Ausgabe 
12.10.1897
 
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Gott sei Dank! Das wäre überstanden!" Die Gräfin streifte die perlgrauen Handschuhe ab und schleuderte sie mit einem Ausdruck des Ekels von sich.Pfui! wie viel schmierige Koffern haben sie gedrückt! Zu allem Ueberfluß auch noch dieser ungebildete Hausknecht! Rüdiger, es war entsetzlich, diese zehn Tage haben mich Nerven gekostet!"

(Fortsetzung folgt.)

G-m-innÄtziges.

Wie kann man Zwetschen so lange frisch er­halten, daß dieselben eventuell zu Weihnachten den Baum zieren können? Man pflückt, wie derPractische Wegweiser", Würzburg, schreibt, zu diesem Zwecke dieselben an einem trockenen Tage vorsichtig mit den Stielen, läßt sie drei Tage ans Stroh ausgebreitet in einem trockenen, ungeheizten Zimmer liegen. Darauf schichtet man die Zwetschen in ein Fäßchen oder großen Steintopf zwischen Weizenmehl so, daß sie sich nicht berühren. Dann deckt man das Fäßchen oder den Topf gut zu und bewahrt ihn an einem trockenen Orte auf. Zu Weihnachten öffnet man das Gefäß, nimmt die Zwetschen heraus, wäscht sie ab, legt sie in ein Sieb, hält sie in ge­höriger Entfernung über Dampf von kochendem Wasser und die Zwetschen haben ihre frühere blaue Farbe und ihren Ge­schmack wieder erhalten. Auf diese Weise habe ich schon mehrere Jahre hindurch die Meinigen mit frischen Zwetschen am Weihnachtsbaum überrascht.

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Das Liegenlassen von kranke« Kartoffel« auf dem Felde rächt sich meist bitter, denn sie bilden nicht nur für Engerlinge und Larven einen geeigneten Schlupfwinkel, wo diese sicher der Verpuppung entgegengehen, sondern sie leisten auch der Erhaltung und Vermehrung der Feldmäuse Vorschub, indem diese hierdurch hinreichende Futterstoffe finden. Daneben muß besonders des Umstandes gedacht werden, daß durch angefaulte Kartoffeln eine Uebertragung des Kartoffel Pilzes für die nächste Ernte vorbereitet wird. Wer daher der Ausbreitung dieser Krankheit entgegenarbeiten will, der lasse keine verfaulten oder angefaulte Knollen auf dem Felde liegen, sondern sammle sie auf Haufen, wo sie dann durch Uebergießen mit Kalk unschädlich gemacht werden.

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Jetzt sind Veilchen i« Töpfe zu pfla«ze«. Wer viel Veilchen im Garten hat, hebe, wie derPractische Weg­weiser", Würzburg, schreibt, eine Anzahl davon aus, Pflanze sie in Töpfe und bringe sie im Winter an's Stubenfenster, wo sie dann blühen werden. Die bepflanzten Töpfe sind vorläufig an einer geschützten Stelle im Garten aufzustellen, wie z. B. zwischen den Sträuchern einer Gehölzanlage, in einem leeren Mistbeetkasten oder an irgend einem passenden Orte. Man kann sie hier etwas mit Laub umgeben oder auch leicht mit diesem bedecken, damit die Erde und Töpfe nicht festfrieren. Das Aufstellen am Zimmerfenster geschieht im December und auch später noch. Die Monatsveilchen haben jetzt schon Knospen und blühen in einigen Wochen sehr willig am Fenster.

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Joco«-e-S«ppe. Die Leber und den Magen einer Truthenne schneidet man ebenso wie einige Champignons und einen kleinen Blumenkohl in kleine Stücke, bringt Alles mit etwas Butter in einer Kasserole auf's Feuer und läßt es sich bräunen. Unter fortwährendem Umrühren fügt man Pfeffer, Salz und etwas Mehl hinzu, gießt die nöthige Menge Fleisch­brühe oder kräftige Auflösung von Liebigs Fleischextract bei und läßt die Suppe eine Weile kochen. Eine Viertelstunde vor dem Anrichten bringt man einige Löffel Reis in die

Suppe, die man schließlich mit geriebenem Parmesankäse servirt. ______________

Humoristisches.

Curioser Widerruf. In einer ostschweizerischen Gemeinde wurde ein Bürger anläßlich der Steuerrevision etwas höher geschraubt. Darüber ergrimmt, äußerte er sich unter Anderm öffentlich: ,,D' Hälfte vo de Gmeindröth sind Narre." Das ließ sich natürlich die gestrenge Obrigkeit nicht gefallen, stellte den Sünder zur Rede und verlangte, daß er die bösen Worte zurücknehme. Er that es auch mit den Worten: ,,D' Hälfte vo de Gmeindröth sind kei' Narre."

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Boshaft.Gestern Abend wurde ich von einem heftigen Gewitterregen bis auf die Haut durchnäßt. Trotz­dem brachte ich meiner Angebetenen noch ein Ständchen!" Wahrscheinlich weil Sie nun doch eiinmal naß waren?!"

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Aus der Kaserne. Sergeant:Was verstehen Sie unter Avantgarde?" Recrut:Dös iS a Kart, die man an die Wand hängt."

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Nack der ersten Ausfahrt.Nun, mein Gold­kind, wie bist De gefahren mit'm Rad?"Anfangs ist's gegangen gut, später bin ich aber gestürzt!"Nun, und der Hofmeister?"Js nicht gestürzt."So e' frecher Mensch!"

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Bauer (der vom Hausknecht aus dem Wirthshause hinausgeworfen wird, zum Wirth, der unter der Hausthür steht und leuchtet): ,,A' nobler Kerl bist D' halt do', Ochsen wirth, sonst thätst D' uns net leuchten!"

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Von der Schmiere. Schauspieler (zum Director vor der Vorstellung):Ach, Herr Director, ich bitte um zwanzig Pfennig ich will mir Wurst kaufen!" Director: Warten Sie bis nach der Vorstellung sonst spielen Sie die Hungerthurmscene unnatürlich!"

Eit-r?avisch-s

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Redaction: Ä. Echeyda, Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gieße«.