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Mißtrauen und ihrer Erregung im Stande, uns für Verbündete des Vetters zu erachten. Ich bitte Euch, bleibt völlig harmlos vor ihr, und laßt Euch nicht das Mindeste merken, daß wir wissen, wer Assessor Hellmuth ist, — ich bitte Euch darum."
(Fortsetzung folgt.)
Gsin-rnniitzig-r.
Blume« im Bouquet kann man noch einmal so lange frisch erhalten, wenn man, wie der „Practische Wegweiser", Würzburg, schreibt, dem Wasser etwa einen vollen Theelöffel Salz hinzufügt.
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Alte Oelsarben- und Lackanstriche z« entferne«. Um alte Oelfarben- oder Lackanstriche, die selbst der stärksten Lauge widerstehen, zu entfernen, giebt es, wie der „Practische W.gweiser", Würzburg, schreibt, kein besseres Mittel als eine Mischung von einem Theil Terpentinöl mit zwei Theilen Salmiakgeist. Diese beiden Flüssigkeiten werden in einer Flasche so lange geschüttelt, bis sie sich milchartig verbinden. Die so entstandene Beize bringt man mittelst etwas Werg auf den Anstrich, der sich sodann nach einigen Minuten leicht wegwischen läßt.
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Pudding aus Reis mit Fruchtsauce. Ein halbes Pfund Reis wird in einem halben Liter Milch weich gekocht, etwas Butter, welche mit etwa 90 Gramm dicker Sahne verrührt worden ist, ferner Zucker, Gewürz und das Gelbe von sechs bis sieben Eiern hinzugethan. Darauf wird der etwas abgekühlre Reis und zuletzt das zu Schaum geschlagene mit dem Ganzen vermischt und in einer zubereiteten Form zwei Stunden lang gekocht.
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Gespickte Niere«. Nachdem die Nieren von ihrem Fett befreit sind und zierlich, igelartig mit Speckscheiben ge- spickt sind, dünstet man sie in einem Kasserol mit Butter, einigen Speckscheiben, dem erforderlichen Wurzelwerk und Zwiebeln eine halbe Stunde und gibt sie mit Madeira-Sauce, welcher Trüffelscheibchen und Farceklöschen beizugeben sind, auf einer mit Semmel-Croutons garnirten Schüssel zu Tisch.
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Käsesuppe. Von % Kilo fein geriebenem gutem Käse streut man eine dünne Schicht in die Suppenterrine, legt fein geschnittene, geröstete Weißbrodscheiben darauf und fährt so abwechselnd fort, Käse und Semmel zu schichten, bis der erstere verbraucht ist. Nun schmilzt man Butter und Mehl mit einer feingchackten Zwiebel hellbraun, verkocht dies mit allmählich zugegossenen zwei Liter siedenden Wassers, würzt die Suppe mit Pfeffer und Salz und gießt sie über die Käse- und Scmmelschichten.
Humoristisches.
Dringend. Dienstmädchen: „Sie möchten doch sofort zum Nachbar herüberkommen, Herr Doctor!" — Arzt:„Jst's so eilig?" — Dienstmädchen: „Gewiß - der kleine Junge hat ein Zehnmarkstück verschluckt — und die Leute müssen die Miethe bezahlen!"
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Modern. Bewerber: „Wie gesagt, Herr Rath, Mitgift ist mir gänzlich Nebensache." — Rath: „Dann bedaure ich, einem Verrückten mag ich meine Tochter nicht geben."
Im Eifer. Director (vor versammelter Lehrerconferenz zu einem soeben wieder mit schwerer Strafe bedachten Primaner): „Und zum Schluß will ich Ihnen nur noch dar sagen, wenn Sie fortfahren in dieser Weise gegen die Schulordnung zu freveln, so werden wir es uns sehr überlegen, ob wir ein solches räudiges Schaf noch länger unter uns dulden wollen!"
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Verrathenes Geschäftsgehe imniß. Herr (in der Menagerie): „Warum wird denn das Zebra so häufig gefüttert?" — Aufseher: „Sehen Sie, damit eS sich nicht die schönen Streifen immer ableckt!"
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Reminiscenz. Dame: „Diese Kastanienallee ist wundervoll! Wo stammt eigentlich die Kastanie her, Herr Lieutenant?" — Lieutenant: „Hat 'mal Jemand aus dem Feuer geholt, glaube ich."
