Ausgabe 
15.4.1897
 
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Purpurroth der saftstrotzenden Weidengerte.

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sinken wollte, schob sich eine dunkle Wolke dazwischen und nahm ihn auf. In kaltes, nüchternes Grau hüllte sich Himmel und Meer. Regine aber mußte dabei an etwas Anderes gedenken, das für sie auch so in dunklen Wolken untergegangen war: an ihren Jugendtraum von den zwei liebenden Menschen, die da Eins geworden waren durch ein allmächtiges Gefühl, welches sie hinaushob über alles Irdische; die sich verstanden bis in die verborgenste Falte ihres Herzens. So hatte er selbst es ausgedrückt, und jene Worte waren ihr nun zum Hohn geworden.

Doch jener Anderen gehörte ja an ihre Seite, in dessen Kopf die Welt sich freilich anders malte, als in dem ihren, zu dem sie aber unbegrenztes Vertrauen hegen durfte. Er würde sie nie absichtlich verletzen, würde nie etwas thun, dessen sie sich zu schämen hätte, zu ihm konnte sie immer

haben die Menschen dies erste Versprechen künftiger goldner Tage- die Lerche jubilirt schon, und aus jedem Hälmchen sieht man das künftige Brodkorn wachsen.

Vorosterfrühling lag auch auf der Mädchenschaar, die eifrig, die Köpfe gesenkt, in dem großen Zimmer saß, durch das die Sonne leuchtete, als wolle sie noch heute all die, jungen Knospen zum Blühen bringen. Nähstunde war's; die letzte Nähstunde, die das Schloßfräulein den Confirmandinnen ihres Dorfes gab. Heut mußten sie mit ihrem Taschentüchlein fertig werden, und Liese Nienhold war natürlich die erste, die aufstand und nach dem Fenster ging, wo das geliebte Schloßfräulein am Nähtisch saß, freund­lich über die blonden und braunen Köpfe hinschauend.

Liese Nienhold wurde ob ihrer Arbeit gelobt und gleich hinter ihr drein kam ihre Haus- und Platznachbarin Selma Born zur Stelle. Selma war ehrgeizig: die Zweite mußte sie mindestens sein.

Sie durften zusammen nach Hagse gehen das Schloß­fräulein sah hinter ihnen drein mit guten Wünschen uud freund­lichen Gedanken, wie sie so durch den Park nach dem Dorfe schritten; beide blond, Selma beweglich und schnell mit dem Wort, Liese langsam die Augen nach innen gerichtet.

Auf einmal seufzte Selma tief auf. Hast Du unseres Fräuleins Nähzeug gesehen? Das neue? Golden der Finger­hut, Golden das Scheerchen zu schön! so was kriegt unser einer nun niemals!"

Liese hatte es nicht gesehen, sie war mit ihren Gedanken ganz wo anders gewesen. Dort, wo sie das Taschentüchlein zum erstenmal tragen würde, und zu Hause, wo sie der alten Großmutter nun zur Hand gehen durfte ohne Schulabhaltung. Selma wollte in die Stadt.In feinen Dienst! weißt! o die Welt ist groß und es passiren merkwürdige Sachen. Vielleicht schenkt mir doch mal Jemand 'nen goldnen Fingerhut."

Und nun war des Palmsonntags heiliger Abend, und sein Mittagsgeläut rief die junge Schaar wieder zusammen. Sie kamen mit ihren Körbchen nach dem Schloß zum Blumen- pflückeu und danach durften sie auf den Kirchenstufen den Altarschmuck binden.

Die Sonne küßte ihnen schnell noch die schönsten Hyazinthen wach, und im Gewächshaus stand der Gärtner und schnitt vom feinsten GrünHerrschaftsgrün" nanntens die Mädel. Büsche von Schneeglöckchen und Narzissen füllten die Körbchen, und von der Terrasse sah das Schloßfräulein mit Pfarrer Lorenzen der frohen Schaar zu.

Zukunftshoffnung", sagte sie leise.

Da kamen sie heraufgelaufen und umdrängten abschied­nehmend und handküssend die beiden. Wie Schwalbengezwitscher füllte es den Altan, und das Fräulein lauschte lächelnd dem verklingenden Geplauder nach. Dann wandte sie sich zu ihrer Arbeit zurück.

Plötzlich ging ein tiefes Roth über ihr Gesicht.Ich weiß nicht doch nein! Ich weiß es ganz genau eben noch hatte ich Scheere und Fingerhut hier auf dem Tische liegen und nun sind sie fort."

