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Einiges über die Lebensweise des Wendehalses.
(Vortrag in einer Ausschußsitzung des Gießener Thierschutzvereins.)
Der Wendehals, der zu den Klettervögeln gerechnet wird, ist ein noch von vielen Seiten verkannter Vogel, und Sie erlauben mir daher, mit einigen Worten über denselben zu berichten. Derselbe ist etwa so groß wie eine Lerche- sein Gefieder ist auf dem Rücken aschgrau, mit schwärzlichen und bräunlichen Fleckchen gezeichnet- Kehle und Unterhals, die von grauen Wellenlinien durchzogen, sind gelb- die Unterseite ist weiß mit braunen Punkten- Flügel und Schwanz hell und dunkel schattirt, und ein ziemlich breiter, schwarzer Streifen zieht vom Scheitel bis zum Unterrücken herab. Der Schnabel desselben ist von der Seite her etwas zusammengedrückt- die fadenförmige Zunge, die mit klebrigem Speichel befeuchtet ist, kann er fast noch weiter aus dem Schnabel vorstrecken wie der Specht und er steckt dieselbe ziemlich häufig durch Ritzen in die Ameisenhaufen und holt damit die angeklcbten Ameisen heraus. Der Wendehals, der auch Dreh- oder Natterhals genannt wird, verdient diese Namen mit Recht, denn er geberdet sich dadurch recht sonderbar, aber auch manchmal höchst unschön, daß er Hals und Kopf verdreht, den Kopf sogar auf den Rücken legt, die Haube und den Schwanz in die Höhe stellt, die Augen verdreht und mit aufgeblasener Kehle beständig Verbeugungen macht. Ich habe vor etwa zehn Jahren, als in unserer Nordanlage noch alte, hohle Pappeln eine Allee bildeten, auf einer derselben ein Wendehalsnest mit Jungen entdeckt und dabei Gelegenheit gehabt, auch die Grimassen des Drehhalses, wie ich sie oben beschrieben, genau zu beobachten, was mich aber zuerst, offen gestanden, etwas erschreckte, aber bei näherer Betrachtung in das größte Erstaunen versetzte.
Der Wendehals ist ein Zugvogel - er tritt bei uns in Deutschland Ende August seine Südreise an und kehrt erst Anfangs Mai wieder von seiner Wanderung zurück. Zum Aufenthaltsorte wählt er besonders Baumpflanzungen, die an Flußufern stehenden Bäume, Obstfelder und Obstgärten mit alten Bäumen. Hier in Gießen waren früher die hohlen Pappeln, die am Schurgraben standen, wahre Lieblingsplätze für ihn. In diesen angegebenen Revieren fliegt er emsig von Baum zu Baum und sucht da, am Stamme angeklammert, sowie auch auf der Erde Raupen, Puppen, Würmer, Ameisen und sonst noch vielerlei andere schädliche Kerbthiere. Eine sehr große Anzahl von schädlichem Ungeziefer schafft er demnach aus der Welt, und er verdient daher gewiß, unter die nützlichen Vögel gezählt zu werden.
Als Höhlenbrüter schlägt der Wendehals seine Wohnung in hohlen Bäumen auf, bezieht aber nach Brehm, wenn es ihm an natürlichen Niststütten mangelt, auch Nistkästchen. Das Weibchen legt sieben bis zwölf weißschalige Eier und brütet mit großer Ausdauer dieselben in 14 Tagen aus. Jetzt beginnt für die Alten eine recht mühevolle Zeit, denn die jungen Weudehälschen sperren beständig die hungrigen Schnäblein auf, und die Eltern müssen für dieselben den ganzen Tag über Nahrung herbeizuschaffen suchen. Aber auch sehr reichlich versorgen sie die junge Brut mit Futter, das aus schädlichem Ungeziefer besteht. Wenn man nun bedenkt, welch' große Anzahl dieselben täglich verschlingen, so ist es doch leicht zu begreifen, daß der Wendehals großen Nutzen stiftet, und er verdient daher gewiß, von den Menschen in Schutz genommen zu werden. Da es aber immer noch Leute giebt, die die Nützlichkeit des Wendehalses in Zweifel zu ziehen suchen, so will ich nun noch anführen, was der in der ganzen gebildeten Welt bekannte und berühmte Naturforscher Brehm darüber sagt: „Der harmlose Wendehals hat in dem Sperber, in Elstern und Hetzern, Katzen, Mardern und Wieseln gefährliche Feinde, und gar mancher fällt diesen i wachsamen Räubern zum Opfer. Aber auch den Sonntags- '
schützen bietet er sich leider nur zu oft zum leichten Ziele, und seitdem man neuerdings nun vollends versucht hat, Acht und Bann über ihn zu verhängen, schützt ihn nicht einmal mehr die bisher festgehaltene Ansicht der Kundigen, daß er ein nützlicher Vogel sei. Ich meinestheils vertrete die Ansicht auch heute noch, und zwar auf das Bestimmteste und Wärmste. Wohl weiß ich, daß er sich vorzugsweise von Ameisen ernährt und daß diese im Allgemeinen uns Nutzen bringen, aber die von ihm verursachte Schädigung des Ameisenstandes fällt dem massenhaften Auftreten gedachter Kerbthiere gegenüber so wenig in das Gewicht, "daß der Wendehals im Ernste von Niemand unter die schädlichen Vögel gezählt werden kann. Ich erachte es für meine Pflicht, auch für den Wendehals einzutrcten und alle auf ihn gehäuften Beschuldigungen auf ihren wahren Werth zurückzu- sühren, d. h. sie als bedeutungslos zu erklären."
Gießen, im September 1897.
H. Curschmann, Lehrer i. P.
GeinernnÄtziges.
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Die gekränkte Gattin. Frau (zur Kellnerin): //Ist Herr Müller vielleicht hier?" — Kellnerin: „Herr Müller . . . hm, ist das vielleicht der Alte, Häßliche, mit der dicken, rothen Nase?" — Frau: „Ja, den meine ich," (pikirt): „Aber ich muß Ihnen schon bemerken, mein Mann ist weder alt, noch häßlich, noch hat er eine dicke, rothe Nase — merken Sie sich das!"
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Im Eifer. Professor: „Meine Herren! Dieser Paragraph ist ein Monstrum der Gesetzgebung- seine Aufnahme war aber auch blos denkbar unter der verständnißlosen Aera unseres jetzt mit Recht verstorbenen Ministers!"
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Leicht geholfen. „Was heulst Du denn so, Piccolo?" — „Mein Salat ist mir in den Schmutz gefallen!" — „Na, so geh' halt in die Küche und —- lass' Dir etwas Mayonnaise d'rüber thun!"
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckcrei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


