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^ttmsvistisches.
Sie verwechselt die Buchstaben. A.: „Sie sind gegen die Zulassung des weiblichen Geschlechts zur Ausübung des ärztlichen Berufes?" — B.: „Allerdings, denn eine Dame wird nur zu leicht confus und greift zu einer ganz falschen Therapie." — A.: „Wie meinen Sie das?" — B.: „Sehen Sie, zum Beispiel einen jungen hübschen Mann wird die Frau Doctorin gewiß in neunundneunzig Fällen zärtlich statt ärztlich behandeln!"
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Aus der höheren Töchterschule. Lehrer: „Mariechen, sagen Sie mal, was ist eine Adresse?" „Eine Adresse? .... Wie er heißt und wo er wohnt."
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Unbedacht. Junge Frau: „Also Sie haben meinen Mann getroffen, was sagte er?" — Herr: „Ich soll Sie grüßen!" — Junge Frau (enttäuscht): „Nicht küssen?"
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Im Kaffeekränzchen. Vorsitzende: „Meine Damen, die Frau Registrator hat sich zum Eintritt in unser Kränzchen gemeldet. Ich habe kein Bedenken gegen ihre Aufnahme; man kann der Dame durchaus nichts nachsagen!" — Chorus der Kaffeeschwestern: „Aber dann verlohnt es sich ja gar nicht!"
Literarisches
Jede Hausfrau weiß aus Erfahrung, wie häufig es vorkommt, daß die von ihr angeschasften Gemüse nur zum kleinen Theile verwendbar sind. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, welch' zahlreichen Erkrankungen unsere sämmtlichen Gemüsearten ausgesetzt sind. Für unsere Hausfrauen und ganz besonders für solche, welche sich selbst mit Gemüsezucht abgeben, ist eine möglichst genaue Kenntniß der verschiedenen Pilze und Insekten, durch deren zerstörenden Einfluß diese Krankheiten hervorgerufen werden, von großem Werthe, und es ist daher dankbar anzuerkennen, daß sich neuerdings die bekannte Familienzeit- fchrift »Das Bach für Äöt* in einem sehr sachkundig geschriebenen A-tikel mit diesem Thema beschäftigt. Von verschiedenen Pilzkrankheiten werden z. B. — wie wir dem genannten Aufsatze entnehmen — die Gurken befallen. Den Erkrankungen unserer übrigen Gemüse ist in dem Artikel dieselbe eingehende Würdigung zu Theil geworden, und wir möchten deshalb allen unfern Hausfrauen die Lectüre desselben dringend anrathen; sie werden viele practische Rathschläge darin finden, welche ihnen in der Erkenntniß und Behandlung erkrankter Gemüsesorten von weittragendem Nutzen sein können.
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Die Ursache der verhängnißvollen Brandkatastrophe in Paris ist bekanntlich der Beleuchtungsapparat des Kinematographen gewesen, welcher aus einer sogen. „Molteni-Lampe" bestand. Diese Lampe finden wir in dem Heft 27 der beim Deutschen Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W., erscheinenden großen illustrirten Familienzeitschrist »Für All, Welt* (Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) in Wort und Bild dargestellt. Außerdem enthält dieses Heft, neben den beiden spannenden Romanen „Ich will!" von Marie Stahl und „Todtgeschwiegen" von L. Haidheim, einem reich illustrirten Artikel „Hafenpiraten und Polizei" und neben vielen kleineren Abhandlungen, Gedichten rc. in seinem äußerst geschickt redigirten technischen Theile mit vielen Bildern geschmückte Beschreibungen der Herstellung und Vorführung von „lebenden Photographien", des „Heizens und Kochens mit electrischem Strom", über „Mc. Kinleys Salonwagen", „Die Verwendung flüssiger Kohlensäure bei Seeunsällen", „Acetylen-Motore", „Geigen aus Aluminium", „Schaukelnde Entwickelungsschale", „Der größte Dampfhammer" und noch viele kleine Notizen.
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_ J?on . Leimburgs gesammelten Romane» ««d Novelle» (Leipzig, Verlag von Ernst Keils Nachfolger) liegen die Lieferungen 55 bis 62 vor, welche einen interessanten Roman der Ver- fafierin, „Eine unbedeutende Frau", fast bis zu Ende führen. Die Heldin des Romans, Antje, die Frau des Malers Leo Jußnitz, ist eines lener Characterbilder, wie sie W. Heimburg zu zeichnen liebt: die „un- bedeutende Frau", mag Vielen, di- sie nicht näher kennen, in diesem ^cküe ^scheinen; \n Wahrheit aber erweist sie sich sehr bedeutend durch ihre sittliche Tüchtigkeit und trägt nach manchen Wirrnissen den Sieg davon über die zerfahrenen genialen Naturen, die, dicht am Abgrund stehend, von ihr zu neuer glücklicher Lebensführung gerettet werden.
