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könnte, warf sie sich mir zu Füßen und beschwor mich, sie als meine Sklavin zu betrachten und sie mit mir zu nehmen.
Im ersten Augenblicke auf das Höchste erstaunt, war ich doch schnell entschlossen, ihre Bitte zu erfüllen.
Ich habe nie eine ähnliche Freude gesehen- sie lachte, tanzte, sang, küßte mir die Hände und sah mich mit ihren großen Augen, in welchen Thränen perlten, dankbar an.
Ohne weiteres Abenteuer gelangten wir zu meinen Leuten. Meine Gefährten staunten nicht wenig über meine junge Begleiterin, und manchen schlechten Witz mußte ich anhören.
„Maja," so hieß die Braune, saß, einige Schritte von mir entfernt, auf dem Boden und schaute mich scheu und doch selig an. Ich, jung, fröhlich, ein Freund von extravaganten Streichen, lachte über mein Abenteuer und freute mich schon auf das Aufsehen, das die kleine Wilde in meiner Heimath erwecken wünde."
„Ich will Sie nicht langweilen," unterbrach sich hier der Erzähler mit Einzelheiten, „ich kehrte nach Europa zurück."
Maja wurde angeftaunt, freundlich von Mutter und Schwester ausgenommen, und hatte reichen Antheil an unserem schönen, friedlichen Familienleben. Wenn dieselbe auch mit angeborenem Tacte die Grenze der Dienerin sestzuhalten wußte, so war sie doch meiner Schwester mehr, ich möchte sagen, fast Freundin und Vertraute geworden. Sie waren beide im gleichen Alter- schön, jede in ihrer Art, und wenn sie so Abends den Teich entlang gingen, die eine zart, hell wie der erwachende Tag, die andere glühend, dunkel wie die niedersinkende Nacht, so war es ein schönes Bild, dessen Zauber ich mich kaum erwehren konnte. Es zog mir ein bis dahin unbekanntes Ahnen durch die Seele, als gäbe es höhere Wonnen, als wäre der Mensch zu einem anderen Leben geboren, als ich es führte. Es war ein Gefühl, so räthselhaft, so neu, ich konnte mir darüber leider keine Rechenschaft geben." „Leider", klang es hier ganz leise von den Lippen der sonst so heiteren Baronin von R. „Sie werden es bald erfahren", fuhr der Erzählende in erregtem Tone fort.
„Maja war uns allen, ohne daß sie es selbst vielleicht fühlen mochte, unentbehrlich geworden. Ein Jahr war vergangen. Meine Schwester hatte sich verlobt- wenige Tage vor ihrer Hochzeit bat sie mich, ich möchte ihr Maja, zu der sie eine innere Zuneigung hege, zur Begleitung mitgeben. Jenes räthselhafte Gefühl in mir sprach dagegen, aber ich versuchte es zu bekämpfen und erfüllte den Wunsch der geliebten Schwester. Ich ließ Maja rufen, es dunkelte bereits, sie stand vor mir demüthig und ergeben. Ich sehe sie noch, über ihre Gestalt ergoß sich der durchs Fenster herein dringende rothe Schein der eben untergehenden Sonne. Das tiefschwarze Haar fiel lang wie ein Mantel über Rücken und Schulter herab. „Maja", sagte ich mit seltsam schwerer Zunge. „Maja, meine Schwester verheirathet sich, und —" sie schaute mir ängstlich in die Augen, auf die Lippen, als wollte sie die dort kommenden Worte herunter lesen — „sie will sich nicht von Dir trennen, ich habe daher eingewilligt, daß Du sie begleitest." Die letzten Worte brachte ich nur mühsam über die Lippen. „Sie haben mich verschenkt", schrie sie auf, und stürzte zur Thüre hinaus. „Verschenkt?!" — Ich hatte sie ja nur meiner Schwester abgetreten. Da fielen mir ihre Worte von damals ein, sie wollte mir Sclavin sein, und eine Sclavin verkauft oder verschenkt man allerdings. War sie nur meine Sclavin? Eine fieberhafte Unruhe erfaßte mich, ein Schmerz so groß und gewaltig, wie ich ihn nie gekannt, verschnürte mir das Herz, ruheloser und immer ruheloser schritt ich im Zimmer auf und ab - nein, ich durfte sie nicht fortgeben, sie sollte mit mir leben, mit mir sterben. Da tönte wüster Lärm von unten herauf. Rufe, wie: „Ein Boot! vielleicht ist sie noch zu retten!" wurden laut, eine dunkle Ahnung ergriff mich, ich riß die Thür auf und stürmte die Treppe herunter, doch schon auf derselben kamen mir die Leute mit der Schreckensbotschaft entgegen, Maja habe sich in den
Teich gestürzt. „Wer sie mir rettet", rief ich, „dem schenke ich, was er begehrt," und eilte, selbst mit Hand anzulegen.
