Ausgabe 
4.11.1897
 
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Gicßm,

Der Majoratsherr.

Roman von Nataly ». Eschstruth.

(Fortsetzung.)

In demselben Zimmerche», auf demselben Stuhl, wo einst Tante Johanna saß und gequälten Herzens den Blick zum Himmel hob, saß jetzt ihr Liebling Pia und preßte das Antlitz schluchzend in die Hände. Es waren Thränen der Verzweiflung, der leidenschaftlichsten Empörung, welche so brennend heiß durch die schlanken Finger perlten.

Ihre heiligsten, lautersten Gefühle waren verletzt, ihr Stolz zuckte unter dem Keulenschlag, welcher ihn getroffen.

Als Waare als willen- und gefühllose Waare sollte sie verhandelt werden, wie eine Sclavin schleppte man sie auf den Markt, pries ihre sechzehn Ahnen mit prahlerischem Geschrei an und der Mann, welcher just eine Stammtafel dieses Inhalts gebrauchte, um damit im Eintausch eines Majorats ein gutes Geschäft zu machen, kam mit gleich­gültigem Blick, das nothwendige liebel, welches zu dem alten Stammbaum gehörte, in Augenschein zu nehmen!

Wozu noch diese entehrende, demüthigende Comödie?

Ob sie ihm gefiel oder nicht, es war ja so gleich­gültig! er wählte sie ja doch nie und nimmer aus freiem Antrieb, aus Liebe und herzlicher Zuneigung, er heirathete sie eben nur darum, weil er sie freien mußte, weil ihm keine andere Wahl blieb, weil die rücksichtslose Clausel int Erbfolgerecht ihre Bedingung stellte! Hatte Willibald ge­zögert, Tante Johanna heimzuführen?

Sie, die Alternde, Verkrüppelte, nach welcher sonst nie ein anderer Mann, selbst der bescheidenste nicht, die Hände ausgestreckt hatte? Tante Johanna behauptete ja, sie sei überschwenglich glücklich geworden!

Sie aber zur Glücklichsten zu machen, dazu gehörte nicht viel! Ihre Engelsanstmuth, ihre Bescheidenheit, welche an Unterwürfigkeit grenzte, ihre namenlose Dankbarkeit

Donnerstag den 4. November

1897.

ig-ssen.

Tfiy Mill

chick' nicht in's Leben spähend Deine Blicke, Das Glück erwartend mit der Sehnsucht Pein Bau' Dir zum Glück mit eig'ner Hand die Brücke;

Beglücke Du, so wirst Du glücklich sein.

Blüthgen.

für die kleinste Freundschaft und Aufmerksamkeit ja, wie hätte Tante Johanna jemals an der Seite eines Mannes unglücklich werden sollen, wenn derselbe ihr sattsam zu essen gegeben hätte, ohne sie zu prügeln! !

Aber Pia trug nicht die Seraphschwingen dieser Dulderin an den Schultern!

So, wie einst Johanna hier geseffen hatte und daS Kommen eines Grafen zum Inbegriff all ihres Glückes, zur Erfüllung ihrer sehnlichsten Träume ward, so saß jetzt ihre Nichte an demselben Platz und zermarterte ihr Köpfchen mit den abenteuerlichsten Plänen, wie sie den verhaßten Unbe­kannten, den Grafen Niedeck, fernhalten könne!

Sie sagte sich selbst, daß sie bei den Eltern kein Ver« ständniß für ihre Herzensnoth finden werde, daß Vorstellungen und Bitten erfolglos bleiben würden, und sie sagte sich ferner, daß Graf Wulff - Dietrich huldvollst ihre Hand acceptiren würde, wenn er sich überzeugt hätte, daß die offizielle" Gattin, welche er heimführen mußte, kein Unge­heuer an Häßlichkeit oder Bosheit sei! Pia, die Spröde, Feinfühlige, zitterte vor Scham bei dem Gedanken an ihr Begegnen mit dem Grafen.

Es durfte nicht stattfinden, nun und nimmermehr!

Aber wie sollte sie es verhindern?

Von ihr durfte das Vereiteln der elterlichen Pläne nicht ausgehen, es würde sie das Vaterhaus und die Heimath kosten, es würde alle Baude zwischen ihr und den Menschen zerreißen, welche ihrem Herzen auf der Welt am nächsten standen!

An Tante Johanna schreiben?

Gerade sie kann in dieser Angelegenheit, wo es sich um ihr Besitzthum handelt, unmöglich für sie eintreten!

Was thun?!

Plötzlich zuckt es wie ein rettender Gedanke durch ihr Köpfchen/ die rothgeweinten Augen strahlen auf, ein Schimmer rosiger Hoffnung verklärt ihr Antlitz.

Sie wird an Graf Wulff-Dietrich selber schreiben! Man sagt ja, er sei ein Ehrenmann, reich an allen Tugenden, ist es tatsächlich der Fall, so ist er vielleicht ritterlich genug, ihr zu Hilfe zu kommen.

Pia kräuselt ironisch die Lippen. (Siebt es heutzutage tatsächlich noch Männer, deren Ritterlichkeit noch größer ist, wie ihr Goldgier?

Wenn sie ihm schreibt, daß sie die befohlene und er­zwungene Ehe zwischen ihnen unmoralisch und entwürdigend, für ihren Stolz geradezu unerträglich findet, so wird er sicher voll diplomatischer Gewandtheit alle möglichen Ausflüchte