Dazu gehört der bizarre Gatte, der, unbefriedigt von seiner stille Häuslichkeit, auf Abenteuer ausgeht und Hilde, ein schönes Mädchen i ehrgeizig und leidenschaftlich, das aber zuletzt die Gattin eines brave» edlen Mannes wird. — Die Illustrationen von R Gutschmidt fasse» Charactere und Situationen in einer durchaus dem Geist der Dicbtuv» entsprechenden Weise auf.
Des Sängers Fluch (Parodie).
Es schtand entöl e Werrthshaus, 's isch noch nit gar lang her, Do Hot mer trinke tonne, je länger deschto mehr, Un in dem kleene Gärtche, deß angebaut an's Haus, Do hän als oft geschlofe die Gäscht ihre Raischel aus.
D'r Werrth, en Kerl, en grower, der litt schtark an d'r Gicht, Drum macht er wie d'r Seifet de ganze Dag e G'sicht, — Jedoch fei’ Biweedämche, des war vun bessrer Art, Die Anmuth un d'r Liebreiz hän sich bei ihr gepaart.
Un bei d'r letschte Kerwe, do ging d'r's luschtig zu, Do kam en Bänkelsänger in's Werrthshaus mit sei'm Bu, Die Kerl hän eem gedauert, mer sieht'n an die Noth, Es isch e altes Schbrichwort: Die Kunscht geht oft nooch Brod.
Die hän d'r dann gesuage vum Blatt ganz wunnerbar „Zehn schöne, neue Lieder, gedruckt tn diesem Jahr": So lang der alte P-ter, die Petersthürm noch stehn, Un denke dir mein Liebchen, was ich im Traum geseh'n.
Fischerin, du kleine, fahr' nicht in's Meer hinaus, Was braucht an Hut d'r Bauer, leb wohl, du altes Haus, Komm doch zu mir herunter, Madonna Theresa, O See, du himmelblauer, der schöne Nicola.
Das ist einmal im Leben gar häßlich eingericht't, Du gehst an mir vorüber und kennest mich gar nicht; Da capo hän se g'sunge: O du Veronika, De Text hot sanft beglitte e Ziehharmonika.
Beim G'sang vun bene Lieder mit leichter Melodei, Do waren d'r nadierlich die Schtammgäscht glei derbei, Es war des reinschte Gaudi, e Lache un Gekrisch, De Tact hän se g-schlage mit Gläser uf 'm Disch.
Ganz sonnerbar — die Lieder, ich weeß nit wie es kam,
Die sin uf's Herz geschlage d'r holde Biweedam, Sie ftehlt e menschlich Rühre, nimmt e Zehnpennigschtick Un schmeißts dem Jingling niemer, der Hot geschtrahlt vor Glick.
Kaum Hot dr Werrth des g'sehe, do war 'r deifelswild, „Ihr gottverdammti Bande!" so hot'r gleich gedrillt, Der Jung war mit 'm Deller jetzt grab in seiner Näh, Bauff! ligt ber uf 'm Bobe, in Scherwe ganz erzwee.
Den alte Sänger nimmt ’r un brickt ’n an bie Wand, — „Dir soll Dein G'sang verleede, du lumbiger Schnurrant!" Un wie d'r Jung kummt g'schliche, zu ziehn de Alte vor, Do haut d'r Werrth, der growe, dem aach noch e uf's Ohr.
So hoscht noch nir gesehe, was jetzert isch passirt: Die Gäscht hän mit dem Zabbwerrth gewaltig rässonirt; Der Sänger nimmt sei' Musik un aach sein Liedertext, Er un sein Bub rennt weiter, als wären se behext
Schnell waren se int Freie — den Alte packt die Wuth, Er war halt ganz verkrumbelt bis zum Cylinderhut.
D'r Jung fangt an zu heule, die Ohrfeig brennt ihn sehr, Wu so rn Flegel hinhaut gedeiht kee G'sichtsfarb' mehr.
Der Alt beginnt zu fluche: „Unseligi Bagasch, Gell, bei so arme Sänger do hoscht de noch Kurasch! Wann nor die Krenk dhätscht kriege, drinn in dei'm Sorgeeck Un dir dein Haus dhät brenne grab iroer’nt Kobb eweg.
Halunk, elenbiglicher! bu Fluch bes Sängerthums, In beiner Kneip tön nie mehr e fröhlich „Wohl bekumm's! Erbärmlich sollscht verlumbe, bu un bei’ ganzes Haus.
Ich prophezei b’r jetzt schun: bich schmeißt mer aach noch 'naus."
D'r Alte hot's gerufe! — bo kummt en Schutzmann bei — Der nimmt die Bänkelsänger mit uf die Bolizei;
Dort Hot mer nooch'm G'setzbuch se alle Zwee verhört: Zu brumme kriegt en Jeder, weil sie die Ruh geschtört.
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Un wie d'r Alt vorherg'sagt, so traf's aach merklich ein: Des Werrthshaus isch vergantet, dort gibt's fee’ Bier un Wein, Der Werrth war angekreidelt gar schtark int Schuldebuch, Drum isch’r schnell verduftet. — Das isch des Sängers Fluch!
PH. Grüneberger.
Redactisn: 8. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießcn.


