Auge? Entbehrst Du die Welt? O gedulde Dich nur noch wenige Wochen und ich führe Dich fort in meine ferne Heimath- und entrückt der Macht Deiner Götter, dem Haß Deiner Familie wirst Du als Christin mein angebetetes, geliebtes Weib vor Gott und der Welt! Meine schöne Mira!"
In Miras Augen liegt Todestraurigkeit, unendliche Liebe zu dem vergötterten Manne klingt aus jedem Wort heraus.
„Fred, die Götter werden mich niemals freigeben, mein Glück ist zu groß, es kann nicht sein---"
Capitän Henricourt wirst achtlos die TPortmütze auf einen Sessel.
„Fred!" Unendliche Qual liegt in dem einen Wort. „Eine Lotosblume — Du, Du konntest sie brechen, um sie achtlos verwelken zu lassen, o Fred, sie wird sich rächen!"
„Thorheit, Kind, es ist das Zeichen unserer Partei, Du weißt, morgen ist der große Match in den Pologrounds.
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Das Polo, einer der gefährlichsten und aufregendsten Sports, ist bei den in Indien garnisonirenden Regimentern außerordentlich beliebt.
Die Poloreiter erscheinen ohne Kopfbedeckung und Jacket, in Reithosen und hohen Stiefeln auf kleinen, kräftigen Pferden in der Bahn.
Die Grounds sind weite Rasenflächen, auf zwei gegenüber liegenden Seiten derselben befinden sich in einer Entfernung von 300 bis 400 Metern die durch Flaggen gesteckten Ziele. Inmitten der Bahn liegt ein großer Ball, den jede Partei bemüht ist, auf ihre Seite zu bringen. Sie bedienen sich hierzu langer Hammer, die, unter dem Arm geführt, stets zum Schlage bereit sind. Die Partei nun, der es gelingt, den Ball während einer Spieldauer, das ist 20 Minuten, durch ihr Ziel zu treiben, ist Siegerin. Jedes Spiel erfordert der schnellen Wendungen und heftigen Paraden wegen einen Pferdewechsel, und selbst der passionirteste Poloplayer ist nicht im Stande, mehr als drei Touren zu reiten. Schroffe Zusammenstöße sind in der Hitze des Gefechts unvermeidlich, Arm- und Beinbrüche durchaus keine Seltenheiten, ja manch tapferer Poloreiter hauchte auf ben Grounds sein junges Leben aus — doch höher nur blüht der Sport auf.
Der Reitplatz ist gerüstet, das glänzende Publikum versammelt, die Reiter eilen von allen Seiten herbei, auch Capitän Henricourt steht, Abschied nehmend, vor der schönen Mira.
„O Sahib, Fred, bleibe heute, geh nicht, die Lotosblumen werden sich rächen, die Nixen des Ganges haben es mir vertraut, sie warnten mich, o Sahib, verlaß mich nicht !"
Das junge Weib sieht thronenden Auges zu ihm auf.
Ungeduld liegt in des Capiläns Stimme, als er sie liebkosend, dann leise von sich schiebend sagt:
„Mira, es geht nicht \"
Und die sanfte, sonst so ruhige Mira sinkt verzweifelt vor ihm ins Knie, flehend, umklammert sie ihn: „Bleibe, Fred, um meiner Liebe willen!"
Ein heftiger Kampf malt sich auf Fred Henricourts Zügen, doch er ist ein Ehrenmann, sein Offizierswort bindet ihn, es geht nicht — — —
„Mira, geliebtes Mädchen, vertraue mir, es wird das letzte Mal sein, Dir zu Liebe werde ich nie wieder beim Polo reiten."
Noch einmal küßt er das angebetete Weib, noch einmal drückt er die Verzweifelte an sein Herz, dann geht er froh, siegesbewußt, nicht ahnend, wie nah sein Schicksal, wie wahr seine Worte! — — —
Das Spiel ist im vollen Gange, Henricourts Partei ist im Verlieren, die Kugel ist fernab vom Ziel schon, ist er der berühmte Spieler nicht mehr?
