Ausgabe 
5.8.1897
 
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immer ein Geheimniß, das er bis jetzt nicht errathen hatte, und ihm vielleicht für immer verborgen blieb.

In Bezug auf Regnault wurden keine weiteren Schritte gethan, sondern im Gegentheil, die ganze Geschichte so gut wie möglich vertuscht. Jnwischen schwand der Sommer dahin. Die großen Salzwiesen lagen braun und kahl da, und kalte, herbstliche Winde zogen über sie und den nahen Strand dahin.

Ethel schwebte jetzt wie ein lieblicher Geist im großen Herrenhause von Greylocks Woods umher. Zuweilen wandelte sie auf den Terrassen, auf den Arm des alten Mannes ge­lehnt, der, nachdem er ihr alle Fehler verziehen hatte, sie jetzt mehr als je zu lieben schien. Manchmal fuhr sie mit ihm durch den immer kahler werdenden Park oder am melancholischen Strande entlang. Wer sie beobachtete, konnte ohne Mühe in ihren Zügen einen wehmüthigen Ausdruck entdecken, der indessen nicht die Nachwirkung ihrer Krankheit war. Ihre Kraft und Gesundheit kehrte wieder zurück und mit ihnen ihre frühere Schönheit- dennoch schien sie sehr verändert.

Eines Tages fand Doctor Vandine die junge Erbin am Piano sitzen, in demselben Zimmer und demselben Fenster, wo sie aor vielen Wochen die Werbung des Baronets zurück­gewiesen hatte. Wiederum stolzirte der prächtige Pfau auf der Terrasse draußen hin und her. Welke Blätter wirbelten durch die Lust und sammelten sich auf der äußeren Fenster­brüstung an. Mit wunderbar klarer, aber unaussprechlich wehmuthvoller Stimme sang Ethel beim Eintritt des Doctors ein Lied von der Liebe Qual und Leid.

Vandine blieb regungslos stehen, bis die Schlußstrophen des Liedes verhalten:

Und doch, wiewohl sie Leiden Allzeit zum Lohne giebt. Nie mag von Liebe scheiden, Wer einmal recht geliebt.

Er tragt die heißen Schmerzen Viel lieber in der Brust, Als daß er nie im Herzen Von solchem Glück gewußt."

Jetzt trat Doctor Dick entschlossen zum Piano und sagte in ärgerlichem Tone:Es wird heutzutage viel sentimentaler Unsinn von dieser Sorte geschrieben. Ich bedauere, Sie heute so bleich zu sehen, Miß Grehlock- Ihre Genesung macht nicht die günstigen Fortschritte, die ich erwartet hatte."

Sie zog ihre Finger langsam von den Tasten zurück und stammelte:Es kommt von diesem trostlosen October- Wetter."

Ist das Alles?"

Seien Sie nicht zu streng!" bat das schöne Mädchen- ich fürchte, ich setze Ihre Geduld auf eine starke Probe, Doctor Vandine."

Ja," erwiderte er mit heiserer Stimme-allein Sie können mich nicht täuschen. Denken Sie sich die Qual, die ich erdulde, wenn ich Sie nach einem fernen Liebhaber schmachten sehe, während Sie gegen Einen, der Ihnen nahe ist, der vor Ihnen steht taub und blind sind!"

Ihr entrüsteter Blick sagte ihm deutlich, daß er jetzt noch weit weniger Hoffnung habe, als bei seiner ersten Liebeserklärung vor einigen Monaten.

Hat ein Mann nicht das Recht, zweimal ja zwanzig Mal seine Liebe zu gestehen?!" rief er leidenschaftlich aus. Sie brauchen indessen nicht zu antworten ich habe Sie nutzlos aufgeregt. Sie bedürfen meine Dienste nicht länger­es wird besser für mich sein, wenn ich Sie nicht wiedersehe. Meine einzige Sicherheit besteht in der That darin, mich von Ihnen fern zu halten."

Ethel erhob sich mit Würde und sagte:Sie haben Recht, Doctor Vandine, kommen Sie nicht mehr hierher! Mehr als dies brauche ich nicht zu sagen weniger wäre fast falsche Schonung."

Vandine ging, und Ethel war nun alle ihre Anbeter los.

Sie vergoß einige Thränen und bestellte dann, um den

auf ihr lastenden Druck abzuschütteln ihren Ponhwagen, in welchem sie, von den Hunden begleitet, eine Fahrt durch den Park antrat.