Der Erzähler schwieg, er legte die Hand über die Augen der Lichtschein mochte ihn Wohl blenden. Mit tiefbewegter Stimme fuhr er fort: „Es war zu spät! man fand sie als — Leiche. Auf ihrer Brust trug sie eine silberne Kapsel, die mein Bild enthielt, unter diesem standen von ihrer Hand geschrieben, die Worte: „Ich liebe Dich!" Ich trage die Kapsel seit jener Stunde, sie hat mich nie mehr verlassen, ich hätte sehr glücklich werden können, aber ich habe meine Liebe — verschenkt!" Der Erzähler hatte geendet. Die Damen hatten bewegt zugehört, an diesem Abend wurde nicht mehr gelacht.
Humoristisches.
Beim Rendezvous im Jahre 190 0. Bräutigam: „Nicht wahr, theure Irma, es ist doch etwas Schönes, diese Fesseln süßer Minne, unter denen das Herz höher und schneller schlägt!" — Irma (junge Aerztin, nachdem ste kurze Zeit schweigend seine Hand gefaßt hält): „Pah! Bei zweiundsiebzig Pulsschlägen in der Minute, da sprichst Du von höher und schneller schlagendem Herzen? . . . Eitler Betrüger, lebe wohl!"
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Armer Schiller! Chef: „Nu, Herr Meier, welche von meine sechs Töchter wollen Se? Aber wählen Se schnell ... wie sagt Schiller? De Wahl iS kurz!" — Commis: „Aber de Reih is lang!"
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Arge Zerstreutheit. Frau Professorin (zu ihrem Mann, welcher baden geht): „. . . Und vergiß nicht, Dich nachher wieder anzuziehen, Christian!" * ♦ ♦
Sehr wahr. Ich konnte mich nie erwärmen an — Diogenes Weisheitssonne- — ich denke, es sitzt kein weiser Mann — vor einer leeren Tonne.
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Ein Schmeichler. Mann: „Ist eS nicht geradezu befremdend, daß die größten Narren immer die schönsten Mädchen heirathen?" — Frau: „Aber höre doch nun aus mit Deinen Schmeicheleien!"
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Die Praktische. „Du hast Deinen Schatz von der Cavallerie auch wieder abgedankt?" — „Ich will es einmal mit dem Train versuchen — die Anderen krieg' ich immer so schwer zum Kinderwagenfahren!"
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Unterschied. Gast (dem ein winziges Cotelett servirt wurde): „Kellner, ich habe doch ein Cotelett und nicht einen decotelletirten Knochen bestellt!"
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Unangenehme Leute. Wamperl (eben in ein Restaurant tretend): „Geh, Alte, da sind die Schmidts und Hubers, da geh'» wir wieder — ich kann die Leut' net leiden, die Emem beim Effen jedes Spanferkel in den Mund zählen!" ♦ *
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Das Jawort. „Herr Lieutenant haben der kleinen Commerzienrathstochter Heirathsantrag gemacht? Wie geht's denn Fräulein Braut?" — „Ach, die sitzt in ihrem Boudoir und wiederholt immer noch: Ja! Ja! Ja!"
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Zeitgemäß. „Johann, radle mal diesen Brief an eine Adresse — er muß stante velocipede besorgt werden!" * * *
Kalt. Sie: „O, ich möchte vor Wuth mit den Zähnen knirschen!" — Er: „Geh, Pepi, hol' sie der Mama aus dem Nachttischchen!"
Redaction: N. Scheyda. Druck und Berlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch & Scheyda) in