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Der erste Kuß. „Ella, wie kannst Du Dich nur von dem Vetter Egon küssen lassen?" — „Ach, Tantchen, ich will auch einmal Braut werden und da möchte ich mich doch beim ersten Kuß nicht gar so ungeschickt anstellen."
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Die schöne Partie. Freundin: „Welcher Partie giebst Du den Vorzug — der Land- oder Wasserpartie?" — Dame: „Der Partie, die zu einer Partie führt."
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Boshaft. A.: „Ja, ich beschäftige mich sogar prac- tisch mit dem Flugproblem." — B.: „Hab' mir'S schon gedacht, als ich Sie so oft ausreiten sah!"
Literarisches
Ein gutes Buch in hübscher Ausstattung ist immer eine gern gesehene Erscheinung auf dem Gabentische unter dem funkelnden Christbaum. Aber die guten Bücher sind selten und die hübschen Ausstattungen lheuer. Man thut also wohl daran, sich bei der Auswahl einem bewährten Führer anzuvertrauen. Als solcher darf die Verlagsfirma Otto Hendel in Halle a. Saale gelten. Aus ihrer mustergiltigen „Bibliothek der Gesammt-Litteratur" hat sie die schönsten Schätze ausgewählt und von ihnen Prachtausgaben zu überaschend billigen Preisen veranstaltet. Wer unter diesen Bänden wählt, der wird sehr das Richtige treffen. Für jeden Geschmack ist hier gesorgt. Da findet sich Arnim-Brentanos „Des Knaben Munberhoru" (eleg. gebund. 4. Mk.), für Freunde der modernen Dichtung Karl Busses „Uenere deutsche fgrik“ (3 Mk.) und für die Verehrer des guten Alten G. Emil Barthels „Neuer poetischer 1 Hausschah" (5 Mk.), da ist weiter für Freunde der deutschen Poesie Goethe, Schiller, Uhland, Rückert — von diesem besonders empfehlenswerth die Auswahl der Werke (geb. 4,50 Mk.) — Hebbel, Schenkendorf u. a. m. Liebhaber fremder Poesie werden sich an Becquers Spanischen Fiebern (1,50 Mk.), an Burns Fiebern nnb jlalladeu (3 Mk.), an Hacks Ungarischer Fgrik (2 Mk.), an Miltons Perl-renem Paradies 2 Mk.), an Prinzhorns trefflicher Anthologie „Nrn beiden Ufern bes Atlantik" und an Tegnörs Frithjofssage (1,20 Mk.) erbauen. Für philosophisch; und für religiöse Gemüther empfehlen sich Emersons Essays (3 Mk.), Feuchterslebens Diätetik der Seele (1,20 Mk.), Renaus Leben Jesu (1,50 Mk.), Schleiermachers berühmtes Werk „Der christliche Glaube" 4 Mk.), und Smiles treffliche Schriften „Charakter", „Selbsthilfe", „Psticht" und „Sparsamkeit",die auch der Heranwachsenden Jugend mit Nutzen in die Hand gegeben werden können. Freunde guter Belletristik und spannender Unterhaltungslectüre finden ihre Rechnung bei Bulwers „Fehlen Tagen oau Pompeji" (2,50 Mk.), Eugen Aranr (3 Mk.) und „Nie»!-" (3,50 Mk.), Bei Meister Dickens köstlichen Schöpfungen, den „Pickmickier" (3 Mk.), „flaoid Copperßelb" (4 Mk.) ujw., bei Dumas' „Drei Musketiere" (3 Mk.) und der ebenso spannenden Fortsetzung „Awansig Jahre spater" (4,50 Mk.), bei Hedenstjernas Novellen (3 Bde. ä 2 Mk.), Lottis „Islanbfahrer" (2 Mk.), W. Scotts Romane (ä 2,50 Mk.) und Tilliers „Gukel Keujamin" (1,50 Mk.). Endlich seien die ernpfehlenswerthen Jugendschriften: Grimm- Märchen (1,50 ar. 3 Mk.), Schwabs Zagen bes rlasstfchen Alterihnms (3,50 Mk.) und die Märchen aus Tanseub und eine Nacht (2,50 Mk.), sowie die spannende Erzählung „Gnbel Toms Hätte" empfehlend erwähnt. Eine von Hans Kraemer besorgte Bearbeitung der „Reden bes Fürsten Kismarck" (5,25 oder 7,50 Mk.) sei dem Politiker empfohlen.
Redactisn: K. Gch-Yda. — Druck und Verlag der Brühl'schon Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m Gießen.


