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M»u Hause! sei Dein Spruch, Dein Lied, Wenn Dich's in wilde Wirbel zieht; Zu Hause ist die Welt stets Dein, D'rin mach' Dir selber Sonnenschein.
Arbeit ist Loos und Lust und Leid Für Alle, die hienieden wandeln; Gesegnet sei uns alle Zeit, In der wir wirken, schaffen, handeln.
Das Kind der Tänzerin.
Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann.
(Fortsetzung.)
Das Haus war schon seit einem Jahre geschlossen- jetzt aber, als Dick die hübsche Eremitage erreichte, verkündete das Oeffnen der Fensterläden und das Hin- und Herhuschen der Dienstboten, daß die Rückkehr der Herrin der Billa jeden Augenblick zu erwarten war. Auf der rcbenumrankten Veranda stand ein Käfig mit dem grünen Papagei, den Miß Pamela einst der kleinen Ethel zum Geschenk gemacht hatte. Als Doctor Dick vorüberschritt, neigte der Vogel den Kopf seitswärts und rief mit heiserer Stimme:
„Wo ist Polly?"
Vandine fuhr unwillkürlich zusammen. Das Bild einer gewissen Polly, einer geduldigen, vielgeprüften Polly, tauchte plötzlich in seinem Geiste auf und blickte ihn mit großen, dunklen Augen an. Er zuckte die Achseln und schritt weiter, doch bis in den Schatten des Gehölzes hinein verfolgte ihn die gellende Stimme des Vogels: „Polly wartet! Polly wartet!"
Endlich erreichte er einen Abhang. Er warf sich auf das duftende Gras und lauschte. Aus der Ferne drangen die Klänge der Musik matt an sein Ohr, eine Amsel sang auf einem Aste über seinem Haupte und eine kleine grüne Schlange huschte pfeilschnell an ihm vorüber durch das Gras. Lange Zeit lag Doctor Dick, die Blicke zum Himmel gerichtet, da und dachte an das strahlende Gesicht eines Mädchens mit goldenen Haaren — eines Mädchens, das zu einer Fürstin geschaffen schien, aus dessen Veilchenaugen eine Fluth von Thränen hervorbrach. Seine Stunde war gekommen- sie hatte sein Herz mit Sturm erobert. Dick, der arme Doctor von Blackport, war zum ersten Male in seinem Leben leiden
schaftlich verliebt, und zwar in die reiche Erbin, in die Enkelin jenes hochmüthigen Aristokraten Godfrey Grehlock!
„Und was das Schlimmste an der Geschichte ist," murmelte er vor sich hin, „sie ist für einen Anderen bestimmt. Der Henker hole den Engländer! Warum kann er nicht zu Hause bleiben und sich aus der Aristokratie seiner eigenen Insel eine Frau wählen? Ich wünschte, der Dampfer, auf welchem er herüber kommt, möchte ihn Klafter tief im Salzwasser begraben! Beim Himmel, manche Menschen sind doch geborene Glückskinder! Um wen aber weinte sie diesen Nachmittag? Sicherlich nicht um den Baronet, einen Mann, den sie nie gesehen hat. Ihre Mutter hat sie seit Jahren nicht gesehen - pflegen Mädchen von ihrem Alter um abwesende Mütter zu weinen? Bei Gott, wie reizend sie ist! Schon der erste Blick verkündet, daß sie adeliges Blut in den Adern hat. Selbst wenn kein Baronet im Wege stände, hätte ich doch keine Aussicht sie zu gewinnen!"
In den halb süßen, halb bitteren Träumen eines Liebenden verloren, dessen Aussichten hoffnungslos erscheinen, lag er noch lange unter den Bäumen, während der Tag dahin schwand und das Zwielicht hereinbrach. Endlich gewahrte er, daß es rings um ihn her dunkel wurde- rasch sprang er nun auf und schritt den Pfad bis zum Saume des Gehölzes hinab. Dann sprang er über eine niedrige Mauer und gelangte auf diese Weise auf die Landstraße.
Es war spät, in der „Katzen - Herberge" mochten Patienten auf ihn warten. Blackport war leider ein sehr gesunder Ort- dennoch wurden Doctor Dicks Dienste hie und da in Anspruch genommen. Am westlichen Himmel erglänzte die Mondsichel- die untergegangene Sonne hatte noch eine schwache Röthe zurückgelassen, und da und dort schwirrten einige Sumpfvögel durch die Abendluft. Ob die Gäste Godfrey Greylocks bereits aufgebrochen waren, er wußte es nicht- nirgends war eine Spur von denselben zu eutdecken. Er stieg den Hügel hinab und näherte sich den Salzgruben.
Mit diesem Gebiete war nie eine Veränderung vorgegangen; kein Sommerfrischler näherte sich demselben - keine unternehmende Hand bemächtigte sich der allen Gruben- nur die Schuppen, die früher dagestanden, waren niedergerissen worden, unbekannte Hände hatten einen großen Haufen Schutt auf dem Fleck errichtet, auf welchem Robert Grehlock in jener verhängnißvollen Nacht sein junges Leben ausgehaucht hatte.
Die Bewohner von Blackport mieden den Platz- seit einiger Zeit war das Gerücht in Umlauf, daß es daselbst spuke. Seltsame Gestalten waren bet Nacht hier gesehen,