Pfarrer Lorenzen und das Schloßfräulein suchten eifrig nirgends eine Spur. Keine Spalte im Boden, die etwas verschlucken konnte, keine Kleiderfalte, die nicht ausgeschüttelt worden wäre nichts. Jetzt sahen sie sich beide an beide wehrten sich gegen denselben Gedanken. Das Fräulein war blaß geworden.Nein, nein!" rief siees ist unmöglich."Unmöglich," antwortete Pfarrer Lorenzen lang-

mit Stolz aufschauen aber sie war ja allein, fröstelndes Schauern durchrieselte sie.

Da legte sich plötzlich ein Arm um ihre Schulter, eine liebe, vertraute Stimme flüsterte ihr in das Ohr:

Mein eonsirmirt.

Von Louise Glaß

(Nachdruck verboten.)

Frühling war's - nicht voller, fliederumblühter, nachtigall­gepriesener Frühling, der uns nun täglich die erste Rose be- scheeren kann Vorosterfrühling mit bescheidenenPalm­kätzchen", Nußträubchen, ersten sprossenden Blättchen und dem

Grüß Dich Gott, Regine!"

Mit einem Jubellaute fuhr sie herum.Felix! wo kommst Du her?"

,^Von zu Hause," erwiderte der Gefragte mit einem fröhlichen Lächeln.

Regine schlang ihre Arme um seinen Hals.

Ich glaubte Dich in Heidelberg," flüsterte sie.

Ich bin doch lieber zu Euch gekommen," sagte Felix wie in leichter Verlegenheit,sieh' Regine, die Sehnsucht war eben gar zu groß. Da dachte ich, es wäre am besten, selbst auszuziehen und mir meine Schätze heimzuholen. Ein paar Tage bleiben wir nun noch hier, und ich freue mich mit Dir an Deinem geliebten Meere."

Die Dämmerung senkte sich leise über die Insel, als die Beiden ihrem Häuschen zuschritten. Regine half ihren Manne, den Koffer auspacken. Ein Band Goethe fiel ihr dabei in die Hand.

Felix, Du reisest mit Goethe?" rief sie erstaunt.

Ich hatte mit so viel Vergnügen zugehört, wie Du mit Fräulein AnnaHermann und Dorothea" lasest, und wollte das Buch nun allein beenden. Aber aus Deinem Munde klingen die Verse doch schöner, Reginchen!"

Wie viel lieber werde ich mit Dir lesen als mit Fräulein Anna, mein Felix, sagte sie zärtlich und leise fügte sie hinzu:In Zukunft will ich Dir auch eine bessere Haus­frau werden als bisher- ich habe erst jetzt erkannt, wie viel ich versäumte, mit wie viel Recht Du mich an meine Pflichten mahntest, Felix!"

Arm in Arm traten sie in den kleinen Vorgarten hinaus. Nun schaute Regine einer anderen Liebe ins Angesicht. Die schwebte nicht in die Höhe wie ein Weihrauchswölkchen, sondern wurzelte fest in der Erde, wie eine gesunde Pflanze, und streckte sich mächtig in der freien, frischen Luft zu immer üppigerem Wachsthum. Eine verzeihende, geduldige Liebe, ln der eins das andere mit seinen Fehlern trug und stützte, eine Liebe voll Schmerz, aber auch voll höchster Glückseligkeit.

Schon tauchte die blasse Sichel des Mondes deutlich auf. Eigenthümlich stark und würzig dufteten die Reseden. Ein Mädchen sang in gedämpften Tönen ein schwermüthiges Volkslied aber das Alles erweckte in Regina nicht mehr, ww sonst in ähnlichen Augenblicken, das ungestüme Verlangen nach einem überschwenglichen Glücke. In ihr war eine ruhige, beseligende Zufriedenheit mit dem, was das Leben ihr zuge- theut. Sie fühlte sich geborgen unter ihres Gatten Schutz, ^tet bon einem Allmächtigeren, dessen Gedanken so viel hoher sind, als unsere Gedanken, wie der Himmel höher ist, enn die Erde. Der besser, als wir selbst in unserer blinden ^Lhorheit weiß, was wir bedürfen, der uns bewahrt vor unserem größten Feinde, dem trotzigen und verzagten Herzen, n t. glücklich bin ich doch," sagte sie ans vollster ederzeugung. Erschüttert beugte sich Felix zu ihr nieder und küßte ihre klare Stirn.