Nicht weit von der Rosen-Villa trat ihr plötzlich Haunah in den Weg und ersuchte sie durch ein Zeichen, Halt zu machen.

Es freut mich, Sie nach so langer Zeit wiederzusehen, Miß Ethel," sagte sie mit einem boshaften Blick auf die junge Erbin.Sie sind wohl auf dem Wege nach der Rosen-Villa?"

Nein," antwortete Ethel kurz und mit verächtlichem Tone.

Hannah Johnson grinste.Wahrhaftig! Und Sie haben Ihre theure Mama seit Ihrer Krankheit nicht gesehen! Das nenne ich kindliche Liebe! Es ist doch ein schönes Ding^ Mutter und Tochter einander so zärtlich zugcthan zu sehen."

Fort, Lancer!" rief Ethel dem Pony zu- doch Lancer rührte sich nicht von der Stelle, da Hannah Johnson dem Thiere nicht aus dem Wege ging.

Ich hörte, Miß Ethel, daß Sie schwer krank darnieder lagen und Ihre vielen Liebhaber Sie dem Tod nahe brachten," sagte sie mit höhnischem Lachen.Der alte Mogul hatte Sie wohl beinahe verloren? Nun, es giebt noch schlimmere Dinge als der Tod. Es wäre besser für Sie gewesen, wenn Sie Ihrer Krankheit erlegen wären. Wir wollen sehen, ob Sie nicht in wenigen Wochen eben derselben Ansicht sind!"

Mit diesen Worten machte sie eine spöttische Verbeugung und entfernte sich. Das Pserd setzte seinen Weg fort. Eine Ahnung bevorstehenden Unglücks machte Ethels Herz heftig pochen- doch schon im nächsten Augenblick lächelte sie über ihre Schwäche. Diese freche Creatur! Es war thöricht, weiter über ihre Worte nachzudenken.

Der Pony trabte weiter unter den Fichten und Tannen und durch die Hohlwege, die jetzt mit welkem Laub angefüllt waren. Ein träumerisches Nebelflor milderte das Sonnen­licht. Kein lebendes Wesen war weit und breit zu erblicken, ausgenommen die Vögel und Eichhörnchen, ans welche die Hunde vergeblich mit lautem Gebell Jagd machten.

Ethels Niedergeschlagenheit kehrte auf's Neue zurück. Sie gedachte der Vergangenheit und bebte vor der freudlosen Zukunft, die vor ihr lag. Wo war er an diesem Herbsttag, er, den sie von sich getrieben hatte, obgleich sie ihn liebte? Weilte er noch im fernen Westen, oder befand er sich in seiner eigenen Heimath drüben über dem Meere? Wenn er um den wahren Sachverhalt wußte, so mußte er sie ver­achten- wußte er nicht darum, so mußte er sie bis zum Ende seiner Tage für eine herzlose Kokette halten. Sie hatte für ihre Thorheit theuer büßen müssen- mit allen ihren Träumen von einer glücklichen Zukunft war es vorüber. Und doch war sie kaum achtzehn Jahre alt!

Das Pferd trabte gemüthlich weiter. Ethels Kopf war auf die Brust herabgesunken- sie achtete nicht der hohen, grauen Gestalt, die vor der Eingangspforte her ihr entgegen schritt- in ihre eigenen traurigen Betrachtungen vertieft, vernahm sie nicht das freudige Bellen der Hunde, die dem Ankömmling entgegensprangen.

Näher und näher kam die Gestalt, sich mit Mühe der ungestümen Liebkosungen der Hunde erwehrend. Plötzlich blieb dieselbe dicht vor dem Pony stehen.

Um Vergebung!" sagte eine Summe, die Ethels Herz fast zum Stillstehen brachte.

Mit Gefühlen, die jeder Beschreibung spotten, sah das junge Mädchen ihren Vetter Gervase Grehlock vor sich stehen.

26. Capitel. Verlobt.

Das unvermuthete Zusammentreffen mit Sir Gervase Grehlock benahm Ethel fast den Athem. Er sah so frisch und wettergebräunt aus wie ein Krieger, der eben von einem siegreichen Feldzüge zurückgekehrt. Die Zügel entfielen ihrer Hand.Dies ist eine große Ueberraschung!" brachte sie mit Mühe hervor.

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