Ausgabe 
5.8.1897
 
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Ü60

Gemeinnütziges.

Will man Blumenknospen aufbewahren, so daß sie int Winter oder auch noch vorher blühen, so schneide man die reifsten Knospen ab, laste aber einen Stiel von mindestens 8 Zentimeter. Das abgeschnittene Ende siegele man sofort nach dem Abschneiden sorgfältig mit Siegellack zu, wickele eine jede sorgfältig und ohne jedes Drücken und Knutschen in ein recht reines und trockenes Papier. Auf kiese Art kann ran sie recht gut lange Zeit, wenn es sehr sorgfältig gemacht wird, bis ein Jahr lang aufbewahren. Sollen sie im Winter oder zu jeder anderen Jahreszeit blühen, so schneide man Abends das zugesiegelte Stück des Stengels ab und setze die Knospen in Wasser, in welchem man etwas Salz aufgelöst hat. Am anderen Morgen sind die Knospen ausgebrochen und riechen ebenso schön als frisch.

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Weizenspreu als Gänsefutter. Es dürfte wohl wc> ig bekannt sein, daß man Weizenspreu zur Fütterung hauptsächlich junger Gänse, die bekanntlich immer Hunger haben, benutzen kann. Magermilch wird zu Käse gemacht, dieser gepreßt und ca. mit gleichem Theile Spreu vermengt, was von den Gänsen begierig ausgenommen wird. Sollte der Käse zu trocken sein, so giebt man etwas Magermilch zu und rührt es zu ganz festem Brei. (Auch Kaninchen fressen die Spreu gern, wenn man sie zwischen Schrot, Hafer, etwas Salz und Magermilch ganz dick vermengt.)

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Brombeerwein. Die möglichst trocken geernteten Beeren werden in einem Gefäße zu einer breiigen Masse zerstampft und bleiben dann drei bis vier Tage stehen. Hierauf werden sie ausgepreßt. Auf 1 Liter Saft mischt man dann folgende Zusätze: 1 Liter Wasser, 3/8 bis J/a Kilo Zucker und 2*/2 Gramm gepulverten Weinstein.

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Gekochtes Obst wiegt an Nährgehalt die Kartoffeln auf, wird aber im Magen weniger empfunden als diese, weil es leichter verdaulich ist. Im Verhältniß zum Obst sind Kartoffeln eine höchst ungesunde Speise. Das Obst bildet Blut und Knochen und wirkt anregend auf das Gehirn. Kocht darum Obst und lasset namentlich die Kinder Obst esten, so viel sie mögen, rohes und gekochtes.

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Conbirte Birnen. Die Birnen werden, und zwar mit Belassung des Stieles, nachdem dieselben mit der Maschine geschält wurden, in reines Brunnenwasser gewo-.fen und ab­gespült, dann herausgenommen, auf ein Sieb oder eine Drahthürde gelegt, in einen Kasten ober Topf gegeben und durch starke Erhitzung (10 bis 20 Minuten lang) weich ge­dämpft- hierauf kommen dieselben auf die Dörre und nach­dem sie halbgedörrt sind, werden sie zwischen einer kleinen Vorrichtung breitgedrückt und zum Fertigdörren nochmals auf die Dörre gebracht, während des Dörrens in eine Zucker­lösung ein- ober zweimal eingetaucht, kurz vor dem fertig« dörren herausgenommen und mit grobgestoßenem Zucker bestreut.

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Die Pfirsichbowle. Zu vier Liter bedarf mau zehn bis zwölf großer ober einer entsprechenb höheren Anzahl mittlerer unb kleiner reifer Früchte. Diese werben enthäutet, entsteint und in kleine Stücke von der Größe einer Haselnuß zerschnitten, mit Zucker gemischt und in einem Gefäße vor­läufig mit einem Liter Wasser und einem Liter leichtem Weiß­wein (tein Säuerling, sondern trinkbarer leichter Tischwein) übergossen. Das so weit gefüllte Gefäß stelle man mindestens eine Stunde lang in Eis und rühre es einige Male ruhig,

aber gründlich um, damit der Zucker schmelze. Zugleich kälte man zwei weitere Liter Weißwein und gieße diese unter Zu­satz des noch etwa fehlenden Zuckers hinzu.