„Hurrah, Henricourt besiegt!" schreit ein vorschneller Zuschauer von der Tribüne herab.
Fred Henricourt, der sich absichtlich abseits gehalten, trifft der höhnische Ruf wie ein Peitschenhieb — er reißt das Pferd herum, und die Kugel, die fast schon das feindliche Ziel erreicht, fliegt im weiten Bogen zurück. Der Feind wehrt sich verzweifelt, Henricourt ist ein gewichtiger Gegner. Da ein Schrei!
Die Hammer ruhen, Fred Henricourts Ponny jagt wild, reiterlos durch die Bahn, sein Herr liegt von einem Hammerschlag an die Stirn getroffen, von Pferdehufen zertreten, tobt auf dem grünen Rasen. — — —
Man bettet den Todten auf eine Bahre, und schweigend naht unter Doctor Duns Führung der kleine Zug der Villa Henricourts.
Alle Räume sind leer, der Todte wird in den Salon gebracht, Doctor Dun hat es übernommen, die Ehrenwache bei dem Freunde zu halten.
Doctor Dun ist allein mit der Leiche, seine Gedanken fliegen zurück zu jener Nacht, als er die Inderin zum Leben erweckte. Wo mag sie weilen?
Da hebt sich die Portiöre und die, deren er eben gedacht, tritt herein.
Schwebend ist ihr Gang, nichts Irdisches scheint ihr anzuhaften, der Glanz ihrer Augen ist tobt, bleich ihr Gesicht. Sie tritt an die Bahre und legt einen Strauß blühender, duftender Lotosblumen auf die Brust des Geliebten und küßt seine erblaßten Lippen, seine blut bedeckte Stirn. Schweigend, wie sie gekommen, verläßt sie wieder den Salon.
Doctor Dun wagte sie nicht mit einem Wort zu bannen, Alles versank wieder in Todesstille, nur von unten herauf, von der Wasserseite tönt ein dumpfer Fall und hochauf spritzen die Fluthen des Ganges und die Lotosblumen schimmern und leuchten, düsten und flüstern wie immer.
Ueber den Wassern wölbt sich der ewige Himmelsdom mit seinen glänzenden Sternen, und als der Morgen heraufdämmerte, spülten die Wogen des Ganges die Leiche der schönen Mira ans Land.
Hrrinsvistische».
No tch wendige Vorbereitung. „Der Herr Oberförster erzählt ja in den letzten Tagen so glaubhafte Geschichten?" — „Ja, der muß nächstens als Zeuge vor Gericht und da trainirt er sich bei Zeilen auf die Wahrheit sagen."
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Schön gesagt. Barbier (schwärmerisch): „Ach, Fräulein Laura, Sie haben mein Herz mit Ihrem Liebreiz total eingeseist!"
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Immer im Beruf. Vater (Richter): „War das nicht der junge Referendar Krüger, der soeben das Haus verließ, als ich kam?" — Tochter: „Jawohl, Papa!" — Vater: „Aber ich habe sein Gesuch doch abschläglich beschicken. — Tochter: „Ja, aber er hat an eine höhere Instanz appellirl und Mama hat die Entscheidung des Vorderrichters aufgehoben/
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Zurücksetzung. Schusterjunge: Seit drei Tagen keene eenzije Ohrfeije --- wat der Meester blos jejen mir hat?!"
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Der unbra uchbare Lehrling. Chef: „Ich schenke Ihnen ein Jahr von Ihrer Lehrzeit, von morgen an sind sie Commis, — aber nicht bei mir!"
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Schlechte Beleuchtung. Doctor Ulk (zu Apollo): „Die Morgenbeleuchtung wird ja alle Tage mangelhafter. Sie sollten sich statt Ihrer jämmerlichen Petroleumfunzeln auch lieber Auer'sches Glühlicht anschaffen."
Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerci (Pietsch & Scheyda) m Gießen.


