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43#S<'C erkennst Du die Menschen am Besten oft?
Wenn Du gehst
Und Dich dann plötzlich ganz unverhofft
Wieder drehst! W. Herbert.
Bedenke dies: Schon manchmal trat ein Segen In der Gestalt des Unglücks Dir entgegen, Dir fehlte nur in jener Zeit des Leidens
Der klare Blick des scharfen Unterscheidens. Löwe.
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Das Kind der Tänzerin.
Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann.
(Fortsetzung.)
Nach einer kurzen Pause fuhr Greylock, zu Polly gewendet, fort: „Und wenn Sie unter Ihrer eigenen Bekanntschaft Freunde haben, so berathen Sie mit denselben, wie Sie den besten Gebrauch von einer solchen Summe machen können. Sollten Sie in Zukunft weiterer Unterstützung bedürfen, so können Sie sich jederzeit an mich wenden."
Polly blickte nicht auf den Check, der eine größere Summe Geld repräsentirte, als sie je in ihrem Leben gesehen hatte, sondern auf den hochmüthigen, alten Aristokraten, der ihr seine Freigebigkeit aufzudrängen suchte. Ruhig und gefaßt zerriß sie das Papier in kleine Stücke und ließ dieselben auf den Boden fallen. „Verzeihen Sie, Str," antwortete sic mit leiser, fester Stimme. „In dieser Angelegenheit müssen Sie mir meinen eigenen Willen lassen. Ich wünsche nicht, daß Sie sich mir verpflichtet fühlen; auch kann ich Ihr Geld nicht annehmen. Sie blicken mich groß an? Nun, ich brauche Ihre Hülfe nicht, ich kann mich selbst durch meiner Hände Arbeit ernähren. Vergessen Sie den Dienst, den ich Ihnen geleistet habe! Gott weiß, daß es nicht mein Wunsch ist, daß Sie sich desselben erinnern. Und nun erlauben Sie mir, Ihnen und Miß Greylock Lebewohl zu sagen."
Godfrey Greylock war stumm vor Staunen. Daß eine arme Dienstmagd es wagen konnte, diesen Ton gegen ihn anzustimmen und ihm seinen Check zerrissen vor die Füße zu, werfen, war ihm etwas ganz Unerhörtes.
Ethel öffnete die Augen wieder und sagte mit mattem
Lächeln: „Ach, Polly, es gebricht Ihnen nicht an Stolz! Was soll mit Ihnen geschehen? Nun, Sie müssen natürlich Ihren eigenen Weg haben. Nur um Eins möchte ich Sie bitten: Sollten Sie je der Hülfe bedürfen — wollen Sie dann zu mir kommen?"
„Ja," antwortete Polly mit erstickter Stimme, „ja!" „Geben Sie mir Ihre Hand darauf," bat Ethel.
Die rauhe Hand der Dienstmagd ruhte einen Augenblick in der sammetweichen der jungen Erbin.
„Leben Sie wohl, Polly," sagte Letztere und vergessen Sie nicht, daß ich stets, stets Ihre Freundin sein werde."
„Leben Sie wohl, Miß Greylock- ich danke Ihnen für Ihre Güte."
So verließ Polly denn mit leeren Händen das prunkvolle Gemach. Grehlocks Kutsche brachte sie nach der „Katzen-Herberge" zurück, wo sie still und ruhig ihre täglichen Arbeiten wieder verrichtete, als ob nichts vorgesallen wäre. Weder Mercy Poole noch Doctor Vandine bestürmten sie mit Fragen.
Letzterer betrachtete Polly mit Beifall und Bewunderung. //Ich sehe," sagte er, „daß Du entschlossen bist, eine Heldin zu sein. Bravo, mein Kind! In welchen Wirbelstrom von Gefahren wirst Du Dich zunächst stürzen?" Dann fuhr er fort, indem sein Gesicht einen ernsten und traurigen Ausdruck annahm: „Gott sei Dank, daß Du den Muth hattest, sie zu retten, Polly! Sic kann nie die Meinige werden- nichtsdestoweniger werde ich Dich für die That segnen, so lange ich lebe. Einige nähere Umstände der Geschichte sind mir bekannt. Ihr Angreifer war ein verschmähter Liebhaber. Der arme Teufel! Natürlich war er toll und das ist kein Wunder, da er sie verloren hatte."
Polly fühlte sich durch diese Worte im tiefsten Herzen verwundet. „Doctor Vandine," sagte sie, „Sie lieben Miß Greylock, und aus diesem Grunde bin ich froh, daß ich den Stoß empfing, der ihr galt. Ich schulde Ihnen so viel, daß die Person, die Ihnen theuer ist, auch mir theuer sein muß."
„Du schuldest mir nichts!" rief Doctor Dick. „Schwatze keinen Unsinn, Polly! Ueb-igens, liebes Kind, thnt es mir im Herzen weh, Dich so bleich und schwach zu sehen. Dein heldemnüthiger Geist wohnt in einem sehr gebrechlichen Körper- als Dein Arzt muß ich Dir anbefehlen, mehr auf Deine Gesundheit bedacht zu sein."
Er hatte keine Ahnung, welch unsägliches Elend er selbst dem Mädchen bereitete. Pollys heimliche Liebe war noch