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Kohlsuppe. Gereinigte, in Salzwaffer gebrühte Kohl­blätter werden fein gehackt, etwas Mehl in Butter hellgelb geröstet, das Gehackte darin gedämpft, Fleischbrühe daran gegossen, damit gekocht, über geröstete Weckschnitten angerichtet, Museatnuß darauf gegeben und mit einigen Eigelben ab­gezogen. Zuletzt kommt noch nach folgender Vorschrift ge­backener Kohl in die Suppe: Ein festes Krauthäuptchen wird mit den zur Suppe nöthigen Kohlblättern in Salzwasscr gebrüht, ausgedrückt, in Schnitzchen geschnitten, diese in einem guten Pfannkuchenteig umgewendet und in Schmalz gebacken.

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Körbelsuppe. Der Körbel wird gelesen, gewaschen und gehackt in einer irdenen Kachel mit Butter und ein wenig Mehl gedämpft, dann Fleischbrühe hinzugegossen und mit Eigelb abgezogen. Das Ganze wird über gerösteten und gewürfelten Wecken angerichtet.

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Wieuer Fleischbecher. Man legt eine Kasserole mit Speck, Wurzel-, Zwiebel- und Schinkenscheiben aus, legt ein Stück mageres Rindfleisch hierauf, salzt es, übergießt es mit einem Glas Rothwein, einem Glas Wasser, fügt 5 Gramm Liebigs Fleischextraet zu und dämpft es langsam weich. Nun wiegt man es nebst 90 Gramm geschälten Pimpernüssen fein, vermischt es mit 125 Gramm schaumig gerührter Butter, sechs Eiern, Salz, Museatnuß, Zitronensaft und etwas ab­geriebener Zitronenschale, sowie mehreren in Milch eingeweich- ten und dann wieder fest ausgedrückten Weißbrödchen und treibt nun die Masse durch ein Sieb. Kleine Becherformen werden mit Butter ausgestrichen, mit Reibbrod ausgestreut und bis zu zwei Dritteln mit der Fleischmasse gefüllt, in eine flache Pfanne gestellt und 35 Minuten int Ofen gebacken. Man stürzt die Fleischbecher, garnirt die Schüssel mit aus- gebackener Petersilie und giebt eine Tomatensauee nebenher.

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Rührkuchen nach Londoner Art. 500 Gramm Butter wird zu Schaum gerührt, 125 Gramm Zucker, 125 Gramm Mehl, 20 Eier und etwas Museatblüthe lang­sam dazu gethan und eine halbe Stunde nach einer Seite gerührt- zuletzt giebt man 62 Gramm kleine Rosinett hinzu, füllt die Masse in eine mit Butter bestrichene Form und bäckt sie so schnell als möglich.

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Kraftbrühe aus Liebigs Fleisch Extraet mit Lebernocken. 10 Personen. Bereitungszetr 3 Stunden. Die verschiedensten Fleischabsälle, Knochen, Schinkeureste u. s. w. schneidet man möglichst klein und röstet sie mit Butter in etwa 10 Minuten bräunlich, fügt eine geschnittene Knolle Sellerie, einige Mohrrüben, Petersilenwurzeln, Zwiebeln, ein Kräuterbündchen, Pfeffer und Salz bei, läßt alles unter be­ständigem Rühren kurz eingehen ohne zu brennen und gießt dann 3 Liter Wasser auf, mit dem das Ganze gut kochen muß. Nun entfettet man die Brühe, seiht sie durch einen Geleebeutel und setzt ihr pro Liter 8 Gramm Liebig's Jleisch- Extraet und 1 Glas Madeira zu.

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Flaschenlack. Mau schmilzt 500 Gramm reines Harz mit 250 Gramm Wachs und 33 Gramm Talg und färbt die Mischung mit 250 Gramm rothen, gelben ober schwarzen Ocker. In biefe Mischung taucht man den oberen Theil des Flaschenhalses, nachdem derselbe gut verkorkt worden ist, und dreht sie bis zum Erkalten darin herum.

Redaction: A. Gcheydq. Druck unb ©erlog der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in ©iejen.

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