und so bald wie möglich verzehrt werden, da sie sonst mindestens zu Verdauungsstörungen führen, die in der heißen Jahreszeit leicht bedenkliche Folgen haben können. Speisen oder Speisenreste, die verdächtig aussehen oder sogar schon übel riechen, sind sofort zu vernichten. Leider herrscht vielfach die Unsitte, solche verdorbenen Lebensmittel den Auswärterinnen, armen Leuten oder reisenden Handwerksburschen und Bettlern zu überlassen, was eine gefährliche Art von Wohlthätigkeit ist und leicht die Bestrafung der Geberin nach sich ziehen kann, wenn diese Personen einmal durch den Genuß solcher Speisen erkranken. Die Hausfrauen sollten im Sommer