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Jaspis, weil. 47. Auflage.
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Pfg- von Ferdinand Kt., gebunden
Lebusa. Preis trag, gehalten . August 1896 : Theologie in
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Büchlein für ischer Pfarrer.
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laß Dich nicht vom Schlaf erschlaffen, Denn er macht Dich arm, — sei klug: Auf die Augen! Sieh', zu schaffen
Und zu leben gibt's genug! W.
Das Haus der Schatten.
Roman von Robert Kohlrausch.
(Fortsetzung.)
Nach einem drückenden Schweigen, das auch er mit keinem Laut unterbrochen hatte, fühlte sie plötzlich, wie seine Finger, kalt und feucht, sich um die ihren legten, und ehe sie es hindern konnte, hatte er ihre Hand mit seinen beiden Händen fest umspannt, zog sie an sich und drückte seine Lippen darauf. Sie wollte sich von ihm loßreißen, wollte ihm ihren Abscheu und ihre Verachtung ins Gesicht schleudern, aber sie dachte an Busenius'Mahnung, ihn seine ganze Seele enthüllen» zu lassen, und duldete einen Augenblick schweigend seine Nähe. Dann machte sie sich los und preßte ihr Taschentuch auf die Hand, die seine Lippen berührt hatten.
Noch ehe sie sich wieder von ihm frei gemacht hatte, begann er zu sprechen, mit entstellter, heiserer Stimme. „Das ist es ja, was Sie so schön macht, diese Wärme des Herzens. Wenn Sie wüßten, wie Ihr Gesicht leuchtet in solch' einem Augenblick! Wenn Sie ahnten, welche Gewalt Sie über die Menschen haben, — aber Sie sehen es ja an mir. In Ihrer Nähe bin ich willenlos wie ein Kind. Ich thue Dinge, über die Sie mir zürnen müssen, aber ich bin nicht im Stande, mich zu bezwingen. Wehrlos und waffenlos bin ich in Ihrer Macht!"
„Sind Sie gekommen, um mir das zu sagen?"
„Ich wollte es sagen, aber anders, nicht so. Ruhig und verständig, wie es einem Manne in meinen Jahren wohl ziemt." Er lächelte ein wenig und strich sich mit der Hand über die Stirn, während der große Diamant an seinem kleinen Finger in wechselndem Feuer leuchtete. „Aber in Ihrer Nähe bin ich nicht Herr meiner selbst. Es macht mich rasend, so neben Ihnen zu sitzen und Sie nicht an mich zu reißen."
Sie machte eine Bewegung, um sich zu erheben, er aber erfaßte von Neuem ihre Hand. „Verzeihen Sie mir, ich will so etwas nicht wieder sagen. Ich will jetzt wirklich
ganz ruhig und verständig sein. Aber hören müssen Sie endlich, daß ich Sie liebe, daß ich Sie schon geliebt habe, als Ihr Mann noch lebte, und daß der Wunsch, Sie zu besitzen, nur noch heißer geworden ist seit dem Tage, an dem er starb."
„Sie wagen es, mir das zu sagen, obwohl Sie wissen, daß ich Ihren Neffen liebe?"
„Ich weiß, daß Sie geglaubt haben, ihn zu lieben und von ihm geliebt zu werden. Aber ich weiß auch, daß er seit Wochen von Ihnen getrennt ist, ohne Ihnen ein Wort, eine Zeile zu schreiben, ich weiß, daß er Ihre Liebe nicht verdient hat und Sie vergißt!"
„Daß er mich vergißt!" Das Gift, das er ihr eingeflößt hatte, begann seine Wirkung. Ihre geheimen, flüchtigen, bangen Gedanken hatte er jetzt eben in Worte gekleidet, und für einen Augenblick meinte sie zu fühlen, er habe recht mit dem, was er sprach. Ihm aber schien ihr schmerzlicher Ausruf eine Verheißung dessen, was er begehrte, er machte ihn unvorsichtig und tollkühn.
„Der Eine vergißt Sie dort in der Ferne, er ist Ihrer Liebe nicht werth. Aber hier ist ein anderer Mann, dessen Neigung nach Jahren zählt, der im Stillen um Sie geworben und gedient und gewartet hat, bis seine Stunde gekommen wäre. Sagen Sie mir, daß sie jetzt da ist, daß ich Sie in meine Arme nehmen darf!"
Sie sah die glühende Röthe auf seinem Gesicht und sah, wie er zitterte in rasender Sinnlichkeit, die nach ihrem Besitz begehrte. Sie stellte in Gedanken die Gestalt des Mannes, den sie liebte, neben ihn und weckte dadurch ein mildes Gefühl reiner Wärme in ihrem bewegten Herzen. Auch Busenius' ehrwürdiges, leidenschaftsloses Gesicht meinte sie für einen Augenblick hinter ihm auftauchen zu sehen und gedachte der Worte, die er zu ihr gesprochen hatte. Damm bezwang sie sich noch jetzt und sagte nur, als Jaksch laut athmend schwieg: „sie kennen ja doch das Versprechen, das ich meinem Manne gegeben habe."
„Sie hätten es meinem Neffen zu Liebe gebrochen."
Sie schwieg und sah vor sich nieder- sie fühlte es, dies Versprechen war keine Waffe mehr gegen ihn. Er aber blickte zur Seite, ob sie auch wirklich allein seien, um sich dann wieder nahe zu ihr heranzubeugen. Sie suhlte seinen heißen Äthern, als er nun ganz leise zu ihr sprach. „Auch könnte ich^Sie von diesem Gelübde und seiner Last befreien, wenn Sie "„bann frei sein wollten für mich."
„Mich befreien?"


